Rudi Völler ist nach seinem

Völler will Kontakt zu "Guru" Netzer suchen

us
16. September 2003, 23:18 Uhr

Rudi Völler ist nach seinem "verbalen Ausraster" im Rahmen des EM-Qualifikationsspiels in Island auf "Schmusekurs" zu Günther Netzer gegangen. Der DFB-Teamchef will die Dissonanzen mit dem ARD-Analysator ausräumen.

Rudi Völlers "verbale Giftpfeile" in Richtung von Günther Netzer beim Auftritt im ARD-Studio nach dem EM-Qualifikationsspiel auf Island sind bereits über eine Woche Vergangenheit, vergessen ist die Angelegenheit aber noch lange nicht. Jetzt hat der DFB-Teamchef erklärt, dass er eine Aussprache mit dem Ex-Nationalspieler und ARD-Analysator sucht, um die bestehenden Dissonanzen auszuräumen. "Es ist zwar nicht so, dass ich nicht schlafen kann. Aber es stimmt: Die derzeitige Situation gefällt mir nicht. Wenn sich die Angelegenheit ein wenig beruhigt hat, werde ich mich mit ihm zusammensetzen. Ich mag ihn, und er schätzt mich - glaube ich auch. Er ist bestimmt enttäuscht, dass ich ihm meine Kritik nicht unter vier Augen gesagt habe", erklärte der 43-jährige Völler als Gast der ARD-Talkshow "Beckmann" am Montagabend.

Völler kritisiert "Standfußballer" Netzer

Nach der "Nullnummer" im EM-Qualifikationsspiel auf Island hatte Völler im Live-Interview im Anschluss an die Begegnung das ARD-Länderspiel-Gespann Gerhard Delling und Günter Netzer heftig gescholten. Der Teamchef warf Welt- und Europameister Netzer vor, als Aktiver nur Standfußball gespielt zu haben. Netzer hatte bereits angekündigt, er werde auch weiterhin die Spiele der deutschen Nationalmannschaft mit seiner gewohnt kritischen Distanz begleiten. Auch "Gurus" wie Franz Beckenbauer und Paul Breitner hatten von Völler ihr Fett wegbekommen.

Rücktritt zu keiner Zeit ein Thema

Völler, der Coach der deutschen Vize-Weltmeistermannschaft von 2002, unterstrich nochmals, dass seine Wutrede keineswegs geplant gewesen sei, sondern spontan zu Stande gekommen sei. An Rücktritt habe er jedoch zu keiner Zeit gedacht. "Auch wenn wir gegen Schottland verloren hätten, wäre das kein Thema gewesen. Wir hätten uns trotzdem noch qualifizieren können, wenn auch vielleicht nicht als Gruppenerster", sagte der ehemalige Bundesliga-Profi von 1860 München, Werder Bremen und Bayer Leverkusen.

Völler von positiven Reaktionen überrascht

Die Reaktionen auf seine Medienschelte hätten ihn sehr überrascht. Von politischer Seite und der deutschen Öffentlichkeit gab es fast nur positive Reaktionen sowie Lob für den WM-Champion von 1990.

Autor: us

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