TSG Sprockhövel

Was ist nur mit Philipp Schulz los?

21. August 2014, 09:57 Uhr

Philipp Schulz wird noch immer als Verteidiger geführt und strenggenommen war er das ja auch immer.

Er beackert bei der TSG Sprockhövel seit Jahr und Tag die rechte Seite. Neuerdings jedoch mit unglaublichem Zug zum Tor. In der Vorbereitung, die für den Oberligisten nur durchwachsen lief, verblüffte Schulz alle Beobachter und Fans. Den Ehrentreffer beim Testspiel in Ratingen markierte Philipp Schulz.Danach ging er auch mal leer aus.

[person_box=6081][/person_box]Am 20. Juli gegen den Cronenberger SC aber erlebte er seine absolute Sternstunde. Nicht weniger als vier Tore steuerte der Blondschopf zum 5:2-Erfolg bei. „Und da waren richtig schöne Dinger dabei“, lobte ihn sein Coach Robert Wasilewski, der die Vielseitigkeit seines neuen Goalgetters hervorhob. „Aus kurzer Entfernung und der Distanz, mit dem Fuß oder dem Kopf – da war alles dabei. Eigentlich fehlte nur noch ein Fallrückzieher.“

Bilanz von 2005 – 2014: 249 Spiele, vier Tore

Im Westfalenpokal-Duell mit Eintracht Rheine klappte es zwar auch nicht mit solch einem Kunststück, aber der 27-Jährige konnte gegen den FCE einen Doppelpack schnüren. Als sich beide Teams nun in der Meisterschaft (1:1) wiedersahen, traf wer zur zwischenzeitlichen Führung? Na klar, Philipp Schulz!

Macht nunmehr drei Treffer in zwei Pflichtspielen und fünf in der Vorbereitung. Zum Vergleich die Bilanz der letzten zehn Jahre, die der gebürtige Hattinger allesamt am Baumhof verbrachte: 249 Spiele, vier Tore.

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Also, was ist auf einmal los mit diesem Mann? So richtig erklären kann er es auch nicht. „Im Moment klappt es ganz gut“, sagt der Rechtsfuß bescheiden. Er würde einfach dorthin gehen, wo etwas passieren könnte. „Das ist schon immer meine Art gewesen. Zu lauern und zu spekulieren.“

„Ich halte den Ball flach“

Dass ihn der neue Coach nicht mehr als Rechtsverteidiger, sondern im rechten Mittelfeld aufbietet, soll natürlich nicht verschwiegen werden. Ein Knipser wird man dadurch allein aber auch nicht. „Es war schon irreal“, meint Schulz mit einem Schmunzeln, wenn man ihn fragt, wie es sich denn angefühlt hat, vier Tore in 90 Minuten zu schießen – wofür er zuvor zehn Jahre gebraucht hat.

[infobox-right]Schulz' Rückennummer ist noch immer die alte – und ganz nebenbei auch diejenige, die ein Rechtsverteidiger bei der Vergabe nach klassischem Muster zu tragen hat: Die 2.[/infobox]Nun wird in Sprockhövel natürlich kräftig geflachst. „Ach, da ist er wieder, unser Torjäger“, bekommt Schulz nun dauernd zu hören – er weiß aber, dass der Ruhm vergänglich ist. „Ich halte den Ball flach. Das ist alles eine Momentaufnahme, wir haben gerade mal zwei Pflichtspiele absolviert.“ Vor allem aber stellt der Bankkaufmann den Erfolg des Teams in den Vordergrund. „Auch wenn das abgedroschen klingt. Es ist einfach so: Wer die Tore macht, ist ganz egal, die Hauptsache ist, dass wir als Mannschaft Erfolg haben.“

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/050/832-51895_preview.jpeg Don't try this at home![/imgbox] Einem Kicker, der seit 2004 – damals noch in der A-Jugend – für ein und den selben Klub spielt, kann man das getrost abnehmen. Zumal Schulz ein echter Kämpfer ist. In der Bilddatenbank von RevierSport gibt es einige Fotos, die ihn mit blutverschmiertem Gesicht zeigen – und einem Lächeln auf den Lippen.

Alles andere als abgehoben fällt dann auch seine Antwort auf die Frage nach den Ambitionen für diese Saison aus. „Ziel ist einfach der Klassenerhalt“, sagt Schulz, der auch nicht vorhat den „richtigen“ Stürmern die Show zu stehlen. Was aber, wenn er am Saisonende mit Jochen Höfler, Stefan Oerterer und Konsorten um die Torjäger-Kanone kämpft? Schießt er dann wenigstens die Elfmeter? „Nein, das macht bei uns Christian Kalina“, winkt er ab.

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