20.03.2018

RWE

Torjäger Platzek lebt den Aufstiegstraum weiter

Foto: Thorsten Tillmann

An ihm liegt es nicht, dass Rot-Weiss Essen mal wieder sein Saisonziel, oben mitzuspielen, verpasst hat. Die Rede ist von Marcel Platzek.

Der 27-Jährige ist mit zehn Liga-Treffern der erfolgreichste Essener Torschütze und ein absoluter Leistungsträger im RWE-Team. Ohne "Platzo" hätte Rot-Weiss wahrscheinlich noch größere Probleme. Platzek liefert eigentlich Woche für Woche ab. Nicht umsonst ist er einer der Publikumslieblinge und im Verein sehr hoch angesehen. Ende des Jahres 2016 verlängerte RWE Platzeks Vertrag bis zum 30. Juni 2020. Für einen Vierligaspieler ist eine solche Vertragslaufzeit auch nicht selbstverständlich. Mit bislang 65 Toren und 43 Torvorlagen in 175 Pflichtspielen zahlt Platzek das in ihn gesetzte Vertrauen zurück.

Seit Juli 2013 steht Platzek, der damals von Borussia Mönchengladbach II an die Hafenstraße wechselte, im RWE-Kader. In dieser Zeit hatte der gebürtige Moerser einige höherklassige Anfragen vorliegen. Zuletzt sollen nach RS-Informationen in der Winterpause die Sportfreunde Lotte bei dem RWE-Stürmer angefragt haben. Platzek sollte beim Drittligisten aus Lotte den zum SSV Jahn Regensburg abgewanderten Hamadi Al Ghaddioui ersetzen. Doch dazu kam es nicht. Zu sehr ist Platzek mit RWE verbunden.

Wir haben mit dem Angreifer vor dem Niederrheinpokal-Halbfinale am Mittwochabend (19.30 Uhr, Stadion Essen) gesprochen.

Marcel Platzek, wie oft denken Sie noch an die späten Gegentore gegen Wattenscheid und Uerdingen?
Wir haben das Thema abgehakt. Der Trainer hat uns die Fehler vor Augen gehalten und wir wissen, was wir letztendlich falsch gemacht haben. Diese Tore haben uns sehr weh getan. Es ist für uns alle bitter zu sehen, wenn der Gegner nach einem guten Spiel von uns am Ende in unserem Stadion jubelt.

Können Sie die Wut einiger RWE-Fans verstehen?
Natürlich! Wenn ich in der Kurve stehen würde, würde ich auch pfeifen und sauer sein. Das ist zu 100 Prozent nachvollziehbar. Problematisch wird es nur, wenn es unter die Gürtellinie geht. Das braucht kein Mensch.

Am Mittwoch kommt der TV Jahn Hiesfeld. Können Sie den Fans einen Sieg versprechen?
Leider ist es so, dass man im Fußball keinen Sieg versprechen kann. Was ich aber versprechen kann: Wir werden alles geben, damit RWE ins Finale kommt. Wir werden Gas geben. Für uns zählt nur der Einzug ins Pokalfinale und der maximale Erfolg.

Dieser ist in der aktuellen Saison mal wieder ausgeblieben. Wie erklären Sie sich das?
Wir haben unser Ziel nicht erreicht. Wir wollten solange es geht oben mitspielen. Ich weiß nicht, woran das liegt. Wenn ich es wüsste, würde ich es sagen.

Seit Jahren hinkt RWE seinen Zielen hinterher. Sie gehören zu den besten Stürmern der Liga. Warum spielen Sie immer noch in Essen?
Weil ich den Verein geil finde. Hier stimmt es einfach für mich. Nur die Liga ärgert mich. Jeder von uns weiß, dass RWE nicht in die Regionalliga gehört. Aber dieser Satz ist wirklich schon ausgelutscht. Wir wollen diese Saison vernünftig zu Ende spielen und ab dem 1. Juli wieder einen neuen Angriff unternehmen.

Glauben Sie noch an den Aufstieg mit Rot-Weiss Essen?
Es hat sich an meinem Traum nichts geändert: Ich werde in diesem Jahr 28 Jahre alt und besitze einen Vertrag bis zum Sommer 2020. Bis dahin will ich mit Rot-Weiss Essen natürlich am liebsten in der 3. Liga spielen. Warum sollte das nicht klappen? Im Fußball geht es manchmal schnell nach unten, aber auch schnell nach oben. RWE und die Fans haben einfach bessere Zeiten verdient. An diese glaube ich weiterhin fest.

Autor: Krystian Wozniak

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