Rechtsanwalt Christof Wieschemann ist Mitglied des Schiedsgrichtes des VfL und führte am Montag durch den juristischen Teil der Bochumer JHV.

VfL-Rücktritt

Mitglieder wollen Altegoer abhalten

derwesten
05. Oktober 2010, 17:33 Uhr

Rechtsanwalt Christof Wieschemann ist Mitglied des Schiedsgrichtes des VfL und führte am Montag durch den juristischen Teil der Bochumer JHV.

Im Interview spricht der Jurist über den Rücktritt von Werner Altegoer.
Herr Wischemann, ist der Rücktritt des nicht entlasteten Aufsichtsrats eigentlich rechtlich koscher?

Christof Wieschemann: Ja, auf jeden Fall. Im Gegensatz zum Vorstand, darf ein Aufsichtsrat darf jederzeit zurücktreten. Selbst wenn der Aufsichtsrat nicht entlastet wird, kann er diesen Schritt machen, wenn ihm beispielsweise das Vertrauen fehlt.

Von Vertrauen kann nach diesem Abend eigentlich nicht mehr gesprochen werden.

Wieschemann: Die Mitglieder des VfL Bochum wollten ja auf dieser Jahreshauptversammlung eigentlich was völlig anderes. Der Vorstand sollte abgestraft werden, dass aber so reagiert wird, mit einem Rücktritt, konnte niemand vorhersehen.

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Der Rücktritt von Werner Altegoer und seinen Vertrauten war sehr emotional und spontan. Haben Sie so eine Entscheidung überhaupt in Erwägung gezogen?

Wieschemann: Es war eine spontane Reaktion, die so nicht abgesprochen war. Nicht mit mir und nicht mit den anderen Aufsichtsratsmitgliedern. Einzige Horst Christopeit, Volker Goldmann und Heinz Hossiep, für die er auch gesprochen hat, waren eingeweiht.

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Wie bewerten Sie den Rückzug Altegoers?

Wieschemann: Persönlich bedauere ich seine Entscheidung außerordentlich. Es ist ein schwerer Verlust für den Verein. Ich habe nach der Jahreshauptversammlung mitbekommen, wie viele Mitglieder nach vorne zum Podium gekommen sind, um mit Werner Altegoer zu sprechen und ihn davon zu überzeugen, sich das noch einmal zu überlegen.

Haben Sie mit so einer explosiven Stimmung gerechnet?

Wieschemann: Wir haben mit Kritik gerechnet, aber der Verein hat sich ja in den vergangenen Wochen auch geöffnet. Wir wollten zum Beispiel gerne die Satzungsdiskussionen mit den Mitgliedern diskutieren und haben im Vorfeld viele Gespräche geführt unter anderem mit den Initiatoren von „Wir sind VfL“. Wir wollen diese Gespräche auch jetzt noch gerne weiterführen.

Wie geht es jetzt weiter für den VfL Bochum?

Wieschemann: Fans, Sponsoren, Presse, Spieler und der gesamte Verein muss jetzt wieder zusammenfinden und die große Kluft, die besteht, überwinden. Ich glaube, und das hat man gestern gemerkt, die Bereitschaft ist bei allen Parteien vorhanden. Unter anderem kann die Neugestaltung der Satzung auch eine Chance sein, wieder eine Einheit herzustellen. Ich bedauere sehr, dass nach der Veranstaltung am Montag dieser positive Prozess der vergangenen Monate jetzt abgebrochen und wurde.

Aber wie geht es weiter auf der Führungsebene des Vereins?

Wieschemann: Das hängt davon ab, wie und wann sich der Verein äußert. Auf der vereinseigenen Homepage war nur zu lesen, dass Vorstand und Aufsichtsrat eine Nacht über die Geschehnisse schlafen wollen.

Und rein rechtlich?

Wieschemann: Es muss eine Neuwahl der ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitglieder geben. Aus deren Mitte übernimmt dann einer den Vorsitz. Letztlich wird es eine Nachwahl werden wir bei Frank Goosen.

Was meinen Sie, gibt es ein Zurück für Werner Altegoer?

Wieschemann: Nein, ich glaube nicht. Ich schätze Herrn Altegoer vor allem für seine gradlinige Art und ich denke, dass das ein Attribut ist, was dagegen spricht.

Autor: derwesten

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