MSV Duisburg

Stillegung der MSV-Arena könnte ohne Investoren drohen

23. August 2019, 16:09 Uhr

Foto: firo

Der Dachschaden an der Arena des MSV Duisburg sorgt in jedem Fall für eine Verlegung des Spiels gegen den SV Meppen. Es könnte aber auch weiteres Ungemach drohen.

Dirk Broska, Geschäftsführer der Stadion-Projektgesellschaft, erstattete am Freitagvormittag Bericht über die Probleme, die das Dach der Schauinsland-Reisen-Arena schon wieder macht. Immerhin musste Broska schon zum dritten Mal einen Dachschaden zugeben, diesmal betrifft es auch den Spielbetrieb. "Das Heimspiel gegen den SV Meppen wird nicht in Duisburg stattfinden", wird Broska in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) zitiert.


Das für nächste Woche Samstag - den 31. August - angesetzte Spiel gegen die Emsländer wird somit ausfallen. Auch weil der MSV Duisburg beim DFB keine Ausweichspielstätte gemeldet hat. Broska habe zwar zunächst an einen Heimrechttausch mit dem SV Meppen gedacht. Doch das DFB-Reglement sieht so etwas nicht vor, da ein Verein nicht drei Heim- oder drei Auswärtsspiele hintereinander bestreiten soll.

Windstärken waren weniger dramatisch als angenommen

Erst am 21. September gegen den TSV 1860 München soll in Duisburg wieder Fußball gespielt werden. Die Sicherheitsmängel, die abermals auf die Lichtstegplatten zurückzuführen sind, sollen bis dahin behoben sein. Die beschädigten Platten waren erst im Februar auf der Gegengerade komplett entfernt worden, nun traten die neuen Mängel auf der Ostseite der Arena auf.


Offiziell hieß es zunächst, dass das Unwetter vom vergangenen Wochenende ein wesentlicher Grund für die neuerlichen Mängel sei. Doch in den Wetteraufzeichnungen seien laut WAZ in Duisburg nur Windgeschwindigkeiten zwischen zehn und 22 Stundenkilometern gemessen worden. Experten würden aber erst ab 65 Stundenkilometern von einem "stürmischen Wind" sprechen. Die Schäden dürften somit also nicht nur auf das jüngste Unwetter zurückzuführen seien.

Teilsperrung der Arena ist kein Thema

Broska zu den Schäden auf der Ostseite in der WAZ: "Die Querverstrebungen waren nicht mehr im ursprünglichen Zustand." Verrostete und lockere Schrauben würden für Zuschauer und Spieler eine Gefahr darstellen. Eine Teilsperrung der Arena sei kein Thema, da man nicht mit Gewissheit sagen könne, dass nicht auch andere Bereiche betroffen seien.


Bei der Sanierung gibt es nun zwei mögliche Varianten: Entweder die Anbringung neuer Befestigungen oder die Entfernung aller Lichtstegplatten. Broska favorisiere laut WAZ die zweite Variante, als Schutz gegen Regen wäre eine Wellblech-Konstruktion denkbar. Der finanzielle Aufwand sei laut Broska in diesem Fall stemmbar.

Kosten von zehn bis 14 Millionen Euro

Anders sieht das bei der langfristigen Problematik des Daches der Schauinsland-Reisen-Arena aus. Im Mai waren derzeit ungefährliche Korrosionsschäden entdeckt worden, weshalb die komplette Dachkonstruktion der Arena in den kommenden Jahren saniert werden muss. Die Kosten dafür betragen aber zehn bis 14 Millionen Euro - Geld, das die Gesellschaft nicht so einfach hat. "Ich werde Geldgeber finden", sucht Broska nun nach Investoren. Andernfalls müsse die Arena mittelfristig stillgelegt werden.

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