Pavel Drsek war die Erleichterung anzusehen.

DUISBURG: Pavel Drsek will sich auf MSV konzentrieren

rl
23. Februar 2004, 13:45 Uhr

Pavel Drsek war die Erleichterung anzusehen. "Dieser Sieg war für uns so wichtig. Jetzt konnten wir die Distanz zu den Abstiegsplätzen erst mal verringern und können befreiter in die nächsten Partien gehen", sagte der Duisburger Innenverteidiger nach dem 2:0-Erfolg über Trier.

Pavel Drsek war die Erleichterung anzusehen. "Dieser Sieg war für uns so wichtig. Jetzt konnten wir die Distanz zu den Abstiegsplätzen erst mal verringern und können befreiter in die nächsten Partien gehen", sagte der Duisburger Innenverteidiger nach dem 2:0-Erfolg über Trier. Fast genauso wichtig wie die nackten drei Punkte war ihm die Tatsache, dass der MSV zum zweiten Mal in Folge ohne Gegentor blieb - und Drsek daran seinen Anteil hatte.
In den letzten Wochen durchlebte der Tscheche ein wahres Wellental. In der Regel der zuverlässigsten einer, patzte Drsek zum Rückrundenstart in gleich zwei Partien. Gegen Unterhaching leitete sein missglückter Befreiungsschlag die 0:1-Niederlage ein, in Lübeck war es ein Fehlpass, der dem Kontrahenten den Treffer zum 1:1-Endstand ermöglichte. "Ich war einfach nur schlecht, das hat Punkte gekostet und darf mir nicht passieren", klagte Drsek. In Regensburg konnte er seine Fehler zumindest halbwegs korrigieren. Beim 5:0-Erfolg gelang dem Innenverteidiger ein Doppelpack. Und vorgestern erledigte er seinen Part trotz kleinerer Unsicherheiten insgesamt zuverlässig.
Drsek ist nach dem jüngsten Saisonverlauf vorsichtig geworden. In der Tabelle schaut er eher nach unten denn nach oben. "Wir müssen die Distanz zu den Abstiegsrängen unbedingt größer gestalten. Die Liga ist so ausgeglichen, dass da fast jeder reinrutschen kann", sagt er. Für ihn sei es ein "purer Horror", dass er sich überhaupt wieder mit dem Thema Klassenerhalt beschäftigen muss. "Ich bin schon einmal mit dem MSV abgestiegen. Das war ein schreckliches Erlebnis, das ich nicht noch mal haben möchte", erinnert sich Drsek an die Saison 1999/2000, als er zum MSV kam und direkt mit runter die zweite Liga musste. "Damals konnte ich nicht viel dafür, weil ich erst spielte, als der Abstieg schon fast besiegelt war. Jetzt will ich aber alles daran setzen, um den Absturz in die Regionalliga zu verhindern", sagt er.
Für den Tschechen, der mittlerweile in Duisburg heimisch geworden ist, ist das sowohl eine Kopf- als auch eine Herzenssache. Man mag es dem Abwehrrecken abnehmen, wenn er sagt, dass er emotional am MSV hängt. "Ich bin jetzt im fünften Jahr hier. Das ist eine lange Zeit, für die Zebras will ich alles geben", sagt Drsek und bekräftigt, dass das ganz wichtig für ihn sei.
Deshalb habe er alle Wechselgedanken zunächst auf Eis gelegt. Vor einem Jahr hatte Drsek noch angekündigt, möglichst schnell in die Bundesliga zu wollen. Der VfL Bochum bekundete großes Interesse. Drsek hatte aber noch einen Vertrag und eine Achillessehnen-Verletzung beendete Ende März 2003 alle vorzeitigen Bundesliga-Träume. Erst im August konnte der Tscheche wieder spielen. Es dauerte, bis er seine ursprüngliche Sicherheit zurück gewonnen hatte, der MSV unterstützte ihn in dieser Zeit nachhaltig. "Das vergesse ich nicht", sagt Drsek.
Wenn man ihn heute auf die Bundesliga anspricht, dann äußert sich Drsek eher zurückhaltend. "Das regelt mein Anwalt, ich weiß gar nicht, ob es Anfragen gibt", sagt der Verteidiger. Und wenn es welche geben sollte, wolle er sich damit nicht belasten. "Ich habe meinem Anwalt gesagt, dass er mich zunächst in Ruhe lassen soll. Ich möchte mich voll auf den MSV konzentrieren", erzählt Drsek, der in Bochum nicht in Vergessenheit geriet. Im Mai oder Juni könne man immer schon schauen, was die Zukunft bringe. Vielleicht ist er dann schon mit den Zebras aufgestiegen.

Autor: rl

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