RWE: "US-Boy" Strehmel Optimist pur

og
07. Januar 2007, 14:33 Uhr

Zukunftsaussichten! Am 20. März wird Alexander Strehmel 39 Jahre alt, an diesem Dienstag will der Co-Trainer von Rot-Weiss Essen, das ist er seit dem 17. November 2006, nicht trübsinnig auf den weiteren Saisonverlauf blicken.

Zukunftsaussichten! Am 20. März wird Alexander Strehmel 39 Jahre alt, an diesem Dienstag will der Co-Trainer von Rot-Weiss Essen, das ist er seit dem 17. November 2006, nicht trübsinnig auf den weiteren Saisonverlauf blicken, sondern noch gewaltigen Optimismus versprühen. Dafür muss aber in den nächsten Wochen alles klappen, angefangen mit dem Rückrundenauftakt gegen den 1. FC Kaiserslautern.

Es fällt dem ehemaligen Deutschen Meister und Vize-UEFA-Cup-Sieger (beides, 1992 und 1989, mit dem VfB Stuttgart) nicht schwer, eine positive Einstellung zu verbreiten, er hat US-amerikanische Gene in seinem Blut, sein Vater ist ein US-Boy, außerdem spielte er in Stuttgart zusammen mit einem gewissen Jürgen Klinsmann, der das bekanntlich auch beherrscht. "Meine amerikanische Staatsbürgerschaft habe ich damals aber abgegeben, um für die deutsche U20 aufzulaufen", erinnert sich Strehmel. Erfolgreich, der 214-fache Bundesligasprofi ist auch Vizeweltmeister (1987 in Chile). Köstner kennt er schon aus gemeinsamen schwäbischen Zeiten, sein aktueller "Chef" war zu dieser Zeit unter Christoph Daum Assistent. Sicherlich auch keine schlechte Quelle, wenn es darum geht, die Psycho-Schiene zu fahren. Danach ging Strehmel nach Wattenscheid (1994-96), "wo ich aber nicht unbedingt klar kam." So dass der Entschluss reifte, den Weg in die Sonne zu suchen, ein Probetraining bei Tampa Bay, Florida lockte, wo auch die Familie des Vaters ihre Wurzeln hat.

Köstners Anruf kam jedoch dazwischen, der den Zweitligisten Unterhaching übernommen hatte und den neunfachen Bundesliga-Torschützen nach Bayern lotste. Gemeinsam stieg man 1999 in die 1. Bundesliga auf. Dann folgte schließlich noch der lockende Augenaufschlag von Trainer Armin Veh, der ehemalige Bonlandener heuerte zum Abschluss noch in Augsburg an, mit 36 folgte dann die Sportinvalidität und die Trainerlaufbahn. B-Lizenzinhaber ist Strehmel, den A-Lehrgang musste er bereits zweimal absagen. Einmal wurde er "Assi" von Köstner bei der TSG Hoffenheim, "jetzt kam Essen dazwischen, derjenige, der das beim DFB koordiniert, ist glaube ich schon ein wenig sauer auf mich."

Aufstieg mit Haching, Meisterschaft mit Stuttgart - jetzt Überlebenskampf mit RWE. "Als wir mit Haching in der ersten Klasse waren, stellte sich uns permanent das Problem, ich kenne so eine Situation ganz genau", weiß Strehmel, wovon er spricht. Der ehemalige Innenverteidiger: "Es gibt genug Beispiele, Teams waren tot und kamen zurück, genau daran glaube ich auch." Er muss es vorleben, genau wie er im täglichen Programm auch nicht den Schwanz einzieht und sich aktiv in die Einheiten einreiht. "Ich freue mich auf Training und die Spiele, finde das einfach immer wieder prickelnd, es geht auch darum, immer vorne weg zu gehen." Ein Jürgen Röber trat damals in Essen sehr vergleichbar auf. Fakt ist: Strehmel sprüht vor Tatendrang, ist fast ein Animateur, kann Leute packen. "Wir sehen jetzt schon eine positive Entwicklung, wir merken, wie die Jungs ran gehen an die Aufgaben."

Müssen sie auch, Köstner setzt sie unter Druck, nicht nur verbal durch Formulierungen in der Öffentlichkeit, sondern auch bei der täglichen Arbeit - Strehmel erinnert sich sehr gut an seine Zeit als Akteur. "Er erwartet viel körperlichen Einsatz. Jeder muss sprichwörtlich dahin gehen, wo es weh tut, das ist einfach so." Man weiß warum, ein möglicher Abstieg würde noch mehr Schmerzen verursachen - und das vielschichtig.

Autor: og

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