Die Kandidatenliste für den Posten des deutschen Bundestrainers wird immer kleiner. Anhand der ersten Reaktionen dürften nur noch Otto Rehhagel und Lothar Matthäus in Frage kommen.

Wenger, Schaaf und Finke winken ab

08. Juli 2004, 11:24 Uhr

Die Kandidatenliste für den Posten des deutschen Bundestrainers wird immer kleiner. Anhand der ersten Reaktionen dürften nur noch Otto Rehhagel und Lothar Matthäus in Frage kommen.

Die begehrtesten Kandidaten für die Nachfolge von Rudi Völler haben fast alle abgewunken. Der Franzose Arsene Wenger vom englischen Meister Arsenal London, der angeblich schon vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) kontaktiert worden war, steht ebenfalls nicht zur Verfügung. "Ich habe beim FC Arsenal Vertrag bis 2005. Den werde ich erfüllen. Unsere Saison fängt in vier Wochen an, da gibt mich mein Klub ohnehin nicht frei. Im Oktober werde ich entscheiden, was ich danach mache. Im Moment bin ich nicht frei und nicht verfügbar", sagte der 54-Jährige dem Fachmagazin kicker.

Anerkennung für Schaaf

Auch Thomas Schaaf vom deutschen Double-Gewinner Werder Bremen hat Spekulationen, nach denen er ein Kandidat für die Nachfolge des zurückgetretenen DFB-Teamchefs sein soll, zurückgewiesen. Zuletzt gab es Gerüchte, der Coach stehe auf einer geheimen Liste der neu gebildeten Trainerfindungskommission ("TFK") des DFB. "Sollte ich auf dieser Liste stehen, wäre es zwar eine tolle Anerkennung für die Arbeit der vergangenen Jahre. Aber es gibt und gab keine Kontakte zum DFB. Daher ist die Sache für mich kein Thema", sagte Schaaf, der sich derzeit sich mit Werder auf Norderney im Trainingslager befindet.

Rehhagel sichtlich genervt

Auch Dänemarks Nationalcoach Morten Olsen und der Freiburger Volker Finke, der von Chef-Kritiker Paul Breitner ins Gespräch gebracht worden war und ebenfalls auf der Liste der "TFK" stehen soll, haben schon abgewinkt. Diese Kandidaten galten bislang alle als mögliche Alternative, falls eine Verpflichtung von Wunschkandidat Otto Rehhagel scheitern sollte. Der Top-Favorit auf das Bundestraineramt, noch bis 2006 bei Europameister Griechenland unter Vertrag, sagte allerdings am Mittwochabend bei einer Veranstaltung in Düsseldorf auf Nachfrage sichtlich genervt: "Ich habe gar keine Anfrage."

Matthäus sagt schon mal zu

Ungarns Nationaltrainer Lothar Matthäus könnte sich dagegen nach wie vor gut vorstellen, nach 150 Länderspielen für Deutschland künftig auch als Bundestrainer die Geschicke der Nationalelf zu leiten: "Ich weiß nicht, ob ich der Richtige bin. Doch ich würde mich vor der Verantwortung nicht drücken", sagte der 43-jährige dem kicker.

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