Nach 75 Minuten war am Sonntag an der Braukämperstraße Schluss. Die Partie zwischen dem SuS Beckhausen und Adler Ellinghorst drohte aus dem Ruder zu laufen.

Gelsenkirchen: Abbruch

Versuch der Selbstjustiz nach rüdem Foul?

29. November 2010, 14:40 Uhr

Nach 75 Minuten war am Sonntag an der Braukämperstraße Schluss. Die Partie zwischen dem SuS Beckhausen und Adler Ellinghorst drohte aus dem Ruder zu laufen.

Losgegangen waren die Tumulte zwischen beiden Teams nach einem schweren Foulspiel. Gäste-Kicker Thomas Dudde musste mit einer gebrochenen und einer angebrochenen Rippe ins Krankenhaus. Danach hatte der Schiedsrichter der A-Kreisliga-Partie in Gelsenkirchen offenbar nicht mehr das Gefühl, die Partie vernünftig beenden zu können. RevierSport fragte beide Trainer: [b]"Was war da los?"[/b]

Andreas Albersmann (Trainer SuS Beckhausen):
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Spiel aufgrund des Foulspiels abgebrochen wurde. Da wollte der Schiedsrichter sich nicht zu einlassen, sondern hat auf seinen Sonderbericht verwiesen. Ich hab ihn nämlich darauf angesprochen und gefragt, ob er sich bedroht gefühlt hätte, worauf er antwortete, er hätte das Spiel aufgrund der Tumulte abgebrochen. Das Foulspiel habe ich genau wie der Schiedsrichter nicht gesehen, wir haben dahin geschaut, wo der Ball war. Auf einmal haben sich zwei Spieler beharkt, und wenn der Schiedsrichter dann auf Intervention der Ellinghorster gegen unseren Spieler die Rote Karte zieht, muss er auch konsequenter ahnden, dass dieser Spieler von vier Gegnern gejagt, gewürgt, getreten wurde. Das war dann die Situation, wo der Schiedsrichter den Überblick verloren hat und das Spiel abgebrochen hat. Mein Co-Trainer und ich sind dann auf den Platz gerannt und haben geschlichtet, wir haben alle auseinander gezogen - dann war eigentlich Ruhe und wir hatten die Lage mit vereinten Kräften bereiningt. Erst dann ist der Schiedsrichter zu unserem Spieler gegangen und hat die Rote Karte gezückt. Und anschließend hat er gesagt: 'So, jetzt breche ich das Spiel ab!' Was die anstehende Spruchkammersitzung betrifft: Es kann ja nicht sein, dass wegen eines Foulspiels ein Spiel abgebrochen wird. Die Tumulte sind meiner Meinung dadurch entstanden, dass vier Spieler des Gegners Selbstjustiz üben wollten und nicht den Schiedsrichter haben seine Arbeit tun lassen."

Franco Busu (Trainer Adler Ellinghorst):
"Ich habe die Situation selbst nicht gesehen. Plötzlich waren meine Spieler aufgebracht, da lag einer meiner Spieler und die anderen haben auf einen Spieler von Beckhausen gezeigt, der dann auch weglief. Auf einmal gab es dann ein Gerangel und beide Mannschaften sind aufeinander losgegangen. Wir sind dann auf den Platz gegangen und haben versucht zu schlichten, der Schiedsrichter hat dann vermutlich den Übeltäter auch gesehen und ihm direkt die Rote Karte gegeben. Dann hat der Schiedsrichter aber außer Stande gefühlt, das Spiel weiterzuleiten und die Partie abgebrochen. Wir müssen jetzt vor das Sportgericht und deshalb möchte ich auch nicht beurteilen, ob der Abbruch richtig war. Ich habe versucht meine Spieler zu beruhigen, denn es muss ja wohl ein sehr schweres Foul gewesen sein. Thomas Dudde ist sofort ins Krankenhaus gekommen, er hat sich eine Rippe gebrochen und eine Rippe ist angebrochen. Ich finde, dass das überhaupt passiert ist, ist schon krass genug. Ich möchte mich da ansonsten nicht zu äußern, ich bin eigentlich nur enttäuscht."

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