Stephan Dragowich ist vom Typ her nicht unbedingt ein Stinkstiefel. Beim SC Hassel, den er dennoch nicht ganz unfreiwillig verlässt, hat der ehemalige Wattenscheider allerdings die scheinbar heile Welt ins Wanken gebracht.

HASSEL - „Nestbeschmutzer“ Dragowich vor Neustart

hb
27. Juni 2005, 10:56 Uhr

Stephan Dragowich ist vom Typ her nicht unbedingt ein Stinkstiefel. Beim SC Hassel, den er dennoch nicht ganz unfreiwillig verlässt, hat der ehemalige Wattenscheider allerdings die scheinbar heile Welt ins Wanken gebracht.

Stephan Dragowich ist vom Typ her nicht unbedingt ein Stinkstiefel. Beim SC Hassel, den er dennoch nicht ganz unfreiwillig verlässt, hat der ehemalige Wattenscheider allerdings die scheinbar heile Welt ins Wanken gebracht. Vor einem Monat errang Dragowich lokale Berühmtheit, als er in einem Bericht in der „Buerschen Zeitung“ die Verhältnisse um den mittlerweile entlassenen Trainer Frank Saborowski anprangerte. „So eine Saison habe ich noch nicht erlebt“, schüttelt der 30-Jährige mit dem Kopf.

Denn nicht nur der Ex-Coach, auch die Führung und sportliche Leitung der Gelsenkirchener hat nach Meinung Dragowichs versagt. „Bevor ich mit der Zeitung gesprochen habe, war ich vier Mal beim Vorstand und habe den Leuten gesagt: Guckt doch bitte Mal, wie wir trainieren. Da kam aber nichts. Und der Sportliche Leiter ist meiner Meinung nach nicht für diesen Posten geschaffen. Von dem habe ich im letzten Jahr nur Negatives gehört“, schießt Dragowich gegen Thomas Kortmann und vor allem den kommissarischen neuen Vorsitzenden Dr. Reinhard Ellebrecht. „Der hat mir nach der Niederlage vorgeworfen, ich sei an Hassels Abstieg schuld. Das ist doch lächerlich, wir standen von Beginn an unten drin. Dass wir um den Klassenerhalt kämpfen müssten, habe ich übrigens damals schon gesagt.“

Spätestens seit dem Brandartikel in der „BZ“ war Dragowich in Hassel unten durch. Folge: der bis zum 30. Juni 2006 laufende Vertrag wurde aufgelöst, obwohl der gebürtige Gelsenkirchener Signale gesendet hatte, doch bleiben zu wollen. „Ich habe mich auf Mallorca mit Christoph Schlebach unterhalten und gesagt, ich könnte mir vorstellen, doch weiter zu machen. Das allerdings unter gewissen Bedingungen, denn ich bin als selbständiger Handelsvertreter viel unterwegs und kann nur eingeschränkt trainieren“, erklärte Dragowich. „Christoph hat das so weiter gegeben, aber als ich aus dem Urlaub zurück kam, hat mich Horst Bitter angerufen und mir gesagt, dass der Verein nicht mehr mit mir planen würde.“

Nun sitzt der beruflich in Essen tätige Kaufmann sportlich zwischen den Stühlen. „Ich habe jeweils ein Angebot aus der Verbands- und Landesliga. Zwischendurch kommen auch Anfragen, ob ich aus Spaß tiefer kicken würde. Aber das mache ich nicht. Wenn ich den Fußball mit dem Job in Einklang bringe, dann richtig!“

Autor: hb

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