Bitterer Fußball-Abend für Fortuna Düsseldorf: Der Aufsteiger ging gegen RB Leipzig mit 0:4 unter. Schon nach 16 Minuten stand es nach 0:3.

Bundesliga

0:4 - Fortuna Düsseldorf gegen RB Leipzig chancenlos

27. Januar 2019, 21:19 Uhr

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Bitterer Fußball-Abend für Fortuna Düsseldorf: Der Aufsteiger ging gegen RB Leipzig mit 0:4 unter. Schon nach 16 Minuten stand es nach 0:3.

Die Fußballprofis von Fortuna Düsseldorf hatten sich dunkelgraue Trikots im Style der Fünfziger aus dem vergangenen Jahrhundert ausstaffiert. Eine Hommage an Toni Turek, den legendären Düsseldorfer Torhüter, der 1954 beim „Wunder von Bern“ zwischen den Pfosten des Weltmeisters gestanden hatte und am 18. Januar hundert Jahre alt geworden wäre. Dazu passend tat sich den Fortunen zum Abschluss des 19. Spieltags in der Bundesliga die Chance auf, einen Vereinsrekord einzustellen. Erst ein einziges Mal hatte eine Mannschaft des rheinischen Traditionsklubs innerhalb einer Saison fünf Bundesligaspiele nacheinander gewonnen – vor mehr als vier Jahrzehnten, als die SPD im Deutschen Bundestag noch die stärkste Fraktion stellte. Beim 0:4 gegen Rasenballsport Leipzig verpassten es die Fortunen, nach zuvor vier Siegen in Serie, ihre uralte Rekordmarke zu erreichen.

Grund zum Jubeln hatten nur die knapp fünfhundert RB-Fans unter den 34.000 Zuschauern in der Arena. Der Bundesliga-Vierte setzte sich dank der Tore von Yussuf Poulsen (2./16. Minute) und Ibrahima Konaté (9.) und Konrad Laimer (68.) souverän durch. Trotz der hohen Niederlage behält Düsseldorf im Abstiegskampf als Liga-Vierzehnter sieben Punkte Vorsprung vor dem Relegationsplatz und zehn Zähler vor dem ersten direkten Abstiegsplatz.


Schon nach 16 Minuten stand es 3:0 für RB Leipzig

Der Anfang vom Ende der Düsseldorfer Erfolgsserie zeichnete sich früh ab. Es war kaum mehr als eine Viertelstunde gespielt, da lag die Heimelf schon mit drei Toren Unterschied zurück. Das taktische Konzept, dem spielstarken Gegner konzentriert und kompakt zu begegnen, war schon kurz nach Spielbeginn über den Haufen geworden, weil Poulsen den Fortunen mit seinem ersten Treffer einen Wirkungstreffer versetzte, von dem sich die Heimelf nur langsam erholte, zu langsam, um zu verhindern, dass die Leipziger im Schnellverfahren klare Verhältnisse schufen. Beim ersten Gegentor hatte die Düsseldorfer Abwehr unfreiwillig mitgeholfen, allen voran Michael Rensing. Nach einem Eckstoß schien der Ball eine sichere Beute für den Torhüter zu sein, doch er bekam die Kugel nicht zu fassen und steckte seine Vorderleute mit dieser Unsicherheit an. Poulsen nutzte das Durcheinander zum Führungstreffer. Dieses Tor war so etwas wie ein Programmhinweis für das, was noch kommen sollte. Die Düsseldorfer fanden auf dem neu verlegten Rasen in der Arena an diesem Abend nie richtig Halt.

Mit der Führung im Rücken blieb Leipzig dominant, und es verging fast eine halbe Stunde, bis die Fortunen ihrem Offensivspiel wenigstens ansatzweise Struktur verliehen. Ein Kopfball von Oliver Fink blieb im ersten Durchgang aber die einzige halbwegs gefährliche Aktion. Als die Leipziger es ein wenig ruhiger angehen ließen, kam Düsseldorf ein wenig besser ins Spiel, blieb aber harmlos. So hatte es auch keinen Einfluss, dass Lukebakio in die Sturmspitze vorrückte und dort Marvin Ducksch verdrängte, der jüngst beim Auswärtssieg gegen Augsburg nicht nur als Torschütze geglänzt hatte.

Nach dem Seitenwechsel fassten die Rheinländer zunächst etwas mehr Mut, und kamen zu (kleineren) Chancen, die Lukebakio und der inzwischen eingewechselte Ducksch nicht zu nutzen wussten. Dennoch gab es keine ernsthaften Anzeichen dafür, dass Fortuna dem Spiel noch eine Wende würde geben können. Im Gegenteil. Als die Leipziger Mitte der zweiten Hälfte wieder ein wenig forscher auftraten, kam es noch schlimmer für Düsseldorf. Laimer baute den Vorsprung in Abstaubermanier nochmals aus, nachdem Rensing einen Schuss von Marcel Sabitzer zunächst reaktionsschnell abgewehrt hatte. In der Schlussphase ging es für Düsseldorf nur noch darum, den Schaden zu begrenzen und eine noch höhere Niederlage zu verhindern. Wenigstens das ist den Fortunen an diesem dunkelgrauen Abend gelungen.

Autor: Richard Leipold

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