Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV stellte sich am Dienstagnachmittag den Fragen der Öffentlichkeit zur sportlichen und finanziellen Lage. Der Vorstand machte keinen Hehl daraus, dass es um den WSV nicht gut bestellt ist. Dem Verein stehen mindestens zwei harte Jahre bevor.

Regionalliga West

Wuppertaler SV stehen mindestens zwei harte Jahre bevor

15. Juli 2020, 10:50 Uhr
Von links: Trainer Alexander Voigt, Verwaltungsratvorsitzender Christian Vorbau und Sportvorstand Thomas Richter. Foto: Stefan Rittershaus

Von links: Trainer Alexander Voigt, Verwaltungsratvorsitzender Christian Vorbau und Sportvorstand Thomas Richter. Foto: Stefan Rittershaus

Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV stellte sich am Dienstagnachmittag den Fragen der Öffentlichkeit zur sportlichen und finanziellen Lage. Der Vorstand machte keinen Hehl daraus, dass es um den WSV nicht gut bestellt ist. Dem Verein stehen mindestens zwei harte Jahre bevor.

Dem Wuppertaler SV, der in der Insolvenz steckt, geht es gar nicht gut. Das wurde auf der Pressekonferenz am Mittwoch noch einmal deutlich und allen WSV-Interessierten sowie -Fans vor Augen geführt.

"Die Situation ist und bleibt schwierig. Der Weg, den wir jetzt einschlagen, dauert mindestens zwei Jahre. Der WSV ist in der Bringschuld, das, was wir sagen, müssen wir auch vorleben. Als sympathischer Verein und einer Mannschaft, mit der sich die Leute identifizieren können", betonte Sportvorstand Thomas Richter. Er unterstrich auch nochmals, dass der WSV auch in den nächsten zwei Jahren in der 4. Liga spielen will. Sportlich dürfte es vorrangig um den Klassenerhalt gehen.

Runge will helfen - nicht übernehmen

Richter erklärte ebenfalls noch einmal unmissverständlich die Position von Friedhelm Runge. Der 81-jährige Unternehmer sitzt wieder im WSV-Boot. Aber:  "Er will es nicht alleine machen, er soll es nicht alleine machen und er will es nicht alleine machen", betont Richter. "Wir sind auf Unterstützung angewiesen, damit der WSV eine Zukunft hat. Die muss anders aussehen als in den letzten Jahen. Wir brauchen Leute, die dem WSV helfen, damit die Fehler der Vergangenheit nicht passieren und wir nach vorne blicken können", betonte Thomas Richter in der "Wuppertaler Rundschau". Auch die Unterstützung von Runge reiche nicht allein. Es müssen Arbeitsplätze und Ausbildungsstellen für die Spieler her.

Leistungsträger sind nur schwer zu halten

Sportlich gesehen, hat der Wuppertaler SV mit Alexander Voigt einen neuen Trainer verpflichtet. Eine Rückkehr, die viele überraschte, aber intern wünschenswert war. "Ich hatte mit Alexander Voigt ein richtig gutes Gespräch. Ich bin sicher, dass er der richtige Mann ist. Er kennt den Verein, kommt aus der Nähe und hat die erforderliche Trainerlizenz", sagt Richter.

Mit Semir Saric hat nun der achte Spieler seinen Vertrag in Wuppertal verlängert. Ob Leistungsträger wie Gianluca Marzullo, Marwin Studtrucker, Tolga Cokkosan oder Tjorben Uphoff nachziehen werden, ist fraglich. Finanziell können die Wuppertaler solchen Spielern nicht sonderlich viel bieten und andere Vereine haben bereits auch ihre Fühler nach diesen Akteuren ausgestreckt. Aber Richter hat den Kampf noch nicht aufgegeben. "Wir hoffen, dass das noch klappt. Auch wenn da andere Vereine dran sind."


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16.07.2020 - 00:24 - Überdingen

Nach zwei erfolgreichen Jahren folgen zwei harte Jahre;)Zwei Vereine...ein Schicksal. Mal schauen wo das noch hinführt?
Spannend wird's für uns beide allemal;)
Was meinst Du croni?
Beim KFC soll ja massiv gespart werden...ja ja is schon ne harte Zeit...

15.07.2020 - 19:35 - am Zoo

hab zu schnell getippt, einige grammatikalische Fehler drin, sorry, zu schnell getippt.....

15.07.2020 - 19:33 - am Zoo

Nabend zusammen,
ja AV hat es deutlich auf den Punkt gebracht!!!
Mit beiden Posts. Eigentlich nichts anderes als gesunder Menschenverstand.
Das wir in den letzter Zeit nicht die - ich drücke es vorsichtig aus - beste Führung hatten wisst ihr auch alle.
Was machst du dagegen, als "gemeiner" Fan?????
Ich hoffe, mit vielen anderen Wuppertalern zusammen, dass der letzte Strohhalm "gegriffen" wird und unser alter Gönner seine Kontakte
spielen lässt. Unser Mannschaftsgerippe nimmt bereits Formen an, ihr sehr also nächste Saison keine komplett zusammen gewürfelte Truppe.
Fallobst möchte der WSV auch nicht sein, wenn ich bei euch ein Bierchen und Bratwurst esse :-)
PS: Wir sind aber noch nicht durch - also evtl. müsst/könnt ihr auch auf uns verzichten. Nichts genaues weis man noch immer nicht!!!
Sportliche Rot und Blaue Grüße

15.07.2020 - 18:56 - Vok

Hahahaha - Gute Nachrichten aus dem Bergischem!

15.07.2020 - 15:11 - Anton Leopold

Schließe mich den Genesungswünschen an. Ohne Wuppertal würde etwas fehlen. Also Kopf hoch und alles geben.

AV
Im Erfolg werden die Fehler gemacht, selten in der Krise.; gestalten kann man in der Krise, weniger im Erfolg. Da hast Du recht.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob man einen Fußballverein immer und vollständig mit einem Unternehmen vergleichen kann. Bedient werden ja vor allem Träume, gestiftet wird ein Gemeinschaftsgefühl, das es so intensiv woanders nicht mehr gibt. Das Irrationale, was zugleich das Schöne ist, kann Auswirkungen auf die Führung haben - nicht selten kam es so. Hinzu kommt die Abhängigkeit von einer guten Schiedsrichterleistung.

15.07.2020 - 12:17 - Du schöner RWE

Drücke dem WSV fest die Daumen und ein glückliches Händchen in dieser schwierigen Situation. Finde die Hinweise von AV sehr gut, denn genau das ist es, was gute Führung ausmacht. In schweren Zeiten sind gute mutige Führungskräfte gefragt.

15.07.2020 - 12:10 - heidi kabeljau

Ich glaube schon das der WSV die nötigen Geldmittel eintreibt. Die Jungs auf dem Bild sehen aus wie Moskau Inkassodienst. So stell ich mir die jedenfalls vor.

15.07.2020 - 12:03 - Außenverteidiger

Kleiner Nachtrag :Als echte Führungskraft steige ich normalerweise genau in solchen Situationen ein. Im Tief einen Kurs zu korrigieren macht doch mega Spaß. Dafür gehe ich in die Führung von Konstrukten. Gestalten kann man relativ wenig im Hoch, da geht's mehr um Verwalten oder einzelne Stellschrauben anzuziehen. Allerdings werden Prozessveränderungen erschwert, weil die Bereitschaft der beteiligten Träger fehlt.

15.07.2020 - 11:59 - Außenverteidiger

Zunächst einmal drücke ich einem wunderbaren Feind die Daumen.

Jedoch verstehe ich die Aussagen über harte Jahre nicht.
Ist sich an ein Budget halten hart? Also nicht mehr Geld auszugeben, als vorhanden?
Die Sponsorenaquiese ist generell hart. Ob mit oder ohne Krise. Man hat nie genug und ea geht immer besser. Der Umstand ändert sich für einen Vorstand im Vertrieb nie.
Vertrauen baut sich zwar langsam auf, ist allerdings mühelos herzustellen. Einfach offen und ehrlich mit allen beteiligten Personen umgehen und langfristig Rückgrat beweisen. Verstehe nicht, was daran schwer sein soll?
Das Bildungsniveau scheint bei vielen Führungskräften extrem niedrig zu sein. Wohingegen das Wissen bis zu einem Punkt extrem stark ist. Nutzt man seine akademische Ausbildung für die gute Sache, hätten viele Vereine weniger Probleme.