OESTRICH: Zuschauer-Boom, Ruhnerts Psycho-Nachteil

13. November 2004, 12:45 Uhr

"Das ist schon böse, wenn man immer gewinnt, die Siege auch deutlich einfährt, aber in der Tabelle keinen Sprung nach oben macht", sieht SF-Trainer Oliver Ruhnert einen psychologischen Nachteil im Kampf um die Meisterschaft.

Als einziges Team der Liga ungeschlagen, zusammen mit Westfalia Herne die treffsicherste Attacke-Abteilung. Und trotzdem rangiert Oestrich nur auf Platz drei. "Das ist schon böse, wenn man immer gewinnt, die Siege auch deutlich einfährt, aber in der Tabelle keinen Sprung nach oben macht", sieht SF-Trainer Oliver Ruhnert einen psychologischen Nachteil im Kampf um die Meisterschaft.

Vier klare Dreier haben die Zwischenbilanz mächtig aufpoliert, so dass die Oestricher noch besser dastehen, als zum vergleichbaren Zeitpunkt der vergangenen Sensations-Serie. "Es ist phänomenal wie sich meine Jungs präsentieren", triumphiert Ruhnert. "Es ist super, dass wir auch im zweiten Jahr in Folge so mitmarschieren. Wir hatten etliche Abgänge zu verdauen, und es ist mit Sicherheit nicht normal, einen erneuten Kraftakt zu bewältigen." Der Erfolgs-Coach will aber noch nichts von einer Duplizität der Ereignisse wissen, auch wenn das Trio wie im vergangenen Jahr im Gleichschritt punktet. "Aber Gladbeck ist nur vier Zähler hinter uns", weiß Ruhnert, dass sich aus dem aktuellen Drei- schnell ein Vierkampf entwickeln kann. "Es ist ähnlich, nur noch ausgeglichener."

Der noch 31-Jährige (feiert am 18. November Geburtstag) freut sich besonders über den neuen Zuschauer-Boom in der "Schledde". Mittlerweile können die Sportfreunde rund 400 Fans bei jedem Heimspiel begrüßen. "Und die Derbys haben wir erst in der Rückrunde", rechnet Ruhnert mit einem noch größeren Ausbau der Besucherzahlen. Dass auch der Abstieg des TuS Iserlohn mit dazu beiträgt, verhehlt Ruhnert nicht, macht aber auch klar: "Wir bieten unheimlich Programm, attraktiven und offensiven Fußball, der honoriert wird."

Beim Vorausblick auf das anstehende Wochenende muss Ruhnert schmunzeln: "Herne und Hagen gewinnen einfach mal nicht, wir schlagen Sodingen, fahren unseren ersten Auswärtsdreier auf Naturrasen ein und haben endlich den Sprung an die Spitze geschafft." Der Optimismus ist klar, denn mit den Rekonvaleszenten Markus Kulisch und Lars Scheerer kommen zwei Stammspieler zurück in den Kader, so dass nur noch hinter dem Einsatz von Aykan Kutlu (Zahnoperation) ein Fragezeichen steht.

Der Aussage von Hagens Spieler-Trainer Christian Hampel (RS berichtete), dass Oestrich nur auf Goalgetter Achilleas Courtoglou angewiesen ist, erteilt Ruhnert eine Absage. "Unsinn, Christian Spielmann hat fünf, Sebastian Placzek vier Mal getroffen. Aber wenn sie sich im direkten Vergleich nur auf Achilleas konzentrieren, soll es mir recht sein." Denn Ruhnert sieht den Titel-Vorteil auf seiner Seite: "Hagen und Herne müssen, wir können aufsteigen."

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