Schalke 04 will die `totale Dominanz´, Bayern München wie immer die Meisterschaft - aber auch Werder Bremen und der Hamburger SV möchten ein gewichtiges Wort im Titelkampf mitsprechen.

Zielsetzungen der BL-Vereine

18. Juli 2006, 12:37 Uhr

Schalke 04 will die `totale Dominanz´, Bayern München wie immer die Meisterschaft - aber auch Werder Bremen und der Hamburger SV möchten ein gewichtiges Wort im Titelkampf mitsprechen.

Schalke 04 will die `totale Dominanz´, Bayern München wie immer die Meisterschaft - aber auch Werder Bremen und der Hamburger SV möchten ein gewichtiges Wort im Titelkampf mitsprechen. Die `großen Vier´ der Fußball-Bundesliga springen dreieinhalb Wochen vor dem Startschuss in die 44. Spielzeit auf den Euphorie-Zug der deutschen Nationalmannschaft auf und gehen mit Blick auf ihre Saisonziele in die Offensive.

Dagegen halten sich die Klubs aus der zweiten Reihe in der Umfrage des Sport-Informations-Dienstes (sid) mit gewagten Prognosen zurück. `Wir wollen in den Titelkampf eingreifen. Unser Kader hat das Potenzial dazu´, sagte Schalke-Trainer Mirko Slomka angriffslustig. Die Königsblauen, deren letzte Meisterschaft aus dem Jahr 1958 datiert, demonstrieren mit dem Leitmotiv `Totale Dominanz´ auf den Trainingsshirts Selbstvertrauen und Optimismus im Stile von Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann. Bei Titelverteidiger Bayern München werden die Verantwortlichen niemanden motivieren müssen, an den Titel zu glauben. `Bei einem Verein wie Bayern heißt die Zielsetzung immer, deutscher Meister zu werden´, stellte Trainer Felix Magath klar. Dennoch sind die begeisternden Auftritte der DFB-Auswahl bei der WM auch beim Rekordmeister nicht ohne Wirkung geblieben. `Fußball ist ein Spiel, das von Spaß und Freude lebt. Das muss auch der FC Bayern lernen. Jetzt gilt es, neben Fitness, Disziplin und Ordnung auch Spaß am Fußball zu vermitteln´, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und forderte damit Magath indirekt auf, eine Stiländerung vom Ergebnis- zum Hurra-Fußball zu vollziehen. Der Meistercoach selbst sieht sich in einem Dilemma, da der trotz aller öffentlichen Dementis anvisierte Champions-League-Titel wohl nur über eine kompakte Defensive zu erreichen ist. `Das hätte ich auch gern. Aber es ist ungerecht, das von uns zu fordern. So funktioniert das nicht.´

Unterdessen legen auch die anderen Titelanwärter beim Thema Zielsetzung im Vergleich zur Vorsaison einen höheren Gang ein. So will Vizemeister Werder Bremen die Bayern noch stärker fordern. `Unsere Ansprüche werden nach dem zweiten Platz in der vergangenen Saison nicht geringer. Wir wollen in der Liga ganz vorne mitspielen und in allen Wettbewerben so lange wie möglich dabei sein´, erklärte Trainer Thomas Schaaf. Das Überraschungsteam der vergangenen Saison, der Hamburger SV, hat unterdessen Blut geleckt. `Wir wollen wieder unter die ersten Drei kommen und beweisen, dass wir keine Eintagsfliegen sind´, sagte HSV-Trainer Thomas Doll. Außerdem wolle der Klub die Qualifikation zur `Königsklasse´ überstehen und dort für Überraschungen sorgen. Dagegen halten die Klubs aus der zweiten Reihe am Understatement der vergangenen Jahre fest.

Zwar musste Trainer Jürgen Klopp vom FSV Mainz 05 zugeben, dass er noch aufgeladen sei `von dem kleinen Turnier, das da gerade lief´, einen Einfluss auf seine Zielsetzung hätte dies aber nicht: `Wir werden nicht den Fehler machen, uns auf eine Tabellenposition festnageln zu lassen. Wir wollen einfach nur die tolle Entwicklung des Klubs fortsetzen.´ Ähnlich zurückhaltend äußerten sich auch die Verantwortlichen der Aufsteiger. `Wir wollen mit unseren Möglichkeiten eine optimale Saison spielen. Was dass für Alemannia bedeutet, kann sich jeder denken´, sagte Dieter Hecking, Trainer von Alemannia Aachen. Für Energie Cottbus und den VfL Bochum lautet das Ziel `ganz klar Klassenerhalt´, erklärten Energie-Manager Steffen Heidrich und VfL-Trainer Marcel Koller unisono.

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