Die SG Schönebeck hat ihre Erfolgsbilanz in der jüngsten Vergangenheit gegen den FCR Duisburg ausgebaut. Das Revier-Derby endete im Stadion „Am Hallo“ 1:1.

SGS - FCR 1:1 (1:1)

Agolli-Team erkämpft sich Remis

Desirée Kraczyk
20. Februar 2010, 18:17 Uhr

Die SG Schönebeck hat ihre Erfolgsbilanz in der jüngsten Vergangenheit gegen den FCR Duisburg ausgebaut. Das Revier-Derby endete im Stadion „Am Hallo“ 1:1.

Martina Voss-Tecklenburg ließ bei der Pressekonferenz lange auf sich warten. Die Begründung lag allerdings nicht bei der enttäuschenden Leistung ihrer Spielerinnen. „Da sich mein Team gleich in alle Winde zerstreut, wollte ich ihnen noch was mit auf den Weg geben“, erklärte die FCR-Cheftrainerin, fügte dann mit Galgenhumor hinzu: „Darunter auch die CD von diesem Spiel.“

Aus ihrer Unzufriedenheit über das Resultat machte die 42-Jährige keinen Hehl. „Wir haben zehn, zwölf Minuten gut gespielt. Danach haben wir unsere fußballerischen Qualitäten aber nicht mehr gezeigt“, ärgerte sich Voss-Tecklenburg. „Ich hätte mir was von der kämpferischen Leistung der SG Schönebeck gewünscht.“

[infobox-right]Statistik

SG Schönebeck: Weiß – Kowalik, Wesely, M. Hoffmann, L. Hoffmann – Löwenberg (83. Chojnacki), Martini, Kraus (46. Goddard), Hamann – Weichelt, Nati (64. Bade).
FCR Duisburg: Holl – Prießen, Wensing, Krahn, Popp – Hegering (61. Knaak), Kiesel – Maes, Oster, Ando (73. Kayikci)- Grings
Schiedsrichterin: Rafalski (Bad Zwesten).
Tore: 1:0 Weichelt (8.), 1:1 Maes (21.).
Gelb: - Löwenberg, Goddard, Chojnacki - Krahn, Popp.
Gelb-Rot: Bade (81. Unsportlichkeit).
Zuschauer: 1.012.
[/infobox]Dass er seine Mädels für das Derby nicht extra motivieren muss, hatte SGS-Coach Ralf Agolli bereits vor dem Aufeinandertreffen betont. Und in der Tat zeigten die Essenerinnen gegen den Tabellenzweiten den Einsatz, der in der Hinrunde häufig gefehlt hatte. Mit einer konzentrierten und eben vor allem auch kämpferischen Leistung störte die SGS immer wieder den Spielfluss der Duisburgerinnen, die zwar vom Ballbesitz den Gästen überlegen waren, aber insbesondere in der Vorwärtsbewegung erstaunlich schwächelten.

Einen guten Eindruck hinterließ aber auch die Viererkette der SGS, wenngleich Agolli erneut einige Umstellungen vornehmen musste. Melanie Hoffmann übernahm die für sie ungewohnte Position in der Innenverteidigung neben Inka Wesely, erhielt dafür aber viel Lob von ihrem Coach. „Sie hat dort hinten wirklich super gestanden“, merkte Agolli an. Aber auch im Mittelfeld präsentierten sich Daniela Löwenberg, die sich viele erbitterte Zweikämpfe mit Annemieke Kiesel lieferte, und die Ex-Duisburgerin Vanessa Martini stark.

Für die – zu dem Zeitpunkt überraschende Führung - sorgte derweil Stefanie Weichelt. Nachdem SGS-Torhüterin Lisa Weiß in der Anfangsphase gleich mehrmals gefordert wurde, hatte ihre Nationalmannschaftskollegin Ursula Holl gleich bei ihrem ersten Einsatz das Nachsehen. Weichelt schlenzte den Ball von der rechten Seitenlinie aus in die Maschen (8.). „Das Gegentor hätte so nicht fallen dürfen“, monierte Voss-Tecklenburg, die neben der gesperrten Simone Laudehr auch auf Linda Bresonik verzichten musste. Anlass zur Hoffnung aus Duisburger Sicht gab der 1:1-Ausgleich durch Femke Maes (21.).

Aber auch nach dem Seitenwechsel besannen sich die „Löwinnen“ nicht auf ihre Qualitäten. „Wir haben versucht, die Räume eng zu machen und unseren Gegner zu hohen Bällen zu zwingen“, erklärte Agolli, der sich aber auch gewünscht hätte, dass seine Elf in der zweiten Halbzeit kontrollierter nach vorne gespielt hätte, anstatt den „Ball zu häufig rauszupöhlen“.

Für Diskussionsstoff nach der Partie sorgte ein nicht gegebenes vermeintliches Abseitstor von Inka Grings – Weiß rutschte der Ball wieder aus der Hand und die FCR-Käpitänin schob die Kugel über die Linie. Weder Voss-Tecklenburg noch Agolli konnten aber zu dieser Situation etwas sagen. Zu zehnt, Jessica Bade war lediglich 15 Minuten nach ihrer Einwechslung mit Gelb-Rot vom Platz gestellt worden (81.), retteten die Schönebeckerinnen somit den Punkt und konnten anschließend feiern.

Autor: Desirée Kraczyk

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