Viel ist von der WM-Abwehr nicht mehr übrig geblieben - und dennoch steht bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft jetzt schon seit vier Spielen die Null.

DFB: Abwehr in Slowakei vor Härtetest

09. Oktober 2006, 15:05 Uhr

Viel ist von der WM-Abwehr nicht mehr übrig geblieben - und dennoch steht bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft jetzt schon seit vier Spielen die Null.

Viel ist von der WM-Abwehr nicht mehr übrig geblieben - und dennoch steht bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft jetzt schon seit vier Spielen die Null. `Wir haben eine taktische Grundordnung. Da weiß jeder, wo er hinlaufen muss, egal wer gerade spielt´, erklärte der neue Abwehrchef Arne Friedrich. `Wir üben das Abwehrverhalten mit allen Spielern ständig. Alle haben das System drin´, verdeutlichte auch Torwart Jens Lehmann. Bundestrainer Joachim Löw spricht von `Automatismen´. Am Mittwoch steht nun in Bratislava gegen die Slowakei für die deutsche Hintermannschaft der erste echte Härtetest in der Ära Löw an. Vor allem von den Bundesliga-Legionären Marek Mintal und Robert Vittek droht Gefahr, nachdem die DFB-Auswahl gegen Schweden (3:0), Irland (1:0), San Marino (13:0) und Georgien (2:0) noch keinen Gegentreffer hatte hinnehmen müssen.

Gegen Georgien hatte die Viererabwehrkette mit Neuling Clemens Fritz, Arne und Manuel Friedrich sowie Thomas Hitzlsperger allerdings einige Lücken und Abstimmungsprobleme offenbart. Mit der Rückkehr von Philipp Lahm, der in Rostock noch geschont wurde, erhofft sich Löw jedoch wieder die gewohnte Sicherheit. Fritz, zweimal Friedrich und Lahm heißt wohl die Besetzung gegen die Slowaken. In dieser Zusammensetzung spielte die deutsche Abwehr noch nie. Überhaupt muss Löw wie schon sein Vorgänger Jürgen Klinsmann in der Hintermannschaft immer wieder improvisieren. So fällt seit der WM die Stamm-Innenverteidigung mit Per Mertesacker und Christoph Metzelder aus. Zudem sind die WM-Teilnehmer Robert Huth und Jens Nowotny ebenso verletzt wie der Gladbacher Links-Verteidiger Marcell Jansen.

Löw blieb nichts anderes übrig, als den Berliner Kapitän Arne Friedrich von rechts ins Zentrum zu ziehen. Zudem darf sich der Mainzer Manuel Friedrich seit vier Spielen daneben bewähren. Gegen Georgien wurden dem 27-Jährigen zwar einige Male die Grenzen aufgezeigt, dennoch meint Löw, `dass die beiden Friedrich inzwischen gut eingespielt sind´. Alternativen hat der Bundestrainer ohnehin kaum. Als Ersatz steht derzeit lediglich der international unerfahrene Alexander Madlung vom VfL Wolfsburg im Kader. Auch Lahm war `Opfer´ der Personalmisere. Bei Bayern München und zuvor auch im DFB-Team auf der linken Seite gesetzt, musste der 22-Jährige zuletzt rechts aushelfen. Gegen die Slowaken rutscht er nun wieder nach links. `Ich fühle mich auf beiden Seiten wohl´, kommentierte Lahm die Umstellungen jedoch gelassen.

Für ihn steht ohnehin nur im Vordergrund, `dass wir wieder zu Null spielen. Das wäre ein großer Schritt´. Erst viermal in der 98-jährigen DFB-Historie (1957/58, 1974, 1978 und 2002) schaffte es die deutsche Nationalmannschaft, in vier Spielen in Folge ohne Gegentor zu bleiben. Nur einmal stand die deutsche Null noch öfter: 1966 gab es zwischen dem 4. Mai und 16. Juli unter dem damaligen Bundestrainer Helmut Schön sechs Spiele, in denen Hans Tilkowski und Sepp Maier nicht hinter sich greifen mussten.

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