Die Entscheidung um den Verbleib von Bayern-Trainer Louis van Gaal ist vertagt. Am Sonntag diskutierten die Bayern-Bosse, kamen allerdings zu keiner Einigung.

Bayern München

Van Gaal-Entscheidung am Montag

sid
06. März 2011, 21:14 Uhr

Die Entscheidung um den Verbleib von Bayern-Trainer Louis van Gaal ist vertagt. Am Sonntag diskutierten die Bayern-Bosse, kamen allerdings zu keiner Einigung.

Am Sonntag wurde bei Bayern München debattiert, diskutiert und philosophiert - eine Entscheidung über die Zukunft von Trainer Louis van Gaal gab es jedoch vorerst nicht. Mehr als fünf Stunden lang tagten die Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß, Christian Nerlinger und Karl Hopfner, ohne jedoch danach ein Ergebnis zu verkünden. "Es gibt nichts Neues", sagte Nerlinger nach der Krisensitzung in Rummenigges Haus. Doch eigentlich scheint van Gaal nach dem 1:3 (0:1) bei Hannover 96 und der dritten Pflichtspiel-Pleite binnen einer Woche nicht mehr zu halten.

Als Kandidat für die Nachfolge wird im Umfeld der Bayern vermehrt der ehemalige Hamburger Bundesliga-Coach Martin Jol genannt. Der 55 Jahre alte Niederländer ist derzeit vereinslos und trug in seiner aktiven Laufbahn von 1978 bis 1979 das Trikot der Münchner. Ein Bekenntnis zu Jols Landsmann van Gaal war den Bayern-Bosse schon am Samstag nicht über die Lippen gekommen.

Sportdirektor Nerlinger hatte am Samstag um 17.33 Uhr schweigend das Weite gesucht, Präsident Hoeneß war ihm 17 Minuten später ebenfalls wortlos gefolgt. Und auch der zumindest etwas auskunftsfreudigere Vorstandsboss Rummenigge wollte dem Coach nicht mehr den Rücken stärken. "Wir haben acht katastrophale Tage hinter uns. Das Spiel in Hannover war der Tiefpunkt der Saison. Wir müssen überlegen, wie wir den Fall stoppen können."

Vom BVB wird in München nicht mehr gesprochen

Van Gaals Tage bei den Bayern scheinen gezählt. Erst die Schlappe bei Borussia Dortmund, dann das DFB-Pokal-Aus gegen Schalke 04. Nach der Lehrstunde in Niedersachsen ist nun der Einzug in die Champions League und damit das Minimalziel in der Bundesliga akut gefährdet. Am Sonntagabend verdrängte dann noch Mainz 05 durch einen 4:2-Sieg beim Hamburger SV die Bayern von Platz vier der Tabelle.

Von Spitzenreiter BVB redet man in München schon lange nicht mehr. Hannover als Tabellendritter ist schon um fünf Punkte enteilt, und Bayer Leverkusen hat als Zweiter sieben Zähler mehr als der deutsche Rekordmeister auf dem Konto - und es bleiben nur neun Spiele für die Aufholjagd.

Robben: "Die Situation wird immer gefährlicher"

"Die Situation wird immer gefährlicher. Wir müssen wirklich aufpassen und versuchen, positiv zu bleiben. Aber das ist schwierig", sagte Superstar Arjen Robben, der seinem Team in Hannover mit dem Tor zum 1:2 (55.) noch einmal Hoffnung gegeben hatte. Am Ende starb auch diese.

So wirklich überzeugt scheinen die Bayern-Verantwortlichen von ihrem Coach schon länger nicht mehr. Hoeneß hatte bereits im vergangenen Oktober die öffentliche Konfrontation mit van Gaal gesucht und diesen beim Pay-TV-Sender Sky attackiert. Der dem Trainer wohlgesinnte Rummenigge versuchte anschließend, zwischen den beiden Streithähnen zu vermitteln, scheint inzwischen aber wohl auch nicht mehr uneingeschränkt zu van Gaal halten zu wollen.

Autor: sid

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