Zwei Strafanzeigen und ein Team, das das Feld vorzeitig verlässt. Das waren die traurigen Höhepunkte des Spiels zwischen dem SV Leithe und VfB Wacker Steele.

Spielabbruch in Essen

"Sollen wir uns kaputt treten lassen?"

Stefan Döring
06. September 2010, 15:28 Uhr

Zwei Strafanzeigen und ein Team, das das Feld vorzeitig verlässt. Das waren die traurigen Höhepunkte des Spiels zwischen dem SV Leithe und VfB Wacker Steele.

Nach der 7:1 Führung dachten alle, dass das Spiel ohne Aufregung zu Ende geht. Weit gefehlt. Es kam gut 20 Minuten vor Schluss zu einer Rudelbildung, bei auch der die Fäuste flogen. Zwei Spieler stellten bei der Polizei sogar Strafanzeige wegen Körperverletzung. RS fragte nach: [b]Was war da los?[/b]

Frank Winkler (Trainer SV Leithe):
„In der 63. Minute haben wir bereits mit 7:1 geführt. Dann kam es im Mittelfeld, an der Außenlinie, in einem Zweikampf zu einer Hakelei. Zu diesem Zeitpunkt war unser Sieg schon gar nicht mehr in Gefahr, dennoch ließ sich einer meiner Spieler darauf ein und er flog mit Rot vom Platz. Daraufhin, kam es, wie man es aus der Bundesliga auch kennt, zu einer 'Rudelbildung'. Dabei gab es die ein oder andere Schubserei, wobei einer meiner Spieler auch noch mit Rot vom Platz musste, weil er den Gegner beleidigt hat. Auch ein Spieler von Wacker Steele hat ist in dieser Situation Gelb-Rot wegen Meckerns bekommen. Der Schiedsrichter hatte die Situation die ganze Zeit unter Kontrolle, er wollte auch weiterspielen lassen. Allerdings sind die Spieler von Wacker geschlossen vom Platz gegangen. Das habe ich nicht verstanden, da Rote Karten schon einmal vorkommen können. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass ich solche Aktionen gutheiße. Wahrscheinlich hatten sie bei dem Spielstand keine Lust mehr.“

Uwe Konrads (Fußballobmann VfB Wacker Steele):
„Nachdem wir wirklich schon deutlich zurücklagen, kam es an der Seitenlinie zu einem Trikotzupfer. Daraufhin sind völlig unerwartet die Fäuste geflogen. Zwei Spieler von uns lagen deswegen sogar am Boden. Wir hatten das Gefühl, dass der Schiedsrichter die Situation nicht im Griff hatte. Deswegen sind einige unserer Spieler in die Kabine gegangen, etwas später dann auch der Rest des Teams, weil es schließlich keinen Sinn macht, nur mit 6, 7 Spielern weiterzumachen. Der Trainer und Ich wollten das Team noch wieder auf den Platz schicken, da kamen dann Sätze zurück wie: ‚Sollen wir uns hier heute kaputt treten lassen?’. Deswegen wurde das Spiel dann abgebrochen. Unsere Spieler, die durch die Faustschläge getroffen wurden, habe direkt Anzeige erstattet. Nun rechne ich damit, dass unser Verein aber von der Spruchkammer bestraft wird, obwohl wir mehr Opfer als Täter sind.“

Autor: Stefan Döring

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