Während der Spielbetrieb in den Amateurligen seit Ende Oktober ruht, mussten die Regionalligaspieler ihr eng getaktetes Hinrunden-Programm in vielen Englischen Wochen bis zum Jahresende abspulen – und dabei Kräfte lassen. Wie kräftezehrend die insgesamt 20 Ligaspiele für die Regionalliga-Mannschaften gewesen sein müssen, brachte Nicolai Remberg, 20-jähriger Mittelfeldmann des SC Preußen Münster, nach dem 1:1-Unentschieden gegen Schalkes Zweitvertretung mit unmissverständlichen Worten zum Ausdruck: „Ich bin froh, dass es vorbei ist.“
Ausgelaugt und körperlich gezeichnet von einer intensiven Regionalliga-Partie zweier ambitionierter Klubs trat Remberg einen letzten Gang zu den Medienvertretern an. Die Wunde an seinem Unterarm, die er sich beim kampfbetonten Kräftemessen mit Schalke II zugezogen hatte, war zwar weniger schlimm, passte aber ganz gut zur körperlichen Gefühlslage des 20-Jährigen – der in der Saison 2019/20 noch in der Oberliga Westfalen für Furore gesorgt hatte.
Hildmann adelt Remberg
Dass sich Remberg, der seit 2018 in Münster spielt, innerhalb kürzester Zeit zu einer festen Stütze entwickeln würde, hätte Trainer Sascha Hildmann vor wenigen Monaten nicht für möglich gehalten. „Remberg hat einen Riesen-Schritt gemacht. Das hätte ich nicht gedacht“, musste der Trainer der Adlerträger nach dem 1:1-Remis zum Jahresabschluss ehrlich gestehen. Und er ging bei seinem Lobgesang sogar noch einen Schritt weiter. „Mit seiner Leidenschaft und seiner Mentalität ist er nicht mehr wegzudenken“, auch wenn Remberg laut Hildmann noch „technische Mängel“ habe.
SCP-Torhüter Max Schulze Niehues, der im Spiel gegen Schalke II in der 75. Spielminute den 1:1-Endstand durch Fatih Candan hinnehmen musste, lobte den lauffreudigen Mittelfeldspieler ebenfalls, ohne seinen Namen explizit zu erwähnen. „Wir haben einige Jungs auf ein gutes Niveau bekommen“, sagte Schulze Niehues über die vielen jungen Spieler im Münsteraner Kader – und dürfte damit sehr wohl auch Dauerläufer Remberg gemeint haben.
Nach seinem ersten Halbjahr als Regionalliga-Spieler gab Remberg selbst eine etwas bescheidenere Einschätzung zu seinen Leistungen ab. „Ich hab’s nicht so schlecht gemacht“, sagte der 1,85 m große Preuße, der es in 18 Regionalliga-Einsätzen auf 833 Spielminuten, ein Tor und zwei Assists gebracht hat. Dass er es womöglich noch besser kann, kann er nach einer kurzen Winterpause schon wieder ab dem 4. Januar zeigen – wenn SCP-Trainer Hildmann seine Mannschaft zum Rückrunden-Aufgalopp bittet.