Theofanis Gekas in Bochum schon heimisch

26. September 2006, 10:25 Uhr

Bochums Aufsichtsratsvorsitzender Werner Altegoer kann man wirklich nicht nachsagen, dass er leichtfertig ein Lob für einen Spieler heraus posaunt.

Bochums Aufsichtsratsvorsitzender Werner Altegoer kann man wirklich nicht nachsagen, dass er leichtfertig ein Lob für einen Spieler heraus posaunt. Doch als der VfL-Boss sich Samstag mit einem leichten Seufzer auf der Trainerbank des Übungsplatzes niederließ, da rutschte ihm doch noch eine Bemerkung über Bochums Neuzugang Theofanis Gekas heraus: "Ich glaube, da haben wir keinen Fehler gemacht, ihn zu verpflichten." Und da rührt sich kein Widerspruch, denn auch wenn man nach zwei Einsätzen in der Anfangsformation noch sehr zurückhaltend mit einer Beurteilung sein muss, ist der griechische Angreifer auch am heutigen Nachmittag der große blau-weiße Hoffnungsträger. Auch wenn Bielefelds Innenverteidiger Heiko Westermann schon angekündigt hat, ihn ebenso souverän abzumelden wie vor einer Woche Lukas Podolski. Doch vielleicht ist es gut, dass Theofanis Gekas noch keine deutschen Zeitungen lesen kann. Immerhin, wahrscheinlich schon in der kommenden Woche, wird er gemeinsam mit seiner Ehefrau Vasso auf der Geschäftsstelle des VfL regelmäßig von einem Lehrer im Fach Deutsch unterrichtet. Und man darf sicher sein, dass der Grieche das Angebot des Klubs nutzen wird. Sein Betreuer und Dolmetscher Cristos Orkas, den ihm der VfL zur Seite gestellt hat, verrät: "Das Ehepaar Gekas fühlt sich hier wie im Paradies. Sie sind glücklich, in Bochum zu sein." Auch weil das ganze Umfeld beim VfL gut aufgestellt ist. Orkas: "Kabine, Trainingsplätze, Stadion, kein Vergleich zu Griechenland. Und das will etwas heißen. Denn Panathinaikos Athen ist schon ein großer Klub."

Seit Donnerstag übrigens wohnt Theofanis Gekas in seiner neuen möblierten Wohnung. Nichts Protziges, sondern einfach und zweckmäßig. Orkas: "Jetzt wird er noch ein paar persönliche Sachen aus Griechenland kommen lassen, dann ist alles perfekt." Natürlich kennt Gekas die Bundesliga-Tabelle auswendig, weiß, was da heute auf seine Mannschaft zukommt. Gekas: "Da brauche ich gar nicht hinzuschauen, man spürt es, das ist ein besonderes Spiel." Und da möchte Gekas das tun, was er in den letzten drei Jahren in der griechischen Liga (62 Treffer) regelmäßig geschafft hat - den Toren in Homburg und Nürnberg sollen weitere gegen Bielefeld folgen. Orkas übersetzt den Wunsch des 26-jährigen Angreifers: "Mit einem Sieg weg vom letzten Platz, das würde für viel Erleichterung sorgen."

Und es würde auch seinen Weg in die griechische Nationalmannschaft ebnen helfen. Denn natürlich ist Otto Rehhagel nicht verborgen geblieben, dass sich Gekas weit schneller in Bochum akklimatisiert hat als man das vielleicht erwarten konnte. Europameister Griechenland muss Anfang Oktober gleich zweimal 'ran. Am 7.10. daheim gegen Norwegen und am 11.10. gibt es dann für Gekas möglicherweise ein Wiedersehen mit seinem Kollegen "Zwetschge" Misimovic. Dann stehen sich beide Länder in Bosnien-Herzegowina gegenüber.

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