RS Kommentar: Wer versteckt sich hinter Kontny?

og
21. Mai 2005, 16:20 Uhr

Am Anspruch Professionalität gescheitert! Das ist RWE. Früh aufgestiegen, zeitige Planungssicherheit, ein Vorsprung, der fahrlässig verspielt wurde. Anstatt das Team zu verstärken, wurde Aderlass zugelassen: Sascha Kirschstein, Benny Weigelt, Benny Köhler gingen. Adequater Ersatz? Unsichtbar.

Am Anspruch Professionalität gescheitert! Das ist RWE. Früh aufgestiegen, zeitige Planungssicherheit, ein Vorsprung, der fahrlässig verspielt wurde. Anstatt das Team zu verstärken, wurde Aderlass zugelassen: Sascha Kirschstein, Benny Weigelt, Benny Köhler gingen. Adequater Ersatz? Unsichtbar. Wer 17 Neuzugänge holt und absteigt, hat seine Pflicht nicht getan. Und wer 15 Remis als fragwürdigen Beweis heranzieht, eigentlich doch das Leistungspotenzial für die Liga zu haben, ist naiv. Dankbar nimmt die Diskussion um den Club den Namen Frank Kontny auf, der Sportliche Leiter wird zurzeit wie die Sau durch das Dorf gejagt. Interessant! Präsident Rolf Hempelmann prescht vor, stellt sich geschickt schon selbst in Frage, nimmt so potenziellen Kritikern den Wind aus den Segeln. Tatsache: Für das operative Tagesgeschäft ist der Berufspolitiker sowieso nicht verantwortlich, gegen seine Gesamtdarstellung des Clubs als "Anchorman" ist auch nicht viel zu sagen. Was macht der Rest der "Bosse"? Am Verhandlungstisch saßen auch immer die Vorständler Nico Schäfer und Professor Dr. Markus Buchberger. Bisher ist keine Äußerung von ihnen bekannt, wie sie die Fehlplanungen erklären. Warum wurde nicht reagiert und früh in der Spielzeit zum Rapport gebeten.
Interessant! Das dürfte die Antwort sein, die man bekommt, wenn man die Verantwortlichen fragt, ob Verpflichtungen wie Sandro Schwarz, Silvio Pätz, Peter Foldgast oder Nascimento - stellenweise schlägt die Berufsgenossenschaft die Hände vor das Gesicht - wirklich im Vorfeld von der medizinischen Abteilung abgenickt wurden. Wenn nicht, wer trägt die Verantwortung?
Interessant! Das Verhältnis zwischen Trainerduo Jürgen Gelsdorf, Johan Rieckhof und dem Kader war gespannt, insbesondere der "Co" fiel sehr früh und beängstigend krass bei den Kickern durch das Vertrauens-Sieb. Reaktion? Keine! In der alten DDR wäre Gelsdorf - dessen Draht zu Kontny nach dem 0:1 in Frankfurt eiskalt war - nicht zum Held der Arbeit gekürt worden. Aus dem Kader (!) kam die Aufforderung nach mehr Training, nach qualitativerem Programm. Reaktion? Keine!
Interessant! RWE tummelte sich im Rahmen der Spielermarkt-Sondierung in Skandinavien, während man vor Ort offenbar blind ist, obwohl man sich gerne auf fremden Plätzen zeigt. Die nordischen Verpflichtungen sind ein Armutszeugnis, so einige Scouts, oder die, die sich gerne einmal in der Rolle gefallen und schicke Visitenkarten unter das Volk bringen, dürften sich verirrt haben.
Interessant! Aufpassen sollte man bei der Selbstdarstellung. So tut die medial angebotene Tatsache, dass Neu-Coach Uwe Neuhaus schon mit Hempelmann gemeinsam Silvester feierte, dem 45-Jährigen bestimmt nicht gut. Die Vermutung, der Ex-Profi könnte aufgrund von Vitamin "B" den Job bekommen haben, sollte unbedingt vermieden werden, sonst ist Neuhaus sofort verbrannt, hätte das auch absolut nicht verdient.
In diesem Sinne bewegt die Frage, wer von den Entscheidungsträgern ähnlich angekokelt dargestellt werden sollte. Fakt ist: Wer Kontny jagt, sollte vielleicht den einen oder anderen ebenfalls hinterher treiben. Oder anders: Wer sich hinter Kontny versteckt, fällt bei der Charakterfrage durch.Oliver Gerulat

Autor: og

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