Fingerspitzengefühl! Genau das ist notwendig, wenn sich der Sportliche Leiter Frank Kontny und Coach Jürgen Gelsdorf mit der Kaderverstärkung befassen.

RWE: Hauswald nach Berlin, Gudjonsson: "Nach Urlaub"

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28. Juni 2004, 20:27 Uhr

Fingerspitzengefühl! Genau das ist notwendig, wenn sich der Sportliche Leiter Frank Kontny und Coach Jürgen Gelsdorf mit der Kaderverstärkung befassen.

Fingerspitzengefühl! Genau das ist notwendig, wenn sich der Sportliche Leiter Frank Kontny und Coach Jürgen Gelsdorf mit der Kaderverstärkung befassen. Namen wurden bestätigt. Die Schiene VfL Bochum wird begangen, Thordur Gudjonsson, Offensiv-Allrounder und isländischer Nationalspieler, ist im Visier. "Wir müssen abwarten, noch ist nichts spruchreif", grübelt Professor Dr. Markus Buchberger, neues Vorstandsmitglied bei RWE und beim Festzurren der Vertragsmodalitäten als Sportanwalt federführend. Buchberger erläutert: "Als anfragender Verein liegt nicht alles in unserer Hand." Klar, mit dem 30-jährigen Nordlicht sollte man in den Diskussionen um eine Kooperation intim werden, jetzt geht es darum, mit dem VfL einen Konsens zu finden, dort steht Gudjonsson noch bis 2006 unter Vertrag, ist allerdings nicht erste Wahl. Eine aufgerufene Ablöse würde total überraschen. "Nach meinem Urlaub wird man dazu weiter etwas sagen können", formuliert der offensive Allrounder, der nach dem Sonnentanken in Florida noch einen Abstecher nach Rom absolviert.
Bruder Bjarni, gleichfalls Nationalspieler, hat RWE auch zur Kenntnis genommen, "allerdings geht es erst einmal primär um Thordur", wie Buchberger, am Samstag für einen Tag an der holländischen Nordseeküste in Zandvoort, abnickt. Sein Fazit: "Es ist noch offen, wir gehen das in Ruhe weiter an."
Etwas entspannter kann auch Mark Komade in die Zukunft blicken, das drohende Szenario, ab dem 1.Juli als Fußballprofi keine Aufenthaltsgenehmigung mehr zu haben und den Flieger zurück in sein Heimatland Ghana nehmen zu müssen, wurde entkräftet. Der 20-Jährige hat nun mindestens bis Ende September Zeit, seine Zukunft in Ruhe anzugehen.
Grübelnd sieht man Carsten Baumann. "Ich weiß nicht, ob es mit mir in Essen weiter geht, schade, RWE würde kein Risiko eingehen, ab September stünde dann ein weiterer Akteur zur Verfügung." Die Spekulationen schießen natürlich weiter ins Kraut, RWE sucht stürmisch, sofort platzen die Namen rein - Beispiel gefällig: Ahlens Cyrille Bella. Kontny: "Vergessen." Natürlich durfte sich ein Martin Hauswald über den bestehenden 2005-Zweitliga-Vertrag an der Hafenstraße freuen, nur der Glaube fehlte, dass Hauswald wirklich erwogen würde. Ergo: Die Karte Münster, wo der Dribbler in der Regionalliga-Rückrunde gut einschlug, sollte stechen. "Mich würde überraschen, wenn er nicht zum uns kommt", definierte Stefan Grädler, SCP-Geschäftsführer und fiel doch aus allen Wolken. Die Einigung mit Essen sollte kein Problem sein und "in Kürze erfolgen." These: Schlau von Münster, es wäre auch schlau von Hauswald. Allerdings trumpfte Union Berlin auf, dort signierte der gebürtige Dresdner - auch nicht unintelligent vom Attackemann.
In Münster hat Sven Fischer aktuell keine Trumpf-Karten (Grädler: "Keine Priorität"), so dass Süd-Aufsteiger Darmstadt 98 mit Coach Bruno Labbadia greifen könnte. Stefan Nachtigall springt zum WSV ab. Kontny: "Schön für Stefan, es wäre nicht zu rechtfertigen, ihn bei uns ständig in der Landesliga auflaufen zu lassen." Anders bei Igor Denysyuk, der vom SV Schermbeck zurück kommt, und "als verlängerter Arm von Coach Harry Kügler die superjunge Truppe führen soll", erklärt Kontny.
Klar ist, am Montag, 5.Juli, startet der Aufsteiger mit dem Vorbereitungsprogramm, bereits am 6.Juli geht die Fahrt ins Trainingslager nach Bad Zwischenahn, wo noch drei Tschechen (RS berichtete) unter die Lupe genommen werden. Den stürmischen Blick hat Kontny sowieso, für jedes Auge einen.

Autor: og

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