Seit zwei Wochen ist Ben Abelski wieder im Training. Der Kapitän der Fortuna-Zweitvertretung musste sich in der Hinrunde am Knie operieren lassen.

B. Abelski im Interview

"Meine Image wurde beschädigt"

Christian Krumm
04. Februar 2010, 18:37 Uhr

Seit zwei Wochen ist Ben Abelski wieder im Training. Der Kapitän der Fortuna-Zweitvertretung musste sich in der Hinrunde am Knie operieren lassen.

Nun arbeitet der Offensivakteur an seinem Comeback. RS unterhielt sich vor dem Start der Rückrunde mit ihm über den erneuten Spielausfall, den Abgang von Oliver Hampel und die Folgen seiner Verdächtigung im Wettskandal.

Ben Abelski, wie geht es Ihnen nach Ihrer Verletzung?

Sehr gut. Die Verletzung ist soweit verheilt und ich kann alle Einheiten absolvieren.

Kann man absehen, wann Sie wieder bei 100 Prozent sind?

Ich würde mir zutrauen, gegen Elversberg schon zu spielen, auch wenn es konditionell noch ein bisschen zu früh kommt. Aber es wäre auch kein Problem, so lange zu spielen, wie die Kraft reicht. Wie lange es noch dauert, bis ich wieder die volle Distanz gehen kann, ist schwierig zu sagen.

Das Spiel in Worms wurde erneut abgesagt. Sind Sie froh darüber?

Mir kommt es natürlich zugute. Am Mittwoch konnte ich im Test gegen TuRU Düsseldorf ein bisschen Praxis sammeln. Ohnehin war für mich die Vorbereitung gar nicht so schlecht, weil ich nicht viel verpasst habe. Auf der anderen Seite war es für die Jungs natürlich blöd, dass sie nur drei, vier Mal auf dem Platz trainieren konnten.

Das Spiel nach vorne hat zuletzt gehakt.

Das Problem war, dass uns die Effektivität abhanden gekommen ist. Auch gegen Trier und RW Essen hatten wir nicht viele Chancen, aber unser Tor gemacht und hinten ausgezeichnet gestanden. Wir bekommen in dieser Liga nicht mehr so viele Möglichkeiten wie in den tieferen Klassen, also müssen wir zusehen, dass wir diese zumindest verwerten. Wir haben zudem nicht die klassischen Stürmertypen in unseren Reihen, trotzdem müssen wir vor dem gegnerischen Tor konzentrierter sein.

Oliver Hampel ist nach Lotte gewechselt. Er hat in der Hinrunde elf Mal gespielt. Ist sein Abgang ein Verlust?

Er konnte auf jeden Fall weiterhelfen. Alleine schon durch seine Erfahrung aus den höheren Ligen. Aber nun kommt Michael Behlau zurück, der diese Position auch stark besetzen kann. Von daher sehe ich es nicht unbedingt als Schwächung.

Ihr Team hat schon in der kompletten Saison Verletzungspech, nun kommt auch noch Andreas Altenbeck hinzu. Verzweifelt man da langsam?

Ich sehe das realitsisch und sage, damit hat jedes Team zu kämpfen. Anfang der Saison hatten wir tatsächlich manchmal mehr Spieler in der Reha als auf dem Trainingsplatz. Aber wir werden das schon kompensieren.

Ein kleiner Rückblick: Ärgert es Sie eigentlich noch, wie die Staatsanwaltschaft Bochum im Rahmen des Wettskandals mit Ihnen umgegangen ist?

Dass die Leute ermitteln müssen, ist doch klar. Aber dass es ohne konkrete Beweise gegen mich direkt an die Öffentlichkeit gekommen ist, finde ich nicht richtig. Mein Image wurde dadurch schon beschädigt. Wenn man nun Abelski googelt, landet man als erstes bei dieser Geschichte. Das ist schon ärgerlich. Aber wie die Fortuna in dem Fall reagiert hat, das hat mir sehr geholfen.

Kann man eigentlich dagegen vorgehen?
Ich habe mir direkt einen Anwalt genommen. Der hat mir allerdings erklärt, dass es relativ schwierig ist. Man müsste dann genau denjenigen herausfinden, der das Ganze an die Öffentlichkeit gebracht hat. Außerdem ist es auch keine Lüge, dass ich verhört wurde. Das Schlimme ist nur: Als es rauskam, war ich auf der Titelseite vom Express, als der Fall eingestellt wurde, war das nur eine Kurzmeldung wert.

Autor: Christian Krumm

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