Im Jahr 1971 lotste Klaus Steilmann einen jungen, hoch veranlagten Kicker an die Lohrheide, den man aufgrund seiner Statur „Spargeltarzan“ rief.

Bongartz fassungslos

"Er war mehr als nur ein Freund"

Christian Pozo y Tamayo
15. November 2009, 16:17 Uhr

Im Jahr 1971 lotste Klaus Steilmann einen jungen, hoch veranlagten Kicker an die Lohrheide, den man aufgrund seiner Statur „Spargeltarzan“ rief.

Wenig später galt Hannes Bongartz als das größte deutsche Mittelfeldtalent. 1974 wechselte der Nationalspieler zum FC Schalke 04. „Wenn es nicht klappt, kommst du einfach zurück“, hatte Steilmann dem damals 22-Jährigen mit auf den Weg gegeben. „So etwas gibt einem natürlich Kraft“, erinnert sich Bongartz, der die Nachricht vom Verlust des „väterlichen Freundes“ noch immer nicht richtig fassen kann. „Er war mehr als nur ein Freund für mich. Als ich damals aus Bonn nach Wattenscheid kam, war das wie eine Übergabe von einem Elternhaus ins nächste. Er war ein Idol für mich.“

Nach 298 Bundesligaspielen für Schalke und den 1. FC Kaiserslauter kehrte Bongartz tatsächlich nach Wattenscheid zurück. 1989 leitete er als Trainer die Geschicke der 09er, die in den vier Jahren darauf in der Bundesliga spielen sollten. Unter Präsident Klaus Steilmann. „Das war sein Lebenstraum. Wenn man überlegt, mit welchen Mitteln wir damals den Aufstieg und drei mal den Klassenerhalt geschafft haben, ist das schon ein kleines Fußball-Wunder. Das haben wir Herrn Steilmann zu verdanken. Ich habe nie wieder einen Menschen kennengelernt, der so viel Weitsicht, Menschenkenntnis und unternehmerisches Geschick besitzt. Er war eine Respektsperson durch und durch.“

Und für den Sport im Ruhrgebiet „so wertvoll, dass man das nicht in Worte fassen kann. Die zahllosen Sportler und die vielen kleinen Vereine, die der Boss unterstützt hat, man kann sich gar nicht oft genug davor verneigen“, erinnert sich Bongartz. Und er weiß, wie viel auch er seinem Förderer zu verdanken hat. „Mein ganzes Leben ist eng mit dem Namen Klaus Steilmann verknüpft. Bis zuletzt haben wir uns regelmäßig getroffen. Ich habe ihn oft im Krankenhaus besucht, als es ihm ein wenig besser ging, war ich zusammen mit Kalli Feldkamp auf einen Kaffee bei ihm zuhause. Wir haben über Gott und die Welt gesprochen. Und natürlich über Fußball. Das war sein Leben. Und ich denke, es war ein erfülltes Leben. Wenn es mehr von seinem Schlag geben würde, hätten wir eine bessere Welt.“

Autor: Christian Pozo y Tamayo

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren