Verschwendung und Fahrlässigkeit in Essen

og/cb
17. April 2005, 18:37 Uhr

Fahrlässigkeit! Einen existenziellen "Dreier" hatte RWE im Sack, um nach dem Derby-Schlusspfiff von Schiedsrichter Michael Weiner gegen RWO kollektiv das Beißholz raus zu holen: 2:2 (0:0) vor 19.000 Zuschauern, von denen eine große Essener Mehrheit gellend pfiff.

Fahrlässigkeit! Einen existenziellen "Dreier" hatte RWE im Sack, um nach dem Derby-Schlusspfiff von Schiedsrichter Michael Weiner gegen RWO kollektiv das Beißholz raus zu holen: 2:2 (0:0) vor 19.000 Zuschauern, von denen eine große Essener Mehrheit gellend pfiff. "Lachhaft", schnauzte Heinz Koch, RWE-Vorstandsmitglied, nachvollziehbar vor sich hin, "das war mehr als fahrlässig. Wie kann man schon nach 50 Minuten auf Zeit spielen, unglaublich."

Zwei Auftritte von Erwin Koen (26., 28.) brachten Essen mit 2:0 in Front, ein Sidney-Schuss roch nach dem 3:0 (36.). Nach der Pause klinkte sich RWE katastrophal aus, Oberhausen dominierte. Lohn: Salif Keita markierte den Anschluss (84.), Marius Baciu egalisierte (90.). Radoslaw Kaluzny (92.) und Tibor Tokody (95.) vergaben noch Großchancen. "Dramatik", schnaufte Essens Coach Jürgen Gelsdorf durch, "in Durchgang eins waren wir besser, die Führung war verdient. Nach der Pause wurde das Resultat verwaltet, RWO agierte sehr gut. Wir kamen nicht mehr hinten raus, sind nicht nachgerückt. Man spürte die Ängstlichkeit." Eugen Hach, RWO-Trainer: "Zum Start lief natürlich nicht alles wie gewünscht, wir zeigten dumme Fehler, lagen folgerichtig verdient zurück."

RWE verschwendete ein erstes Klassenerhalts-Endspiel vor dem Knaller gegen Aachen am kommenden Freitag, 19.April (19 h, Georg Melches-Stadion) - ein Termin, bis zu diesem im Club noch viel passieren könnte. Gelsdorf: "Hätten wir das dritte Tor gemacht, wäre RWOs Moral gebrochen gewesen." Hätte, wenn und aber. Gelsdorf weiter: "Allerdings ist Oberhausen keine Landkundschaft, die man einfach weg haut." Dazu war RWE im zweiten Abschnitt nie in der Lage. Gelsdorf genervt: "Dabei führten wir 2:0, besser ging es doch eigentlich nicht. Der Halbzeitpfiff war tödlich für uns." Hachs Fazit: "Der zweite Durchgang war sensationell, wir sind in einem Hexenkessel zurück gekommen. Gegen 1860 müssen wir den Zähler vergolden." Und Gelsdorf? "Ich bin unzufrieden mit unserem taktischen Verhalten. Es traute sich keiner etwas zu." In der Tat, selbst bei Standards fand sich die "lange Garde" nicht im RWO-Strafraum ein. Gelsdorf: "Der Ausgleich fiel wie gegen Frankfurt." Geschichte wiederholt sich!

RWE: Renno - Haastrup (24.Kück), Ristau, Karlsson, Sidney -Bilgin, Kaluzny, Yildirim - Lintjens (89.Schwarz), Koen - Kioyo (62.Schoof)
Oberhausen: Adler - Costa, Cichon, Baciu - Salifou (64.Tokody), Montero (58.Wimmer), Keidel (69. Chiquinho), Haeldermans, Rietpietsch - Keita, Frommer
Schiedsrichter: Michael Weiner (Ottenstein) Tore: 1:0 Koen (26.), 2:0 Koen (28.), 2:1 Keita (84.), 2:2 Baciu (90.) Zuschauer: 19.000 Gelbe Karten: Sydney (2), Bilgin - Rietpietsch (5/4), Baciu (4), Costa (3)

Autor: og/cb

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