Beim Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln blickt man in diesen Tage wieder optimistisch in die Zukunft.

Chihi ist der neue Kölner Hoffnungsträger

24. August 2006, 11:41 Uhr

Beim Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln blickt man in diesen Tage wieder optimistisch in die Zukunft.

Beim Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln blickt man in diesen Tage wieder optimistisch in die Zukunft. Grund dafür ist neben dem mit zwei Siegen gelungenen Saisonstart vor allem die Entdeckung eines neuen Stürmertalents. Mit seinem Doppelpack beim Heimdebüt gegen Wacker Burghausen (5:1) hat sich der 18 Jahre alte Adil Chihi nach nur zwei Spieltagen in die Herzen der FC-Fans gespielt und die Trauer über den Verlust von Publikumsliebling und Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski (Bayern München) zumindest gemildert.

Wie einst Podolski, der 2003 ebenfalls mit 18 Jahren im Kölner Profikader debütierte, trägt Chihi die Rückennummer 36. `Unser Zeugwart hat mich gefragt, ob ich die Nummer haben möchte. Er hatte dabei, glaube ich, ein wenig den Lukas im Hinterkopf´, kommentierte Chihi die nicht ganz zufällige Parallele zum Kölner WM-Helden. Nicht nur deshalb hoffen viele Kölner auf eine Wiederholung der Ereignisse vor drei Jahren, als der rasante Aufstieg von Podolski den Kölner Abstieg zwar nicht mehr verhindern konnte. Anschließend sorgte `Prinz Poldi´ aber beinahe im Alleingang für den Wiederaufstieg.

Bei einem Testspiel der Kölner U23-Auswahl hatte Trainer Hanspeter Latour den gebürtigen Marokkaner Chihi beobachtet und anschließend ins Trainingslager der Profis eingeladen. `Dort sollte ich die Gelegenheit bekommen zu zeigen, was ich kann´, so Chihi. Das tat er dann auch. Mit acht Treffern in den Vorbereitungsspielen empfahl sich der eher schmächtige Angreifer für höhere Aufgaben und in Kürze seinen ersten Profivertrag unterschreiben. Latour sprach von `der Überraschung der Vorbereitung´ und bezeichnete Chihi als `Rohdiamant´. Bereits in seinem zweiten 45-Minuten-Einsatz platzte beim Stürmer der Knoten, nachdem er zum Saisonauftakt in Augsburg noch eine Riesenchance leichtfertig vergeben hatte. Nicht auf Grund seiner beiden Tore deutete er sein Potenzial an.

Die Tatsache, dass er ihn zur Pause in der Kabine ließ, begründete Latour gelassen: `Ich muss Adil sorgfältig aufbauen. Deshalb halte ich genau die Augen auf.´ Chihi lief bereits 25-mal für die marokkanischen U20-Auswahl auf. Auch für die A-Nationalmannschaft wurde er schon nominiert, kam dort aber bislang nicht zum Einsatz. Deshalb ist Chihi auch für die deutschen Auswahltrainer noch von Interesse. U20-Nationaltrainer Erich Rutemöller und zuvor U19-Coach Frank Engel haben Chihi bereits kontaktiert. `Für Deutschland zu spielen, reizt mich auch, aber entschieden habe ich mich noch nicht´, meinte der Teenager.

Im Alter von einem Jahr war Chihi gemeinsam mit seinen Eltern und vier Geschwistern aus Marokko nach Deutschland gekommen. Bis zu seinem 17. Lebensjahr lebte er gemeinsam mit seiner Familie im Düsseldorfer Stadtteil Eller. Dort spielte er fast täglich auf dem nahe gelegenen Bolzplatz. Die meisten seiner Mitspieler waren weitaus älter, so lernte er schon früh, sich durchzusetzen. Eine Erfahrung, die ihm heute zugute kommt. Gemeinsam mit dem vier Jahre älteren Patrick Helmes bildet Chihi das derzeit jüngste Sturmduo im deutschen Profifußball.

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