Beim Bonner SC ist der Haussegen in den vergangenen Wochen und Tagen gehörig in Schieflage geraten. Sogar ein Spielerstreik steht jetzt im Raum.

BSC: Schiefer Haussegen

"Können die Spieler zu nichts zwingen"

27. Mai 2010, 16:37 Uhr

Beim Bonner SC ist der Haussegen in den vergangenen Wochen und Tagen gehörig in Schieflage geraten. Sogar ein Spielerstreik steht jetzt im Raum.

Die Spieler warten bereits seit mehreren Monaten auf ihr Gehalt, sind derzeit sogar in einen Trainingsstreik getreten. Die Regionalligalizenz hängt am seidenen Faden und zuletzt leistete sich Trainer Wolfgang Jerat beim Auswärtsspiel in Verl einen heftigen Disput mit einem der mitgereisten Fans.

„Wir stecken natürlich in einer Ausnahmesituation“, bestätigt der Sportliche Leiter Mike Rietpietsch, der von einem Streik aber nichts wissen möchte. „Viel mehr spreche ich derzeit von einem freiwilligen Training. Aufgrund der aktuellen Lage können wir die Spieler zu nichts zwingen.“

Fraglich ist so auch, ob die Elf aus der ehemaligen Bundeshauptstadt im abschließenden Saisonspiel gegen die Reserve von Fortuna Düsseldorf an ihre Leistungsgrenze wird gehen können. „Ich kann nur an alle Spieler appellieren“, so Rietpietsch, „sich richtig reinzuhängen. Es darf jetzt keine Wettbewerbsverzerrung geben.“

Große Probleme bereitet Rietpietsch unterdessen natürlich auch die Planung der kommenden Saison. Aufgrund der ungewissen finanziellen Lage konnte bislang noch kein einziger Akteur für die kommende Saison gehalten werden. Immerhin sagte den Bonnern aber auch erst ein Spieler ab – mit Ercan Aydogmus, den es zu den Sportfreunden Lotte zieht, aber ausgerechnet der Toptorjäger. „Ich habe ehrlich mit den Spielern gesprochen und hoffe, dass die Jungs auch ehrlich zu mir sind“, berichtet Rietpietsch. „Bislang hat ansonsten keiner bei einem anderen Klub unterschrieben.“

Allerdings ist es auch kein Geheimnis, dass André Wiwerink ebenfalls ins Lotte unterschreiben wird, sollten die Bonner ihre Finanzprobleme nicht innerhalb der nächsten Tage lösen. Jan Hammes indes soll mit dem Wuppertaler SV in Verbindung stehen. Ein Umstand, den Rietpietsch keinem seiner Kicker verdenken kann. „Ich gehe schließlich davon aus“, verrät der Ex-Profi, „dass wirklich jeder Spieler mit anderen Klubs in Verbindung steht.“ Doch er ist sich auch sicher: „Wir haben viel vorgearbeitet. Sobald wir grünes Licht haben, wird der Kader schnell stehen.“

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