Das Samstags-Heimspiel gegen den extrem auswärtsschwachen FSV Frankfurt war für viele trotz aller Warnungen doch nicht mehr als eine Pflichtaufgabe.

RWO-Blog

An Frankfurter Würstchen verbrüht

Tim Steuernagel
22. November 2009, 20:09 Uhr

Das Samstags-Heimspiel gegen den extrem auswärtsschwachen FSV Frankfurt war für viele trotz aller Warnungen doch nicht mehr als eine Pflichtaufgabe.

Dass die Hessen allerdings mit Sicherheit eine bessere Mannschaft sind, als es der Tabellenplatz zeigt, konnte man gestern im Stadion Niederrhein sehen. Das Problem der Gäste bestand zu Beginn dieser (und auch schon der letzten) Saison darin, dass die Mannschaft fast schon traditionell zu Großteilen neu zusammengewürfelt wurde. Viele gute Einzelspieler machen dabei natürlich noch lange keine gute Mannschaft, doch die Frankfurter wachsen nach und nach zusammen und haben auch schon in den Begegnungen vor dem Duell gegen den RWO bewiesen, dass mehr in Ihnen steckt. Und genau wie im Vorjahr würde ich darauf wetten, dass am Ende der Saison Frankfurt nicht auf einem direkten Abstiegsplätze zu finden sein wird.
[infobox-right]Aufgewachsen in Oberhausen nahmen sein Vater und sein Onkel ihn bereits als Kind mit in das Stadion Niederrhein. So erlebte er sehr früh die Spiele der Rot-Weißen, die in dieser Zeit eine Unzahl an verschiedenen Ligen durchlebt haben. Dies konnte Tim jedoch nicht abschrecken, die Liebe zum RWO war geboren. Davon konnte er auch nicht abgebracht werden, als es ihn des Berufs und der Liebe wegen vor Jahren erst nach Soest und dann nach Dortmund zog. Mittlerweile verfolgt er seine Kleeblätter abwechselnd, mal von der Emscherkurve aus und auch manchmal von der Stoag-Tribüne.[/infobox]

Ich glaube nicht, dass unsere Mannschaft diesen Gegner unterschätzt hat; ich glaube eher, dass das in den Köpfen der meisten Fans verankert war. Trotzdem hat unsere Elf leider den letzten Willen vermissen lassen. Das Spiel wirkte über weite Strecken statisch. So kann man keinen Gegner bezwingen. Trotzdem ist das aber nicht der einzige Grund, warum dieses Spiel gestern verloren ging. Dem ganzen voraus ging das 1:0 nach nur wenigen Minuten. Warum auch immer dieses Tor fällt, wer Schuld hat, über all das will ich mal gar nicht schreiben.

Fakt ist: es waren keine zehn Minuten gespielt und schon liefen wir dem Rückstand hinterher. Das, und nichts anderes, war für mich der Genickbruch. Wir sind und bleiben eine Mannschaft, die nicht dafür bekannt ist, dass wir das Spiel machen. Wir lauern auf unsere Chancen und freuen uns auf Mannschaften, die selbst das Spiel machen. Deswegen sahen wir beispielsweise in der letzten Saison so oft gut aus gegen Mannschaften, die oben standen und deswegen sahen wir so oft schlecht aus gegen Mannschaften, die unten standen. Gestern musste Frankfurt das Spiel machen, da auf ihnen klar der Druck lastete. Als das 1:0 fiel, war diese Situation allerdings schnell nicht mehr gegeben. Wir mussten das Spiel machen und das Resultat ist bekannt. Fällt dieses Tor nicht, dann geht das Spiel ganz anders aus.

Was zusätzlich noch zu bemängeln bleibt, ist, wie schwach unsere Truppe momentan bei Standards und hohen Bällen ist. Ich bin darüber regelrecht verwundert und hoffe, dass man hier schnell wieder auf altes Niveau kommt. Es bleibt einmal mehr, auch die personelle Situation zu analysieren. Unser Capitano wird sich mit zunehmender Spielpraxis sicher noch steigern. Doch wenn mir jetzt noch einer erzählt, wir hätten in der rechten Verteidigung keinen Schwachpunkt, wenn mir jetzt noch einer erzählt, Dimi macht mit seinem Kampf alles wett und ist der wichtigste Mann im Kader, dann ist demjenigen nicht mehr zu helfen. Nichts gegen Dimi, er hat viel für uns geleistet, er kämpft und er hatte wie andere auch gute Zweitligaspiele. Aber man muss einfach erkennen, dass hier dringend etwas getan werden muss.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/013/172-13625_preview.jpeg Ronny König (Foto: firo). [/imgbox]

Eine weitere Schwachstelle ist im Sturm auszumachen. Ronny König arbeitet sicher viel für die Mannschaft und ich schätze Stürmer, die nach hinten arbeiten. Aber manchmal habe ich das Gefühl, Ronny wäre näher am eigenen Strafraum zu finden als am gegnerischen. Bei einem System mit einem Stürmer ist es sicher nicht von Vorteil, wenn dann vorne plötzlich niemand mehr zu finden ist. Doch was soll man machen? Schönfeld braucht sicher noch einige Zeit, um eine richtige Alternative zu sein und ob Jamal jemals im Team ankommt, ist immer weniger zu glauben. Die Frage ist zudem, ob, wann und vor allem wie ein Felix Luz zurückkommen wird. Es bleibt noch Mike Tullberg. Was der kann habe ich auch noch nie sehen können, auch dieser zeigt sich bisher leider nur verletzt.

Fazit: wir haben eine Menge Stürmer, aber bisher ist keiner dabei, der vorne sonderlich schlagkräftig ist. Ich trauere immer noch einem Klassespieler wie Christopher Nöthe hinterher. Aber was soll man machen? Das Geld für Top-Neuverpflichtungen im Winter liegt bei uns sicherlich nicht mal eben so in der Portokasse...

Was bleibt als sportliches Fazit nach einem solchen Spiel? Es kann nur ein Fazit geben: abhaken und weiter machen!! Wir haben zum Glück unser Soll für die Hinrunde bereits erfüllt. Jetzt darf man bloß nicht in Panik verfallen, dann wird auch diese Saison wieder alles gut. Doch bei aller Meckerei gibt es für mich auch wieder positive Aspekte. Wir hatten gestern deutlich über 7.000 Zuschauer. Auch wenn davon einige Freikarten für Kinder dabei waren, ich könnte einen Katalog verfassen über Gründe, die für eine schlechte Zuschauerzahl sprechen: miese Spielzeit am Samstag, uninteressanter Gegner, ein Gegner, der selbst keine Fans mitbringt, etc. Von daher ist es für mich super, dass wir so viele Fans auf die Beine kriegen. Ich hoffe, dass sich von den Besuchern keiner entmutigen lässt durch ein schlechtes Spiel. Wir brauchen jeden Zuschauer im Stadion!

Besonders toll fand ich die Aktion mit den Freikarten für die Kinder. Auch wenn Selbstlob stinkt, aber die Idee hatte ich vor einiger Zeit in einem meiner Blogs selbst angeregt. Schön, dass das nun in der Form verwirklicht wurde. Das ganze hat zwei sehr wichtige Effekte für den RWO:

1. Die nachwachsende Generation kann als Fans gewonnen werden und 2. die Elternteile kommen ebenfalls mit ins Stadion und zahlen ihre Karten. Ich finde diese Sache sogar so wichtig, dass ich vorschlage, dass ein gewisses Freikarten-Kontingent für Kinder jede Woche der Standard sein sollte! Warum denn nicht? Genug Plätze sind im Stadion frei und der RWO kann dadurch nur gewinnen!

Autor: Tim Steuernagel

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