Der KFC Uerdingen hat die erste Partie nach der Entlassung von Aufstiegstrainer Peter Wongrowitz unglücklich mit 3:4 (1:2) bei ETB SW Essen verloren.

ETB – KFC 4:3 (2:1)

Pleite unter "Wongrowitz"-Rufen

Christian Krumm
05. November 2011, 18:48 Uhr

Der KFC Uerdingen hat die erste Partie nach der Entlassung von Aufstiegstrainer Peter Wongrowitz unglücklich mit 3:4 (1:2) bei ETB SW Essen verloren.

Als sich die Mannschaft nach dem Spiel bei den über 1.000 mitgereisten KFC-Anhängern für die Unterstützung bedankte, kamen ihnen lautstarke „Wongrowitz, Wongrowitz“-Rufe entgegen. „Ich kann die Fans wirklich verstehen. Aber ich musste im Sinne des Vereins handeln“, versuchte Präsident „Lakis“ Kourkoudialos die für Außenstehende überraschende Trainer-Entlassung zu erklären. „Ich möchte Internas zu diesem Zeitpunkt nicht an die Öffentlichkeit geben. Peter Wongrowitz hatte einen solchen Höhenflug, dass er nicht mehr wusste, was erlaubt ist und was nicht. Er hat sich etwas herausgenommen, was ich nicht dulden konnte.“

Die Mannschaft zeigte sich unbeeindruckt und war im ersten Durchgang klar spielbestimmend. Zumindest nach dem Rückstand durch Kamil Bednarski nach vier Minuten. „Das war sehr schön herausgespielt und hätte unserer jungen Truppe eigentlich Auftrieb geben müssen. Das war leider nicht der Fall“, analysierte ETB-Coach Dirk Helmig.

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Stattdessen rannten die Uerdinger permanent an und scheiterten immer wieder am glänzend haltenden Essener Keeper Andre Bley. Jochen Höfler (13.), Kosi Saka (17.) und Jonas Kremer sogar gleich zwei Mal in einer Szene (23.) fanden ihren Meister in Bley. Erst nach einer halben Stunde war dieser dann geschlagen, als Höfler ihm keine Chance ließ. Doch der Ausgleich hielt nicht lange. Mike Walther schlug kurze Zeit später zurück (34.). „Die Essener haben zwei Mal aufs Tor geschossen und zwei Mal getroffen. Das war unglaublich“, ärgerte sich KFC-Abwehrchef Marc-Andre Nimptsch.

Nach dem Wechsel überschlugen sich dann die Ereignisse. Erst scheiterte Vincenzo Burgio an KFC-Schlussmann Manuel Lenz (48.), dann erzielte Bastian Pinske nach einer Ecke den Ausgleich (54.). Nur zwei Minuten später sah Christopher Bartsch die Gelb-Rote Karte. „Da darf er nicht so hingehen“, ärgerte sich Helmig, der zu diesem Zeitpunkt schon auf der Tribüne saß. „Ich hatte in der ersten Halbzeit schon zwei, drei Diskussionen mit dem Linienrichter. Dann habe ich den Schiedsrichter noch kritisiert und musste hoch“, erklärte „Putsche“ seine Hinausstellung.

Auf dem Platz lieferten sich beide Teams weiter einen harten Fight. „Wir haben richtig gut gespielt und uns viele Chancen herausgearbeitet“, lobte Interimstrainer Ralf Kessen. Die besten vergaben Höfler mit einem Kopfball an die Latte (69.) und Musa Celik, der mal wieder an Bley scheiterte (83.). „Was der alles rausgeholt hat, ist ja unglaublich“, merkte ein eingefleischter ETB-Anhänger zurecht an.

„Als sich viele schon mit einem Remis angefreundet hätten, sind wir doch nochmal gekommen“, lobte Helmig die Moral seiner Mannschaft. Durch ein Eigentor von Pinske gingen die Hausherren zum dritten Mal in Führung (84.). Die Gemütslage der Krefelder sollte sich aber noch weiter verschlechtern. Das lag zum einen an der Notbremse und der daraus resultierenden Rote Karte gegen Igor Bendovskyi, aber auch am 2:4 durch Burgio, der einen Konter klasse abschloss (90.). Den Schlusspunkt in einem verrückten Spiel setzte der eingewechselte Ersan Tekkan (90.).

Während auf der einen Seite Matchwinner Bley die Humba anstimmte, wurde auf der anderen der ehemalige Trainer gefeiert. Auf die Suche nach einem Nachfolger muss sich „Lakis“ nun begeben. „Ich habe mir darüber noch überhaupt keine Gedanken gemacht. Es wird auf jeden Fall ein Neuer kommen, Kessen bleibt unser Co-Trainer“, erklärte der Vorsitzende. „Uwe Weidemann wird es nicht. Ich bin mal gespannt, was wir für Bewerbungen in den nächsten Tagen bekommen.“

Autor: Christian Krumm

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