BOCHUM: "Neuzugang" Tommy Bechmann mit angezogener Handbremse

gp
11. Januar 2007, 21:06 Uhr

Als Marcel Koller gestern in der Früh noch in der Morgendämmerung zum Lauftraining bat, da kurvte Tommy Bechmann schon wieder zum Ausgang des Platzes und joggte zurück zum Hotel.

Als Marcel Koller gestern in der Früh noch in der Morgendämmerung zum Lauftraining bat, da kurvte Tommy Bechmann schon wieder zum Ausgang des Platzes und joggte zurück zum Hotel. Auch bei der Vormittagseinheit musste der Däne pausieren. Schon in Bochum hatte sich Koller um seinen "Neuzugang", Bechmann war nach einem Knorpelschaden im Knie fast die komplette Hinrunde ausgefallen, gesorgt. Nach den ersten Trainingseinheiten stellte sich heraus, dass die Belastung für Bechmann noch zu hoch war.

Doch Vereinsarzt Dr. Karl-Heinz Bauer sieht keinen Grund für große Sorgen: "Das ist eine völlig normale Reaktion. Das war zu erwarten." Ähnliches hatte auch der dänische Operateur dem Angreifer vor seiner Rückkehr Anfang Januar nach Deutschland mit auf den Weg gegeben. Bechmann: "Ich muss halt die Belastung nach Rücksprache mit der medizinischen Abteilung dosieren. Aber ernsthafte Gedanken muss ich mir nicht machen."

Und doch, wer sieht, wie sich Koller nach der Rückkehr vom Mannschaftstraining sorgenvoll bei seinem Stürmer nach dessen Befinden erkundigte, der weiß schon, wie wichtig ein gesunder Däne für das Team wäre. Koller sieht in Bechmann nämlich nach seinen Erfahrungen des letzten Jahres "eine Bereicherung und einen absoluten Leistungsträger".

Bechmann ist gewillt diesen Weg noch konzentrierter anzugehen. "Wenn ich gesund bin, gehe ich von noch mehr Spielanteilen aus. Mein Vertrag läuft bis 2008, derzeit mache ich keine Gedanken um die Zukunft, sondern kümmere mich ausschließlich um die Gegenwart." Dabei hilft es ihm, dass Verein und Fans grenzenloses Vertrauen zeigen, das hat er sich nach der letzten Winterpause hart erarbeitet. Keinen Gedanken verschwendet er momentan an die Dänische Nationalmannschaft: "Es war schon kurios, zeitgleich mit meiner OP kam die erste Einladung, aber ich denke derzeit zu hundert Prozent an den Club."

Klare Aussagen des 25-Jährigen, der sich mit anderen Antworten schwerer tut. Denn auf die Frage, wann er seine langjährige Freundin Louise endlich zum Traualtar führt, wird der so muntere Däne viel zurückhaltender: "Ich bin noch so jung, das hat noch Zeit." Aber allzu lange wird es wohl nicht mehr dauern, schließlich wird Sohn Harald-Oliver im Frühjahr zwei Jahre alt. Bechmann: "Irgendwann wird es schon soweit sein. Lasst mir noch ein wenig Zeit, ich muss ja erstmal meine Feundin fragen." Bei allen Strapazen des Trainingslagers und allen Wehwehchen im Knie, seinen Humor hat Bechmann nicht verloren und spätestens mit seinem spektakulären Pokaltreffer ist die Zuversicht gewachsen, dass auf der Anzeigetafel der Name Bechmann wieder regelmäßig als Torschütze aufleuchtet.

Autor: gp

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