In der 76. Minute fühlten sich die Zuschauer und Fans des MSV am Samtag beim Spiel in Leverkusen an eine Szene vom 6. Dezember 2005 erinnert, als Duisburgs Ex-Trainer Norbert Meier nach einem Kopfstoß gegen Kölns Albert Streit zu Boden ging.

MSV - Wieder Kopfstoß-Attacke

tt
20. Februar 2006, 09:47 Uhr

In der 76. Minute fühlten sich die Zuschauer und Fans des MSV am Samtag beim Spiel in Leverkusen an eine Szene vom 6. Dezember 2005 erinnert, als Duisburgs Ex-Trainer Norbert Meier nach einem Kopfstoß gegen Kölns Albert Streit zu Boden ging.

In der 76. Minute fühlten sich die Zuschauer und Fans des MSV am Samtag an eine Szene vom 6. Dezember 2005 erinnert, als Duisburgs Ex-Trainer Norbert Meier nach einem Kopfstoß gegen Kölns Albert Streit zu Boden ging.

Im Abstiegsduell zwischen den Zebras und dem 1.FC Köln war es zu dieser unschönen Szene gekommen, die Meier schließlich den Kopf und den Trainer-Posten an der Wedau kostete, auch weil sich die Beteiligten um Kopf und Kragen redeten.

Doch im Falle der Tätlichkeit von Marino Biliskov im Zweikampf mit Leverkusens Tranquillo Barnetta waren Täter und Opfer schnell ermittelt. Schiedsrichter Günter Perl schritt sofort zur Tat und zeigt dem Duisburger Abwehrrecken nach kurzer Rücksprache mit seinem Assistenten Georg Schalk die Rote Karte.

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Für Leverkusens-Mittelfeldakteur die logische Konsequenz: „Also, wenn das keine glasklare Rote Karte war, dann weiß ich auch nicht mehr.“ Nach dem Zweikampf mit Marino Biliskov war es zu einem Gerangel und einer verbalen Auseinandersetzung am Mittelkreis gekommen. „Wir standen dann Kopf an Kopf und es sind einige Worte gefallen. Dann hat Biliskov mit dem Kopf ausgeholt und mir diesen Stoß verpasst“, gibt Barnetta zu Protokoll.

Die Fernsehbilder beweisen klar die Schuld des Duisburger Abwehrchefs. „Ich bin in diesem Zweikampf provoziert worden, dann war da ein Gerangel und dann habe ich so reagiert, wie man eigentlich als gestandener Fußball-Profi nicht reagieren sollte“, erklärt „Bili“ entschuldigend nach seinem Platzverweis.

Seiner Mannschaft hat er damit sicherlich einen Bärendienst erwiesen, zumal sein Gegenspieler Dimitar Berbatov das entscheidende Tor zum 3:2 erzielte. „Das Ding habe ich schon gar nicht mehr mitbekommen, da war ich schon in der Kabine. Uwe Möhrle sollte mich ersetzen und Berbatov decken. Das ist natürlich doppelt bitter, dass wir durch meine Unbeherrschtheit wohl doch noch verloren haben“, fügt der Führungsspieler an.

Nach dem Ausraster versuchte Georg Koch noch zu retten: „Ich habe zu Barnetta gesagt, er möge zum Schiedsrichter gehen und sagen, dass er provoziert hat. Dadurch wollte ich erreichen, dass uns wenigstens der Spielbericht in die Karten spielt.“ Das wird „Bili“ allerdings wenig nützen, auch wenn er auf Milde pocht: „Das war meine erste Rote Karte seit vier oder fünf Jahren. Ich hoffe, dass ich mit einer nicht zu starken Strafe davon komme.“

Doch ein Ausschluss vom Spielgeschehen für vier bis sechs Wochen scheint eher gewiss. Eine interne Maßregelung steht ebenfalls noch zur Debatte. „Wir werden ihn jetzt erst mal ein, zwei Tage Luft holen lassen, dann werde ich mit ihm reden und alles weitere klären“, verkündet Trainer Jürgen Kohler. Fehlen wird ihm der Abwehrchef im Abstiegskampf auf jeden Fall. Bleibt zu hoffen, dass er adäquat ersetzt werden kann. Möglicherweise bricht jetzt die große Stunde von Necat Ayguen an – der Ex-Hachinger kam bislang lediglich als „Turm“ in der Endphase ins Getümmel.

Autor: tt

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