Am 13. Oktober verwandelt sich die Arena des FC Schalke 04 in eine Rennstrecke. Im modernsten Stadion Europas findet dann mit dem German Speedway Grand Prix die letzte Runde der Weltmeisterschaft statt. Beim 100. Lauf seit der Einführung der WM-Serie im Jahre 1995 wird der Sieger nicht nur als Grand-Prix-Weltmeister 2007 gekürt, sondern darf sich auch über 100.000 Dollar Preisgeld freuen.

Motorsport: German Speedway Grand Prix auf Schalke

Die lukrativste Minute im Motorsport

RS
03. Februar 2007, 16:00 Uhr

Am 13. Oktober verwandelt sich die Arena des FC Schalke 04 in eine Rennstrecke. Im modernsten Stadion Europas findet dann mit dem German Speedway Grand Prix die letzte Runde der Weltmeisterschaft statt. Beim 100. Lauf seit der Einführung der WM-Serie im Jahre 1995 wird der Sieger nicht nur als Grand-Prix-Weltmeister 2007 gekürt, sondern darf sich auch über 100.000 Dollar Preisgeld freuen.

Nicht umsonst heißt das Rennen daher auch "the richest minute in motorsport". Für die lukrativste Minute im PS-Zirkus sind die 16 besten Speedway-Fahrer der Welt auf dem 290 Meter langen und 14 Kurven umfassenden Rundkurs mit bis zu 140 Stundenkilometern unterwegs. "Die Fahrer legen vier Runden in 56 Sekunden zurück", lächelt Ole Olsen, einst ein Superstar der Szene und nun Rennleiter bei der wilden Fahrt in Gelsenkirchen. "Das wird eine sehr attraktive Veranstaltung und beweist wieder einmal die Funktionalität unserer Arena", freut sich Andreas Müller.

Der S04-Manager ist selbst Motorsport-Fan, sein Steckenpferd ist allerdings die Deutsche Touren-Meisterschaft. "Die Formel 1 sehe ich mir auch gerne im Fernsehen an, aber die DTM finde ich spannender. Ein Freund hat mich auch schon mal mit zu einem Rennen in Zandvoort genommen, da sind wir vor dem Start mit den Renntaxis rumgedüst", erzählt Müller, Mercedes-Fahrer mit einer Vorliebe für heiße Kisten. "Im Sommer werde ich mir etwas schnelleres zulegen", kündigt der 44-Jährige an.

Auf den Hot Wheels der Speedway-Motorräder möchte er allerdings nicht unterwegs sein. Ohne Schaltung und Bremsen heizen Superstars wie Jason Crump, Greg Hancock und Nicki Pedersen durchs Gelände, das im Oktober aus dem benachbarten Oberhausen geliefert wird. "Ein Steinbruch fertigt 3.500 Tonnen rotes Schiefergemisch an", berichtet Olsen. "Normalerweise haben wir einen Partner in England, der uns mit dem Untergrund versorgt, aber wir wollen demnächst regelmäßig in Deutschland sein."

Gut möglich, dass im königsblauen Fußball-Tempel neben bewährten Veranstaltungen wie Biathlon und einmaligen Geschichten wie Handball-Spielen der Motorsport eine feste Größe wird. Stefan Raabs Stock Car-Challenge soll in diesem Herbst die dritte Auflage erleben. Und auf einen ähnlichen Zuspruch wie bei dessen Mix aus Show und Sport hoffen auch die Organisatoren des Grand-Prix. "Speedway wird immer beliebter. Das Parkenstadion in Kopenhagen ist beim jährlichen Motorrad-Spektakel annähernd so voll wie beim Fußball-Derby zwischen dem heimischen FC und Bröndby IF: Und ins Millenium-Stadion in Cardiff/Wales sorgten im letzten Jahr 40.000 Zuschauer für den besten Besuch bei einem Speedway außerhalb der USA: "20.000 plus X", schätzt John Postlethwaite, Geschäftsführer der veranstaltenden Agentur Benfield Sports International. "Es darf aber auch ausverkauft sein!"

Renngeflüster Perfekter Termin Dies ist der 13. Oktober diesen Jahres. Denn eigentlich sollte der German Speedway Grand Prix genau eine Woche vorher starten. "Am 13. hat die Bundesliga wegen eines Länderspiel-Wochenendes frei. Da kommen wir nicht in Terminprobleme", erklärt Andreas Müller. "Außerdem sind einige unserer Fußballer auch Motorradfans", meint der Schalker Manager.

Speedway ist zwar auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Eine große Nummer ist der Motorsport außerhalb der USA aber vor allem in Dänemark, England und Polen.

TV-Bilder vom Rennen wird es viele geben. Wer in Deutschland den Grand Prix ausstrahlt, ist noch nicht geklärt. "Es gibt Live-Übertragungen in 25 Länder und Ausschnitte laufen in 100 Ländern. Hier müssen wir aber erst noch verhandeln", berichtet Organisator John Postlethwaite.

Autor: RS

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