Polizeieinsatz überschattet RWO-Sieg

17.09.2017

U19-Bundesliga

Polizeieinsatz überschattet RWO-Sieg

Foto: Tim Müller

Rot-Weiß Oberhausen gewinnt ein hitziges Spiel gegen Fortuna Köln mit 1:0 (0:0). Zwei Rote Karten in der Nachspielzeit ließen die Stimmung bei Spielern und Zuschauern hoch kochen.

Es lief bereits die 90. Spielminute: Die Partie schien zugunsten der Oberhausener gelaufen zu sein, doch dann kam Maxwell Bimpek. Der RWO-Spieler rauschte mit voller Geschwindigkeit in den Kölner Goga Khvedelidze hinein. Während der Kölner schreiend am Boden liegen blieb, brannten bei anderen die Sicherungen durch. Übeltäter Bimpek lieferte sich mit dem Kölner Innenverteidiger Alem Koljic einen Clinch, auch auf der Tribüne gab es eine kleinere Rangelei. Für die beiden Spieler gab es im Anschluss von Schiedsrichter Florian Visse die Rote Karte.

"Wenn der Schiedsrichter das so sieht und das Gefecht zwischen den Beiden mitbekommen hat, kann man die Rote Karte wohl geben", analysierte RWO-Trainer Dimitrios Pappas den Platzverweis. Die Kölner Seite um Trainer Giorgi Elizbarashvili dagegen wollte sich weder zu dem Platzverweis und den daraus resultierenden Ausschreitungen, noch zum Spielverlauf äußern. Nachdem Oberhausens Trainer Pappas seinen Schützling Bimpek von den Kölnern weg holen wollte, schickte der Unparteiische den Ex-Profi auf die Tribüne. "Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, warum ich auf die Tribüne musste", sagte Pappas nach dem Spiel.

Pappas muss auf die Tribüne

Doch der Deutsch-Grieche war nicht der Einzige, der die Partie am Ende von der Tribüne aus verfolgen musste. Bereits in der 75. Minute wurde einer der Kölner Co-Trainer auf die Tribüne verwiesen. Nach einer kurzen Rudelbildung gab es sowohl für den später verletzten Khvedelidze, als auch für den Oberhausener Uzun die Gelbe Karte. Das konnte der Kölner Co-Trainer nicht nachvollziehen und regte sich lautstark über Schiedsrichter Visse auf. Dieser schickte ihn dafür auf die Tribüne. "Die Unruhen haben schon mit dem Kölner Co-Trainer angefangen, der dann die Zuschauer irgendwie mitzieht. Auch Kölns Trainer war da nicht sonderlich hilfreich, da er nicht wirklich dagegen gewirkt hat", ärgerte sich RWO-Präsident Hajo Sommers, der das Spiel genau wie Klosterhardts U19 Trainer Robin Krüger von der Tribüne aus verfolgte. Noch deutlicher wurde der Präsident im Anschluss: "Es ist traurig, dass wir mittlerweile schon für ein U19 Spiel Secruity benötigen." Um die Lage in den Griff zu bekommen, riefen die Oberhausener die Polizei, die wenige Minuten später mit drei Streifenwagen am Stadion Niederrhein eintraf.

Bevor das alles passierte, wurde aber auch Fußball gespielt. Die Oberhausener begannen bärenstark und zeigten sofort dass die drei Punkte heute im Revier bleiben sollten. Doch auch wenn RWO deutlich mehr Druck machte, den ersten richtig gefährlichen Torschuss der Partie hatten die Gäste. Kapitän Nico Ochojski setzte sich in der 17. Spielminute auf der linken Seite klasse gegen Mike Jordan durch und kam dann aus gut 20 Metern Torentfernung zum Abschluss. Oberhausens Torwart Heekeren wäre machtlos gewesen, allerdings sprang der Ball von der Unterlatte zurück ins Spielfeld und nicht ins Tor. Gute Torgelegenheiten gab es, gerade für RWO, reichlich. Insbesondere die Flanken von Gurk, der später verletzt ausgewechselt werden musste, sorgten für gefährliche Abschlüsse der Oberhausener.

Dafür, dass aus gefährlichen Abschlüssen auch Tore entstehen, dauerte es bis zur 46. Spielminute. Die Kleeblätter kamen wie entfesselt aus der Pause und so konnte Sefa Topcu den Ball relativ unbedrängt im Strafraum der Kölner annehmen. Nach einer tollen Drehung vollendete er eiskalt unten links und ließ dem Kölner Torwart Bruhns somit keine Chance. "Es macht mich natürlich super stolz das entscheidende Tor gemacht zu haben", bilanzierte Torschütze Sefa Topcu den Sieg. Dass der Sieg am Ende nicht höher ausgefallen ist, lag auch an Rinor Rexha. Der Oberhausener Mittelfeldspieler hatte gleich mehrfach die Möglichkeit, das Spiel zu entscheiden. Trainer Pappas war am Ende trotzdem zufrieden: "Ich bin stolz auf die Jungs. Wir haben so eine tolle Truppe, der Zusammenhalt ist hier riesig. Alle fiebern hier mit und somit haben wir uns den Sieg am Ende auch erarbeitet."

Autor: Christian Schaffeld

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