RWE: Gelsdorf: Nichtkämpfer zuhause bleiben

og
07. November 2004, 13:12 Uhr

Derby-Knistern! Genau das verspürt RWE vor dem heutigen Gang zum "Farben-Vetter" Oberhausen (15 h, Niederrheinstadion). Auswärtsathmosphäre wird nicht pur aufkommen, RWE wird wohl die Fan-Dominanz ausüben.

Derby-Knistern! Genau das verspürt RWE vor dem heutigen Gang zum "Farben-Vetter" Oberhausen (15 h, Niederrheinstadion). Auswärtsathmosphäre wird nicht pur aufkommen, RWE wird wohl die Fan-Dominanz ausüben. Ein Grund mehr, die kärgliche Ausbeute von einem Pünktchen (1:1 in Trier) bei Gastspielen endlich aufzupeppen. "Das Ziel ist doch jedem klar", zickt Essens Coach Jürgen Gelsdorf auch nicht großartig herum. Ergo: Nach dem verdienten und psychologisch alle Protagonisten sichtlich entspannenden 2:0-Erfolg über Saarbrücken soll endlich in den folgenden 90 Minuten nachgelegt werden. Grund genug, beim Fußball-Lehrer einmal näher nachzufragen.

Jürgen Gelsdorf, kippt der Auswärtsbock?
Das Ziel ist doch jedem klar, wir wollen endlich auch auswärts etwas holen. Wir lieferten gute bis sehr gute Heimauftritte ab. Vor allen Dingen der letzte Dreier, der auch noch zu Null eingefahren wurde, hat den Glauben in meinem Team wieder verfestigt, dass es einiges erreichen kann.

Nachlegen auf fremdem Terrain!
Dass die Auswärts-Darbietungen noch nicht ausreichten, wissen wir selbst. Wir wollen die überzeugenden Ansätze der Matches in Trier und auch beim MSV sowie der ersten Halbzeit beim KSC endlich über 90 Minuten bestätigen. In Dresden haben wir gut gestanden, es lief nur zu wenig nach vorne. Erst in Unterzahl konnten wir richtig Druck entwickeln.

Genügend eigene Fans werden im Niederrheinstadion sein.
Das ist schon ein anderes Auswärtsspiel, Unterstützung kriegen wir nicht, wenn wir hinten drin stehen. Fest steht, eine Treterei erwarte ich nicht, allerdings kann jeder zuhause bleiben, der meint, das heutige Match wird nicht über die Zweikämpfe entschieden. Schiedsrichter Dr. Merk wird ohne Zweifel rigoros pfeifen.

RWO haben Sie oft genug gesehen.
Eine erfahrene Truppe, die Akteure haben stellenweise in der ganzen Welt agiert. Schon komisch, die ganze Zeit beobachten wir RWO, pünktlich zu unserem Aufeinandertreffen wird aber der Trainer gewechselt. Aber wir wissen, was auf uns zu kommt. Dass wir einen guten Ball spielen können, haben meine Jungs bewiesen. Jetzt müssen wir auch körperlich dagegen halten.

Das Training sah dementsprechend aus.
Richtig, das Taktische wurde ein wenig zur Seite gelegt, wir haben Wert auf hohe Intensität bei den Zweikämpfen gelegt. Am Freitag habe ich noch einen Ausdauerlauf dazwischen geschoben. Am Sonntag gebe ich meine Aufstellung bekannt.

Wer spielt die Rolle des gesperrten Sidney?
Ich habe mir meine Gedanken gemacht, André Wiwerink oder Stefan Hoffmann sind zwar auch keine Linksfüße, stehen aber zur Debatte. Ramazan Yildirim eher nicht, er hat sich im defensiven Mittelfeld festgespielt, fühlt sich dort prima wohl, hält Bjarne Goldbaek mit seinem enormen Einsatz den Rücken frei. Marcus Wedau ist wieder dabei, auch Sven Lintjens ist vielseitig, warten wir einmal ab. Hinten vertraue ich auf jeden Fall wieder der Dreierkette...

...mit Hilko Ristau, Marco Kück, Philipp Haastrup...
die Jungs haben das gegen Saarbrücken sehr gut gemacht. Insgesamt stand die Truppe mit dem Rücken zur Wand, hat sich aber super aus der Situation herausgekämpft.

Sie könnten den Schein der roten Laterne in Oberhausen weiter erhellen.
Alle Clubs legen die Basis in der Hinrunde, entschieden wird alles erst nach dem Winter. Aber die Reaktion vor dem Saarbrücken-Match waren doch verständlich, es ist unangenehm, diese Laterne zu haben. Dementsprechend wollen wir jetzt das nächste Erfolgserlebnis hinkriegen. Das heutige Derby und das folgende Auswärtsspiel in Aachen sind heftige Aufgaben, aber da müssen wir durch.

In der wohl entscheidenden Phase am Ende der Spielzeit folgen dementsprechend zwei Heimspiele in Folge.
Genau das ist doch dann unser Vorteil. Wichtig ist, die Fans müssen Vertrauen ins Team haben. Das Derby hat dabei ohne Zweifel eine besondere Bedeutung, die Anhänger wollen, dass wir uns unbedingt gut aus der Affäre ziehen.

Autor: og

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