Joachim Löw sagte nichts, doch manchmal zählen Geste mehr aus tausend Worte.

Zwei Tore, eine Vorlage, tolle Leistung

30. Januar 2007, 10:36 Uhr

Joachim Löw sagte nichts, doch manchmal zählen Geste mehr aus tausend Worte.

Joachim Löw sagte nichts, doch manchmal zählen Geste mehr aus tausend Worte. Mit zufriedener Miene verließ der Bundestrainer am gestrigen Nachmittag die Frankfurter Arena. Auf dem Feld hatte er keinen aktuellen deutschen Nationalspieler gesehen, sein Besuch diente wohl eher der Sichtung möglicher Perspektiv-Kicker auf dem Weg zur Europameisterschaft 2008.

Nicht nur Löw, sondern jeder der 51.500 Zuschauer im Stadion hatten einen Mann registriert, der sich vehement für eine Einladung in den DFB-Kader aufdrängte: Kevin Kuranyi. Er, der das WM-Jahr 2006 noch als Phase der größten sportlichen Enttäuschung verdauen musste, scheint nun wieder auf dem Weg zurück in den erlauchten Kreis. "Ich bin froh, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben", blieb Kuranyi im Moment des stillen Triumphes bescheiden. Die Antwort, ob er sich für Löw und die Nationalelf empfohlen hätte, mochte der Stürmer nicht gerne hören. "Ich brauche mich nicht zu zeigen, sondern will nur für Schalke meine Leistung bringen", reagiert Kuranyi noch mit einer Mischung aus Zurückhaltung und Trotz auf dieses Thema.
Auch Trainer Mirko Slomka ist der Meinung, sich für den gerne von ihm gestützten Schützling "nicht stark machen zu müssen". Mit Löw habe er "in der der Woche telefoniert und ihn über Kevins gute Trainingsleistungen informiert", teilte der Fußballlehrer mit. "Und ich hoffe, dass er die Leistung in Frankfurt honoriert."

Bis es so weit ist, verfolgt Kuranyi nur ein Vorhaben. "Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass wir zusammenhalten", betonte der Doppeltorschütze. "Das haben wir gezeigt. Entscheidend war, dass alle gekämpft haben und wir uns das Spiel nicht aus der Hand haben nehmen lassen."

Doch wer Meister werden will, sollte den einen oder anderen deutschen Nationalspieler in seinen Reihen führen. Fabian Ernst ist zunächst kein Kandidat, Gerald Asamoah muss erst einmal wieder trainieren und für Manuel Neuer ist die Zeit noch nicht gekommen. Kuranyi wäre der erste Anwärter auf eine Nominierung, die bei anhaltend guten Vorstellungen sicher automatisch kommen wird.

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