Es stinkt zum Himmel bei RWE. Oder besser, es stank - hoffentlich! Hintergrund ist ein unterstelltes Vorkommnis während des Heimspiels im Georg Melches-Stadion gegen den VfL Osnabrück. Es ging in den 90 Minuten nicht nur auf dem Platz hoch her, bekanntlich flogen insgesamt vier Akteure des VfL vom Platz, sondern auch hinter der Sitztribüne, wo der Gäste-Bus - wie üblich - seinen Standort hatte.

RWE: Osnabrück-Spiel mit weiterem Kapitel: Mief und Geist

og
12. Oktober 2005, 11:32 Uhr

Es stinkt zum Himmel bei RWE. Oder besser, es stank - hoffentlich! Hintergrund ist ein unterstelltes Vorkommnis während des Heimspiels im Georg Melches-Stadion gegen den VfL Osnabrück. Es ging in den 90 Minuten nicht nur auf dem Platz hoch her, bekanntlich flogen insgesamt vier Akteure des VfL vom Platz, sondern auch hinter der Sitztribüne, wo der Gäste-Bus - wie üblich - seinen Standort hatte.

Es stinkt zum Himmel bei RWE. Oder besser, es stank - hoffentlich! Hintergrund ist ein unterstelltes Vorkommnis während des Heimspiels im Georg Melches-Stadion gegen den VfL Osnabrück. Es ging in den 90 Minuten nicht nur auf dem Platz hoch her, bekanntlich flogen insgesamt vier Akteure des VfL vom Platz, sondern auch hinter der Sitztribüne, wo der Gäste-Bus - wie üblich - seinen Standort hatte. Dort wurden plötzlich feinfühlige Nasen von strengen Ausdünstungen beleidigt. VfLs Bus-"Kutscher" Ansgar Helkamp vom Fuhrunternehmen Lührmann Reisen wurde - so die Darstellung - von Platzwart-Gattin Edith Mahler und vom für die Anlage zuständigen Markus Pfeifer dabei beobachtet, wie er den kompletten Bus-Toiletten-Inhalt auf eine Reise in die Kanalisation schickte. Hinterher wurde offensichtlich der Fekalientank auch noch akribisch gesäubert. Helkamp nimmt Stellung: "Warum soll ich das tun? Kein Busfahrer ist so bekloppt." Es roch aber unglaublich. "Das stimmt, darauf wurde ich auch angesprochen", nickt Helkamp, "aber ich habe dort nicht die Toilette entleert, nur meine Thermoskanne sauber gemacht, dabei stand ich in einer Pfütze." Von Freitag auf Samstag nahm man - erläutert Helkamp - bei Lührmann das Mobil unter die Lupe. "Vielleicht ist die Gasdurchlässigkeit gegeben, allerdings die Wasserdurchlässigkeit nicht." Übersetzt: Miefen könnte es, tröpfeln nicht.
Bei der Polizei liegt eine Anzeige wegen vermuteter Umweltverschmutzung noch nicht vor, das wurde auf RevierSport-Anfrage offiziell bestätigt, allerdings spricht man auch davon, noch nicht betroffen zu sein, handeln müsste die für die ehrwürdige Arena und das Umfeld zuständige Stadt Essen. Der Sachverhalt ist bei der Stadt bekannt, dem Ordnungsamt und auch konkret den zuständigen Sport- und Bäderbetrieben. Platzwart-Gattin Mahler: "Ich will dazu jetzt noch nichts sagen, sondern erst mit der Stadt sprechen." Die RS-Darstellung wird von der Pressestelle der Stadt bestätigt. Anzeige und Bußgeldverfahren sind Optionen, ab Montag ist Thomas Soddemann, sein Aufgabengebiet ist der städtische Großbereich Nord, wieder im Büro: Die Akte liegt auf dem Tisch, die Pressestelle definiert den Vorfall als eine "nicht unbedingt feine Art, so entsorgt man bestimmt nicht richtig." Wohl kaum, der Mief während der Aktion passt auch nicht zum Motto des Busunternehmens, das dick auf der Homepage (www.luehrmann-reisen.de) prangt: "Mit uns reisen sie auf Wolke sieben". Bus-Unternehmens-Vertreter Carsten Lührmann ist betroffen: "Eine Schweinerei, wenn das so stimmt. Normalerweise haben wir im Unternehmen technische Möglichkeiten, diesen Tank zu entleeren, das wird auch bestimmt vor jeder Fahrt gemacht, die Tour nach Essen ist nicht sehr weit." Böse Zungen könnten jetzt behaupten: Der VfL-Kader hatte ganz schön die Hosen voll vor dem Spitzenspiel. Und außerdem - Lührmann: "Sollte man ein Problem bekommen, kann man bestimmt auch immer einen Kollegen ansprechen, ob kurz Hilfe möglich ist."
Ausdünstungen auf der einen Seite, andererseits treibt auch ein Geist bei RWE sein Unwesen. Wenn man in der alten Saison ein mediales Anliegen hatte, sprach man einen gewissen Alex Jacob als zuständigen Medienbeauftragten an. Der war nach der Saison aus offiziellen Einspargründen nicht mehr gewollt, veränderte sich in Richtung des Zweitliga-Aufsteigers Sportfreunde Siegen - nicht ganz! Wenn auf der RWE-Geschäftsstelle niemand mehr zu erreichen ist, hört man plötzlich seine sonore Stimme auf dem Anrufbeantworter. Diesen neu zu bestücken, fehlte bislang an der Hafenstraße offenbar die Zeit. "So ganz kann der Club wohl auf meine Dienste nicht verzichten", schmunzelt Jacob auf Nachfrage.

Autor: og

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