06.12.2013

Gehälter im Amateurfußball

Wie viel Geld steckt in Amateurligen?

Es ist ein Buch mit offenen Siegeln, dass im Profifußball Topgehälter an der Tagesordnung sind. Doch auch der Amateurfußball wird für viele Vereinsmitglieder rentabler.

Nicht nur die Spieler, die in der 1. oder 2. Bundesliga auf das Spielfeld laufen, können mit ihrem sportlichen Geschick und ihrer Leidenschaft Geld verdienen.

Die Informationen, die Außenstehende zu den Verdiensten, die beispielsweise in Kreis- und Regionalligen zu erzielen sind, haben, sind lückenhaft. Es gibt keine Statistiken oder Erhebungen, die einen Überblick ermöglichen. Ein Blick in diverse Internetforen wie gutefrage.net zeigt, dass viel über Gehälter und Aufwandsentschädigungen gemunkelt wird, es aber keine einheitlichen Informationen dazu gibt. Auskünfte, die Spieler über ihre persönliche Situation erteilen, finden sich aber oft.

In der Regionalliga, der höchsten Spielklasse für einen Amateurfußballer, ähneln Infrastruktur und Organisation schon sehr den Profiligen. Zahlreiche Mitarbeiter sind für die Betreuung der Spieler verantwortlich, wie Ärzte und Physiotherapeuten. Sogar die Trainer sind mit dem Trainerschein A ausreichend qualifiziert.

Die Verdienste in der Regionalliga sind nicht zu verachten

Wie viel Gehalt in Regionalligen ausgeschüttet wird, hängt von verschiedenen Kriterien ab. In erster Linie zählen die Voraussetzungen der Spieler. Leistung, Potenzial, Alter und Spielposition sind ausschlaggebend für das Gehalt des Einzelnen. Wie die Verteilung und Höhe der Bezahlung ausfällt, ist aber vor allem von den finanziellen Mitteln des Vereins abhängig. Hat ein neuer Sponsor in den Verein investiert, ist verständlicherweise mehr Geld vorhanden.

Gute Stammspieler können mit einem Verdienst von 1.500 bis 2.500 Euro netto rechnen. Dabei gibt es auch hier natürlich wieder Ausnahmen: Ersatzspieler verdienen weniger, Fußballer, die mit ihren Leistungen bestechen und die Aufstiegschancen des Vereins erhöhen, können mehr bekommen. Nebenbei haben die meisten Regionalliga-Spieler noch einen Job oder studieren.

Außerdem gibt es in der Regionalliga verschiedene Prämien- und Sponsoringsysteme. Nach diesen werden die Spieler in niedrigeren Ligen generell bezahlt. Selbst Hobby-Spieler erhalten regelmäßig Geld, auch wenn es nur eine Erstattung der Fahrtkosten zum Training oder Spiel ist. Bei vielen Vereinen gibt es zum Monatsende aber sogar eine Punkte-, Tor- und Sonderprämie, sodass einige hundert Euro zusammen kommen können. Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert die Bezahlung von Schiedsrichtern. In Kreis- und Landesligen ist nicht mit Gehalt sondern eher Entschädigungen zu rechnen.

In niedrigeren Ligen stören sich viele an Prämien

Doch nicht alle Fußballer sind begeistert von diesem Nebenverdienst. Die Atmosphäre im Amateurfußball leide gehörig unter den finanziellen Mitteln, die ausgeschüttet werden. Oftmals kommen Spieler aus oberen Ligen, weil der Verein sich einen größeren Erfolg wünscht. So suchen viele erfahrene Spieler gezielt nach lukrativen Angeboten in den unteren Ligen. Viele beklagen sich, dass darunter vor allem die Rituale leiden, die viele Vereinsmitglieder am Fußball schätzen. Gemeinsame Abende und das Zusammensitzen nach dem Spiel entfallen oft komplett, weil die neuen Spieler den Kontakt zu anderen Teammitgliedern eher professionell halten. Freundschaftliche Beziehungen entwickeln sich hier meist nicht.

Teamevents finden so ohne die neu dazu gestoßenen, professionellen Spieler statt. Das Problem besteht darin, dass viele Vereine Geld von Investoren erhalten und daraufhin professionellere Spieler verpflichten. Das führt kurzzeitig dann auch zum gewünschten Erfolg. Allerdings suchen sich viele der genervten, alteingesessenen Spieler dann einen neuen Verein. Und wenn der Investor sein Interesse am Verein verliert und seine finanziellen Mittel abzieht, ist im schlimmsten Fall die Mannschaft zerfallen. Auch wenn Geld im Fußball viel bewirken kann, so bleibt eben doch der Teamgeist am wichtigsten.

Autor: RS

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