Es hätte das Duell mit den Bayern geben können: Nun trifft der Vizemeister Schalke 04 im Viertelfinale der Champions League auf Titelverteidiger Inter Mailand.

CL-Auslosung

Schalke trifft auf Inter Mailand

sid
18. März 2011, 12:20 Uhr

Es hätte das Duell mit den Bayern geben können: Nun trifft der Vizemeister Schalke 04 im Viertelfinale der Champions League auf Titelverteidiger Inter Mailand.

Für Ralf Rangnick beginnt die zweite Chance auf Schalke mit einem Knaller: Kein Geringerer als Titelverteidiger und Bayern-Bezwinger Inter Mailand ist im Viertelfinale der Champions League Gegner der Königsblauen. Der Rückkehrer auf der Trainerbank reist für sein zweites Spiel gleich an eine historische Stätte. Im Giuseppe-Meazza-Stadion feierte Schalke 04 vor 14 Jahren gegen Inter mit dem UEFA-Cup-Triumph seinen größten internationalen Erfolg.

"Wir haben ein Hammerlos erwischt", kommentierte Kapitän Manuel Neuer die Auslosung durch die englische Stürmerlegende Gary Lineker am Freitag in Nyon. Der Nationaltorwart, der mit den Königsblauen zum zweiten Mal nach 2008 unter den letzten Acht in der Königsklasse steht, erinnerte natürlich an den 21. Mai 1997: "Vielleicht ist es ja ein gutes Omen, dass Schalke schon einmal in San Siro erfolgreich war."

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Das Hinspiel am 5./6. April ist die zweite Partie für den neuen Trainer Rangnick, der am 1. April im Bundesliga-Punktspiel beim FC St. Pauli sein Comeback als Schalker Chefcoach geben wird. Im Rückspiel am 12./13. April hat der Vizemeister in der heimischen Arena die Chance, als letzter Bundesligist Revanche für das Aus von Bayern München gegen den italienischen Triple-Gewinner zu nehmen.

"Inter hat eine Mannschaft, mit der man immer rechnen muss", sagte Sportvorstand Horst Heldt: "Das hat man im Achtelfinale gegen den FC Bayern gesehen. Inter war fast schon ausgeschieden, hat das Spiel in München dann aber noch gebogen." Mailand siegte nach der 0:1-Heimniederlage im Rückspiel kurz vor Schluss 3:2. "Dass wir zunächst auswärts antreten, könnte ein Vorteil für uns sein. Andererseits sollte uns das Achtelfinale eine Warnung sein", meinte Heldt deshalb.

Sollte Schalke die Sensation schaffen und noch eine Runde weiterkommen, wäre im Halbfinale ein englischer Topklub der Gegner: Am 26./27. April und 3./4. Mai trifft der Sieger entweder auf den FC Chelsea oder Manchester United. Das Finale wird am 28. Mai im Londoner Wembley-Stadion ausgetragen.

Respekt haben die Schalker vor allem vor der Offensive des Titelverteidigers mit den Weltstars Wesley Sneijder und Samuel Eto'o. "Da müssen wir höllisch aufpassen", sagte Abwehrspieler Benedikt Höwedes. Einer ist noch übrig von den beiden Endspielen 1997: Inter-Kapitän Javier Zanetti stand sowohl beim Schalker 1:0 im alten Parkstadion als auch beim Elfmeterkrimi im Rückspiel in Mailand auf dem Platz.

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Wenige Tage nach dem Kracher in Mailand kommt es schon zum direkten Duell zwischen Rangnick und seinem Vorgänger. Bei seinem ersten Heimspiel als Schalker Trainer seit der legendären Ehrenrunde am 10. Dezember 2005 vor dem 1:0 gegen den FSV Mainz 05 trifft der Rückkehrer am 9. April ausgerechnet auf Felix Magath und den VfL Wolfsburg. Wie die Fans dann reagieren, darf mit Spannung erwartet werden.

Der Anteil der Magath-Befürworter ist auch nach dem Rauswurf noch groß. Andererseits war Rangnick während seiner ersten Amtszeit beim Anhang sehr beliebt. Seine Entlassung stieß vor gut fünf Jahren auf noch mehr Unverständnis.

Mit Horst Heldt, der nach Magaths Aus für den sportlichen Bereich zuständig ist, funkt Rangnick auf einer Wellenlänge. "Als ich Manager in Stuttgart und er Trainer in Hoffenheim war, haben wir uns oft um dieselben Spieler bemüht", erinnert sich der Sportvorstand, "mal war er schneller, mal ich."

Der neue Trainer wird bei seinem zweiten Engagement in Gelsenkirchen vor allem als Talentförderer gefragt sein. Denn klar ist, dass Schalke nach dem Magathschen Kaufrausch die hohen Personalkosten eindämmen muss. Geschätzte 75 Millionen Euro kostet der Kader um Superstar Raúl im Jahr. Angesichts der finanziellen Zwänge des hochverschuldeten Klubs wird der eine oder andere Topverdiener verkauft werden müssen.

Anders als Magath erklärte Heldt Nationaltorwart Manuel Neuer bisher nicht für unverkäuflich. Er sei die "Identifikationsfigur schlechthin für den Verein", sagte der neue Sportchef und kündigte mit Blick auf den 2012 auslaufenden Vertrag und die Spekulationen über einen Wechsel zu Bayern München an: "Wir werden zeitnah Gespräche führen - in aller Ruhe. Den Zeitpunkt legen wir fest. Wir lassen uns nicht unter Druck setzen."

Auf Seite zwei die Stimmen zur Auslosung:
[b]

Autor: sid

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