RWO steckt tief in der Krise. Und es gibt zwei Arten, damit umzugehen. Das ist nur ein Formtief, das hat jeder Mal. Wir kommen da auch wieder raus!

RWO-Blog

Wir haben schon 21 Punkte!

26. Januar 2010, 08:49 Uhr

RWO steckt tief in der Krise. Und es gibt zwei Arten, damit umzugehen. Das ist nur ein Formtief, das hat jeder Mal. Wir kommen da auch wieder raus!

Jede Mannschaft erlebt Formtiefs und Krisen. RWO erlebt etwas, dass noch zu Beginn der Saison niemand für möglich geglaubt hätte. Die letzten acht Spiele brachten einen Punkt mit sich und ein Torverhältnis von 2:16. Der eine Punkt resultiert aus einer Schneeschlacht, die keinen Fußball zuließ. Folgerichtig endete dieses Spiel 0:0. Auf einen Sieg wartet man nun schon seit Oktober.

Damals schlug man den Aufsteiger aus Paderborn zu Hause mit Ach und Krach und viel Glück knapp 3:2. Durch alle Mannschaftsteile geht eine Verunsicherung, die man bei einer Profimannschaft bisher selten gesehen hat. Es gibt keine Anzeichen von Verbesserung. Wo andere Krisenmannschaften kämpfen würden, verschlechtert sich unsere zusehends wöchentlich.

[infobox-right]Aufgewachsen in Oberhausen nahmen sein Vater und sein Onkel ihn bereits als Kind mit in das Stadion Niederrhein. So erlebte er sehr früh die Spiele der Rot-Weißen, die in dieser Zeit eine Unzahl an verschiedenen Ligen durchlebt haben. Dies konnte Tim jedoch nicht abschrecken, die Liebe zum RWO war geboren. Davon konnte er auch nicht abgebracht werden, als es ihn des Berufs und der Liebe wegen vor Jahren erst nach Soest und dann nach Dortmund zog. Mittlerweile verfolgt er seine Kleeblätter abwechselnd, mal von der Emscherkurve aus und auch manchmal von der Stoag-Tribüne.[/infobox]
Wo andere Vereine Kampfansagen verbreiten würden, redet unser Vorstand von nötiger Ruhe. Es geht so nicht weiter. Wir brauchen dringend Verstärkungen!

Wir haben kein Geld für Verstärkungen!

Wir sind tatsächlich die Mannschaft mit dem kleinsten Etat in der Liga. Das heißt aber nicht, dass wir für alle Zeiten mit unserer Oberligamannschaft spielen müssen. Schließlich ist auch Geld da für andere Neuverpflichtungen, die in Oberhausen kein Mensch brauchte. Im Gegenteil: wir müssen jetzt Geld für Neuverpflichtungen in die Hand nehmen, denn Geld ist nur für eines ganz bestimmt nicht vorhanden beim RWO: für die dritte Liga!

Statt Spieler zu verpflichten, werden jedoch sogar noch Spieler abgegeben. Wo gehen denn die eingesparten Gehälter hin? Und wo ist eigentlich das Geld aus dem DFB-Pokal? Aber selbst wenn niemand mehr verpflichtet werden würde; es gibt auch andere Ansatzpunkte, an denen momentan dringend gearbeitet werden muss. Da sind z.B. die Unverständnis erregenden Aufstellungen und Strategien, sowie die krassen Auswechselfehler des Trainers.

Wir halten am Trainer fest!

Wir sind schließlich der etwas andere Verein! Was macht denn einen etwas anderen Verein aus? Sind wir dadurch etwas besonderes, dass wir uns besonders unprofessionell verhalten? Ist es etwa richtig, dass Besondere, was wir gemeinsam rund um den Verein aufgebaut haben, nun dadurch zu zerstören, dass wir krampfhaft an Fehlentscheidungen und an einzelnen Personen festhalten?

Die Mannschaft ist doch Schuld, schließlich steht sie ja auf dem Platz!

Selbstverständlich steht die Mannschaft auf dem Platz und sorgt selbst für Ihre Resultate. Aber die Mannschaft ist nachvollziehbar völlig verunsichert. Wer ist dafür verantwortlich? Wer sollte die Spieler verbessern? Wer hat dafür Sorge zu tragen, dass die Mannschaft Selbstvertrauen hat, dass sie heiß ist, auf Wiedergutmachung brennt? Wer sorgt für die richtige Auf- und Einstellung? Wer sorgt dafür, dass in einem Spiel nochmal für einen frischen Wind und für taktisch notwendige Änderungen gesorgt wird?

Luginger und Bruns sind rot-weiße, die wissen schon was sie tun!

Immer wieder solche Sprüche. Sie machen die Realität aber nicht besser. Nur weil jemand für RWO arbeitet, hat er nicht das Recht für sich gepachtet. Nur weil jemand Erfolg hatte, wird er ihn nicht in jeder Situation und auf jedem Posten wiederholen können. Bruns und Luginger sind Anfänger auf ihren Posten. Sie haben bewiesen, wie gut sie den jeweils anderen Posten ausfüllen können. Nach ihrem freiwilligen Tausch müssen sie nun selbst die Konsequenzen tragen für ihre neuen Verantwortungsbereiche. Sie dürfen diese Verantwortung nicht abschieben auf andere Begebenheiten und dürfen nicht für alle Ewigkeit von alten Erfolgen leben.

Die halbe Mannschaft kommt schließlich aus der Oberliga! Und dafür hat sie erstaunliches erreicht!

Diese Mannschaft hat tatsächlich unbestritten erstaunliches erreicht. Doch für viele der Spieler ist der Bundesliga-Unterbau einfach zu hoch. Eigentlich sind auch schon viele der Aufstiegshelden nicht mehr da, andere sitzen auf der Bank. Trotzdem kommt immer wieder diese Ausrede. Es gibt einfach Sprüche, die man nicht mehr hören kann.

Wir haben doch schon 21 Punkte!

Nein! Wir haben definitiv NOCH 21 Punkte! Alles andere entspricht einfach nicht der Wahrheit. Egal, wo die ersten zwanzig Punkte herkamen, wir hatten sie und hatten somit auch die Chance, dieses Jahr frühzeitig für eine ruhige Saison zu sorgen. Dies wäre enorm wichtig gewesen, um andere dringend nötige Planungen in Ruhe beginnen und weiter verfolgen zu können. Wer jetzt immer noch von 21 Punkten redet, der erlaubt sich eine absolute Frechheit an uns Fans. Wer jetzt noch davon redet, der beweist, dass die Realität völlig an ihm vorbei geht.

Zum Glück ist wenigstens ein Argument nun weggefallen: wir haben nun auch weniger Punkte als zum Vorjahreszeitpunkt. Zudem gab es damals ein absolutes Hoch, was uns den Klassenerhalt sicherte. Nun stecken wir in genau der gegenteiligen Situation; wir haben eine Krise, die nicht zu überwinden scheint, wenn man die Mannschaft auf dem Platz sieht. Daran helfen nur Veränderungen. Aber wirkliche Veränderungen an Auf- und Einstellung traut sich der Trainer nicht.

Und Veränderungen auf der Trainerposition wird es zumindest bis zum Auswärtsspiel in Ahlen auch nicht geben. Damit wird auch dafür gesorgt, dass im vielleicht wichtigsten Spiel der Saison einfach so weitergemacht wird wie bisher, anstatt endlich etwas zu verändern. Die Zuschauerzahlen sind schon unter 4.000 gesunken. Nun wird man auch in den Abstiegsstrudel sinken, sollten in Ahlen nicht auf wundersame Weise drei Punkte geholt werden. Und dass Ahlen gegen diesen Abstieg kämpft, haben sie nach der Winterpause bereits bewiesen.

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