Rund 18 000 Einwohner zählt die Gemeinde Holzwickede, knapp hinter der Stadtgrenze von Dortmund gelegen. Die Vereinslandschaft wird sich im Sommer verändern:

Fusion

Niemand muss umziehen

Felix Guth
06. März 2007, 14:59 Uhr

Rund 18 000 Einwohner zählt die Gemeinde Holzwickede, knapp hinter der Stadtgrenze von Dortmund gelegen. Die Vereinslandschaft wird sich im Sommer verändern:

Die Joboxers und die SG Holzwickede fusionieren. Nehmen die Formalitäten ihren erwarteten Verlauf, spielt in der Saison 2007/2008 die SG Lütgendortmund mit einer Fusionsmannschaft in der Bezirksliga 8.

Die Mitgliederversammlungen der beiden Vereine sprachen sich bereits einstimmig für einen Zusammenschluss aus. Die Fusionsunterlagen liegen nun dem Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) vor, der bis zum 31. März eine Entscheidung fällen muss. "Es ist nur noch eine formelle Sache", sagt Joboxers-Manager Thomas Ostermann, frei von jedem Zweifel am Erfolg des Antrags.

Was auf den ersten Blick wie ein normaler Vorgang aussieht, der zurzeit in vielen Städten vor sich geht, entpuppt sich als eine Fusion der ungewöhnlicheren Art. Denn auf den ersten Blick gewinnt nur die SG Holzwickede. Der Traditionsverein dümpelt mit seiner Senioren-Mannschaft gegenwärtig in der Kreisliga A herum. "Und es ist kein Aufstieg in Sicht", sagt der erste Vorsitzende Wolfgang Hense. Die Fußball-Abteilung der Joboxers Holzwickede erlebte hingegen seit ihrer Gründung 1998 einen rasanten Aufstieg von einer Hobby-Truppe bis in die Bezirksliga. Dort steht der Verein mit dem ungewöhnlichen Namen gut dar und hat den Klassenerhalt trotz der jüngsten Derby-Niederlage gegen die SpVg. Holzwickede wohl schon sicher. Warum sollte man diesen Erfolg also durch eine Fusion herschenken?

Die Spielgemeinschaft 28/37 weiß ein gewichtiges Argument für eine Fusion auf seiner Seite. "Wir haben eine sehr große Jugend", sagt Wolfgang Hense. Nicht weniger als 15 Nachwuchsteams schickt die SG ins Rennen. Zum Vergleich: Die Joboxers haben keine einzige Jugendmannschaft. "Das war aber so gewollt. Bei unsere Gründung haben wir gesagt, dass wir keinem Verein in dieser kleinen Stadt Nachwuchsspieler wegnehmen wollen", erklärt Thomas Ostermann. "Als wir jetzt in die Bezirksliga aufgestiegen sind, stellte sich aber die Frage nach der Zukunft." Die sah die Joboxers-Spitze ohne Jugendarbeit nicht mehr gesichert, zumal der Verein ohnehin gerade keine einfach Zeit durchmacht. Die Baseball-Mannschaft, brachte es mit großem finanziellen Risiko bis in die Bundesliga und wurde zum Aushängeschild des 1986 gegründeten Vereins. Nach dem Abstieg der Baseballer steht aber nun ein kompletter Neuanfang an. So hört Ostermann als Manager auf, im Fusionsverein werden neue Leute die Ämter besetzen.

Was die sportliche Seite angeht, so haben die Vereinsverantwortlichen bereits wichtige Details geklärt. Dirk Eitzert, Ex-Profi in Bochum (34 Bundesliga-Spiele) und Spielertrainer bei den Joboxers, wird auch im Fusionsverein die Geschicke leiten. "Seine Erfahrung und seine Fähigkeiten wird einigen Spielern noch eine zusätzliche eine Perspektive geben", glaubt Wolfgang Hense. Für die zweite Mannschaft, die ab Sommer den A-Kreisliga-Platz der SG einnehmen wird, sucht man noch einen Trainer.

Umziehen muss keiner der beiden Vereine, was die Zustimmung zur Fusion deutlich beschleunigt haben dürfte. Schon jetzt teilen sich Joboxers und SG die Haarstrang-Sportanlage in Holzwickede. "So haben sich auch die Fusionspläne ergeben", berichtet Wolfgang Hense. So nahmen die Joboxers das Angebot der SG dankend an - obwohl auch Kreisligist RW Unna ein Angebot zur Fusion vorlegte.

Der scheidende Joboxers-Manager Thomas Ostermann sieht einen positiven Impuls für die Kleinstadt Holzwickede. "Die Konkurrenzsituation verbessert sich", glaubt er, nachdem es zukünftig nur noch zwei Fußball-Vereine in der Stadt gibt. "Eine Endversion dieser Idee wäre, dass es irgendwann nur noch ein großer Verein in Holzwickede spielt."

Autor: Felix Guth

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