BOCHUM: Marcel Koller verlangt ein ordentliches Finale

gp
29. April 2006, 11:26 Uhr

Die dreieinhalb Tage, die VfL-Trainer Marcel Koller seinen Spielern nach der unglücklichen Niederlage gegen Wacker Burghausen genehmigte, sind vorbei! Die Akteure haben die Freizeit genossen, das Gros erholte sich auf der Sonneninsel Mallorca.

Die dreieinhalb Tage, die VfL-Trainer Marcel Koller seinen Spielern nach der unglücklichen Niederlage gegen Wacker Burghausen genehmigte, sind vorbei! Die Akteure haben die Freizeit genossen, das Gros erholte sich auf der Sonneninsel Mallorca. Doch als Koller am Dienstag-Nachmittag pünktlich um 15 Uhr zur ersten Einheit der Woche lud, da wurde den Profis schnell klar, was der Schweizer bei den drei ausstehenden Partien in Aue, gegen Karlsruhe und in Unterhaching verlangt. Konzentration, Engagement und die Meisterschaft der zweiten Liga! So wurde die Übungsstunde dann auch sehr intensiv. Bevor die Bälle erst einmal ausgepackt wurden, hatten Misimovic und Co. schon einen 30-minütigen Ausdauerlauf in den Beinen. Koller: "Sie sollen die Freude über den Aufstieg ruhig mitnehmen, aber jetzt geht es wieder los. Ich verlange, dass sich alle voll konzentrieren. Schließlich wollen wir nicht mit einem Negativ-Erlebnis in die Sommer-Pause gehen."
Und so läuft die Vorbereitung auf die Partie in Aue so professionell ab, wie zuletzt bei allen Auswärtsreisen. Sonntag-Mittag wird trainiert, dann geht es mit dem Flieger in den Osten. Nach dem Match wird noch einmal übernachtet, erst am Dienstag-Vormittag geht es zurück nach Bochum. Koller: "So haben wir uns bei weiten Anreisen immer vorbereitet, wir wollen unsere gute Bilanz in der Fremde weiter ausbauen."
Allerdings muss die stärkste Auswärtsmannschaft der zweiten Liga am Montag auf zahlreiche Stammkräfte verzichten. Pavel Drsek hat wegen einer Sprunggelenk-Verletzung schon seit längerem eine Pause verordnet bekommen. Das gilt jetzt auch für Tommy Bechmann, dessen Knie-Probleme nun endlich ausheilen sollen. Zu den beiden gesellen sich weitere Stammkräfte: Thomas Zdebel sah gegen Burghausen die 15. Gelbe Karte. Das ist Saisonrekord im bezahlten Fußball. Zdebel wandelt dabei auf den Spuren seines Landsmanns Tomasz Hajto, der es im Schalker Dress schon einmal auf 16 Karten brachte. Koller liebt zwar die Leidenschaft, mit der sich sein Kapitän in die Zweikämpfe stürzt, doch mittlerweile ist er nicht mehr bereit, die Kartenflut zu tolerieren. "Einige sind unnötig, ich werde mit ihm reden. So etwas können wir uns in der ersten Liga nicht mehr erlauben."
Für Marcel Maltritz ist die Saison nach seinem Platzverweis gegen Wacker bereits beendet. Doch der Coach mag angesichts dieser Probleme dennoch nicht klagen: "Wir haben schon öfter Ausfälle kompensieren können. Ich glaube, dass uns dies auch in Aue gelingt." Nachdem die Alternative zu Drsek Heiko Butscher heißt, zeichnen sich auch für die anderen Positionen Lösungen ab. So dürfte Fabio Junior für Bechmann stürmen, Martin Meichelbeck in die Innenverteidigung rücken. Im defensiven Mittelfeld spielt Thomas Rathgeber rechts für den nach innen rückenden Daniel Imhof. Koller: "Das hat er schon in München ganz gut gemacht."
Wie schwer die Begegnung in Aue wird, zeigt ein Blick auf die letzten Spiele der Erzgebirgler. Das 3:0 gegen 1860 war genauso beeindruckend, wie der Sieg am vergangenen Wochenende in Braunschweig. Auch im Hinspiel zeigte Aue bei der 0:1-Niederlage eine gute Partie. Koller: "Wir sind gewarnt."

Autor: gp

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