24.09.2017

BVB - Gladbach

Das sagen die Beteiligten zum Spiel

Foto: firo

Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl hatte nach einem bemerkenswerten Bundesliga-Abend in der Dortmunder Fußballarena genau zweimal Grund, doch noch sein verschmitztes Lächeln aufzusetzen.

Als er den verletzten BVB-Profi Marco Reus im Kabinentrakt in die Arme schloss. Und als er Mahmoud Dahoud, den zweiten Ex-Gladbacher im schwarz-gelben Jersey, dabei erwischte, wie der ein weißes Spieldress aus der Fohlen-Kabine entführte. Die 90 Fußballminuten zuvor waren indes für Eberl ein durchgehender Biss in die saure Zitrone. Borussia Dortmund nahm seine Gladbacher mit 6:1 (3:0) fulminant auseinander.

BVB-Cheftrainer Peter Bosz konnte nicht anders, als nach einer Fußballdemonstration seiner Farben mit drei Treffern von Pierre-Emerick Aubameyang ein exorbitantes Kompliment zu formulieren: “Es hat heute echt Spaß gemacht, Borussia Dortmund spielen zu sehen. Auch für mich als Trainer.”

Vielleicht wäre das über weite Strecken ungleiche Treffen mit 75 Prozent Ballbesitz für einen dominanten BVB anders gelaufen, hätte Gladbachs Belgier Thorgan Hazard sein Solo in der zehnten Spielminute ins Ziel gebracht. Torsteher Roman Bürki stand im Weg. Wie auch noch zweimal gegen Hazard und Lars Stindl in Halbzeit eins. Es waren drei gefährliche Nadelstiche, die dem BVB aber nicht weh taten.

Schließlich war mit dem Dortmunder Führungstreffer durch den Ex-Freiburger Maximilian Philipp Gladbachs viel zu tief in der eigenen Spielfeldhälfte postierter 4-4-2-Verbund als nicht tauglich bloßgestellt. Ein Ballgewinn von Julian Weigl und eine feine Hereingabe Aubameyangs gingen Philipps drittem Saisontreffer voraus.

Das 2:0 wirkte wie eine Schablone des 1:0: Matthias Ginters Ballverlust im Spielaufbau nutzte diesmal Mahmoud Dahoud, dessen Zuspiel leitete Jeremy Toljan auf den einschussbereiten Philipp weiter. Sekunden vor der Halbzeit legte Pierre-Emerick Aubameyang bereits den Deckel auf das ungleiche Treiben. Herausragend war hier ein Zuspiel von Innenverteidiger Sokratis aus der eigenen Hälfte auf Torvorbereiter Philipp, der Gladbachs Abwehrkette in dieser Szene als löchrig enttarnte.

Halbzeit zwei war dann eher ein munteres Trainingsspielchen. Aubameyang verwertete einen Freistoß von Mario Götze im Nachschuss, narrte dann die Gladbacher Innenverteidiger Jannik Vestergaard und Matthias Ginter mit der Leichtigkeit eines Wirbelwindes auf zwei Beinen: 5:0! Julian Weigl durfte sich für einen Weitschuss in den rechten Gladbacher Giebel zum 6:1 feiern lassen. Knapp 8000 Gästefans bejubelten Lars Stindls 1:5 mehr aus Trotz.

“Den Abend hätte ich mir nicht besser ausmalen können”, gestand Mario Götze, der im zentralen Mittelfeld mit Weigl und Dahoud eine prima Partie hinlegte. “Bis auf das Gegentor und ein paar Konter war es richtig gut.” Real Madrid kann also am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) zum zweiten Gruppenspiel der Champions League gern kommen.

Davon wagen die Gladbacher nicht einmal zu träumen. “Sechs Gegentreffer in einem Spiel, das ist mir peinlich”, gestand Torhüter Tobias Sippel, der gegen den Torhagel rein gar nichts machen konnte. Cheftrainer Dieter Hecking redete ebenso wenig um den heißen Brei: “Der BVB war eine Klasse besser als wir. Ich habe nur eine tolle Borussia gesehen.”

Autor: Michael Ryberg

Kommentieren

Mehr zum Thema