Als Peter Pander in den Kellerräumen des Gottlieb-Daimler-Stadions den Weg aus der Krise aufzeigen wollte, karikierte der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach unfreiwillig den Begriff Durchhalteparolen.

Gladbach karikiert sogar die Durchhalteparolen

27. November 2006, 11:24 Uhr

Als Peter Pander in den Kellerräumen des Gottlieb-Daimler-Stadions den Weg aus der Krise aufzeigen wollte, karikierte der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach unfreiwillig den Begriff Durchhalteparolen.

Als Peter Pander in den Kellerräumen des Gottlieb-Daimler-Stadions den Weg aus der Krise aufzeigen wollte, karikierte der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach unfreiwillig den Begriff Durchhalteparolen. Nach dem 0:1 (0:1) der Rheinländer beim VfB Stuttgart verbreitete Pander in loser Reihenfolge Sätze wie `wir lassen uns nicht unterkriegen´, `wir werden die Ärmel hochkrempeln´ und `niemand wird den Kopf in den Sand stecken´. Doch als ob sich diese Aussagen nicht schon alleine wie ein Offenbarungseid anhörten, setzte Trainer Jupp Heynckes noch einen drauf und sprach davon, dass `auch wieder bessere Zeiten kommen werden´. Angesichts der Ausbeute von nur einem Punkt aus den vergangenen sieben Spielen sowie solcher Äußerungen dürfte den Fans der Borussia, die nur noch einen Punkt vor einem Abstiegsplatz liegt, Angst und Bange werden. Dagegen muss Heynckes trotz der neunten Niederlage (Liga-Höchstwert) offenbar keine Angst vor dem Verlust seines Arbeitsplatzes haben.

`Ich sehe keinen Grund, warum dies anders sein sollte. Die Mannschaft ist nicht auseinandergebrochen und die Kommunikation zwischen Trainer und Team ist da´, antwortete Pander auf die Frage, ob der Weltmeister von 1974 auch in den ausstehenden drei Hinrunden-Partien auf der Bank sitzen werde. Auch in anderen Personalfragen war Pander zurückhaltend. `Wir werden die Runde jetzt erstmal in Ruhe zu Ende spielen und dann werden wir ganz genau schauen´, meinte der Manager in Bezug auf mögliche Neuzugänge in der Winterpause. Angesichts der Leistung vor 53.000 Zuschauern in Stuttgart bleibt den Verantwortlichen der Gladbacher aber wohl gar keine andere Wahl, als noch einmal auf dem Transfermarkt tätig zu werden. Nach dem frühen Rückstand durch das fünfte Saisontor des Brasilianers Cacau (6.) fand die Borussia bis Mitte der zweiten Halbzeit so gut wie nicht statt.

Erst als die Stuttgarter auf Grund ihrer mangelhaften Chancenauswertung zur Ergebnis-Verwaltung übergingen, erarbeiteten sich die bis dahin erschreckend schwachen Gäste in den letzten 20 Minuten einige Möglichkeiten zum Ausgleich. Während die Borussen auf die Vorstellung in der Schlussphase aufbauen wollen, müssen sich die Schwaben nicht auf solch schwache Hoffnungen verlassen. Der VfB bleibt Spitzenreiter Schalke 04 bei nur zwei Zählern Rückstand auf den Fersen. Dennoch üben sich die Verantwortlichen in Bescheidenheit und schauen lieber nach unten als noch oben. `Wichtig ist, dass wir jetzt ein Polster von sieben Punkten auf Platz sechs haben. Das brauchen wir und nur das zählt´, meinte Team-Manager Horst Heldt.

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