RWO: Geschockter Aliaj mit Trainings-Comeback

cb
16. November 2004, 10:18 Uhr

Die Diagnose der Verletzung von Adrian Aliaj war für viele unbekannt.Nur eines war klar: Der Albaner fällt für Wochen aus, absolute Ruhe hat oberste Priorität. Sein letztes Match für die „Kleeblätter" absolvierte er am 19. September gegen Burghausen.

Die Diagnose der Verletzung von Adrian Aliaj war für viele unbekannt. Stressödem im Bereich der Wirbelsäule. Nur eines war klar: Der Albaner fällt für Wochen aus, absolute Ruhe hat oberste Priorität. Sein letztes Match für die „Kleeblätter" absolvierte der albanische Nationalspieler am 19. September gegen Burghausen.

Seit Donnerstag steht der Linksverteidiger wieder auf dem Trainingsplatz. „Es waren harte Wochen in der Reha in Düsseldorf", berichtet der Genesene, „jetzt habe ich mich einfach gefreut, wieder bei der Mannschaft auf dem Platz sein zu dürfen." Die Erfahrung, wochenlang Zuschauer zu sein, war für Aliaj völlig neu: „Ich bin fast verrückt geworden, seit sieben Jahren hatte ich keine Verletzung. Ich kannte diese Situation nicht, es ist mir sehr schwer gefallen, ruhig zu bleiben."

Ablenkung bekam der ehemalige Lütticher aber von der Familie, während der Ausfall-Zeit wurde Aliaj zum dritten Mal Vater, Sohn Marco wurde geboren. „Gestern wurde er drei Wochen alt", strahlt der Defensiv-Kicker, wenn er auf seinen Sprössling angesprochen wird, „es ist alle super. An der Verletzung war es das einzig positive, dass ich in den letzten Tagen viel bei meiner Familie sein konnte." Nun beginnt er
wieder mit der Arbeit, wobei sich Aliaj gleich ehrgeizige Ziele steckt. „Ich will dem neuen Trainer zeigen, was ich kann. Er hat gesagt, er braucht alle Spieler Vielleicht reicht es für mich ja schon für einen Kurzeinsatz gegen Fürth am nächsten Freitag."

Und wenn nicht, wird Aliaj von der Bank aus mitfiebern, fordert er doch. „Wir befinden uns in einer ganz schwierigen Situation. Wir müssen alle zusammenrücken." Die Partie am Freitag in München kam für den dreifachen Familienvater natürlich noch zu früh. Die 90 Minuten wurden vor dem Fernseher verfolgt. „Normalerweise erkundige ich mich erst nachher, wie die Partie lief. Es ist schlimm, alles im Fernsehen zu verfolgen.

Aber die Partie bei 1860 habe ich mir angeschaut. Nur nicht zuhause. Bei drei Kindern geht das nicht, ich kann nicht ruhig bleiben." Vor dem Match verkündete Aliaj: „Ein so wichtiges Spiel. Ich denke positiv, weil ich gegen Essen bereits eine andere Mannschaft auf dem Feld gesehen habe." Nach der Begegnung an der Grünwalder Straße, die Aliaj im Hause von Ersatz-Keeper Matko Kalinic verfolgte, merkte man, wie entsetzt der Akteur über die Geschehnisse im TV war. „Das war mehr als eine Katastrophe. Ich bin sprachlos, weiß nicht, was ich noch sagen soll. Es tut einfach weh, auch Erfurt hat noch gewonnen."

Autor: cb

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