Über diese Auto-Panne lacht die DEL: Ein mit Spikes ausgerüsteter Rallye-Wagen ramponierte beim Play-off-Viertelfinale in der Autostadt Wolfsburg zwischen dem EHC und der DEG (4:2) das Eis und sorgte beinahe für einen Spielabbruch.

DEL: Wolfsburg amüsiert

Wer ist schuld am peinlichen Fauxpas?

Jörg Soldwisch (sid)
31. März 2010, 18:07 Uhr

Über diese Auto-Panne lacht die DEL: Ein mit Spikes ausgerüsteter Rallye-Wagen ramponierte beim Play-off-Viertelfinale in der Autostadt Wolfsburg zwischen dem EHC und der DEG (4:2) das Eis und sorgte beinahe für einen Spielabbruch.

Gastgeber Wolfsburg erntet dafür Hohn und Spott und muss zudem eine Geldstrafe fürchten. "Man müsste darüber schmunzeln, wenn es nicht so ärgerlich und unnötig wäre", sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke und kündigte ein Ermittlungsverfahren an: "Am Ende könnte es eine Geldstrafe geben."

"Er ist gefahren wie eine wilde Sau"

In der ersten Drittelpause wurde beim Stand von 3:0 für den EHC das Siegerauto der diesjährigen Rallye Dakar präsentiert. Dumm nur, dass der blaue VW Touareg mit Spikes bereift war und Rennfahrer Timo Gottschalk zudem einen folgenschweren Ehrgeiz an den Tag legte. Das Eis jedenfalls war nach den wilden Manövern von tiefen Rillen durchzogen. Der Eismann und zahlreiche Helfer versuchten unermüdlich, die Löcher mit Schnee auszubessern. Erst zwei Minuten vor Ablauf der von den DEL-Regularien vorgegebenen 90-Minuten-Frist gab Schiedsrichter Richard Schütz grünes Licht für eine Fortsetzung der Partie, die bis dahin für 106 Minuten unterbrochen war. "Da glaubt man, dass man im Eishockey schon alles erlebt hat, und dann kommt so etwas", sagte Düsseldorfs Trainer und Manager Lance Nethery, der immerhin schon seit 21 Jahren im Geschäft ist.

Die Wolfsburger schoben die Schuld dem Fahrer in die Schuhe. "Er ist gefahren wie eine wilde Sau und hat damit ganz klar gegen die Absprachen gehandelt", sagte Geschäftsführer Rainer Schumacher. Dem wiedersprach VW-Marketing-Chef Stefan Moser. "Die Manöver waren genau so abgesprochen", sagte Moser dem SID und vermutete: "Vielleicht war ja das Eis dieses Mal weicher als sonst."

Pikant ist der Zwischenfall auch, weil die DEG kurz vor Weihnachten von der DEL mit einer Geldstrafe in Höhe von 35.000 Euro bedacht wurde, nachdem das Team zu spät zum Auswärtsspiel in Wolfsburg eingetroffen war. DEG-Teamleiter Walter Köberle konnte eine gewisse Schadenfreude nicht verbergen: "Ich halte es da mit den alten Chinesen: Ich sitze am Jangtse und warte, bis die Leiche meines Feindes vorbeikommt."

Fans machen sich über Aktion lustig

Dabei hatte der achtmalige Meister aus Düsseldorf selbst Ende des Jahres mit einem 1x3 Meter großen Loch in der Spielfläche zu kämpfen gehabt. Die Partie gegen den ERC Ingolstadt musste damals sogar abgebrochen werden. Ein dritter "Eis-Unfall" ereignete sich in dieser Saison beim Spiel zwischen den Straubing Tigers und den Frankfurt Lions am 13. Dezember 2009, als die mit Gas betriebene Eismaschine ausfiel und die Hitze der Maschine ein großes Loch ins Eis fräste. Erstaunlicherweise verließ in Wolfsburg trotz der langen Wartezeit so gut wie kein Besucher die Arena, stattdessen machten sich die Fans über den Fauxpas lustig. "Wir wollen den Touareg sehen", sangen die Anhänger in der zweiten Drittelpause.

Gar nicht lachen konnte Wolfsburgs Trainer Toni Krinner über die Panne. "Im ersten Drittel haben wir uns in einen Rausch gespielt, aber die lange Pause hat den Düsseldorfern in die Karten gespielt", sagte Krinner. Am Ende behielt der Vorrundendritte jedoch die Nerven. Das zweite Spiel findet bereits am Donnerstag (19.30 Uhr) in Düsseldorf statt. Dann könnte sich auch Meister Eisbären Berlin nach dem mühsamen 2:1 gegen die Augsburger Panther einen Matchball in der `best-of-five´-Serie erspielen. Ebenfalls im Vorteil sind die Hannover Scorpions, die den Auftakt-Krimi gegen die Nürnberg Ice Tigers nach 108 Minuten und neun Sekunden erst in der dritten Verlängerung mit 3:2 für sich entschieden. Zudem wollen die Frankfurt Lions ihren Vorsprung nach dem 3:0 gegen den Ingolstadt ausbauen.

Autor: Jörg Soldwisch (sid)

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