Jürgen Kohler gewann mit Borussia Dortmund zwei Deutsche Meisterschaften. 1997 wurde er mit den Schwarz-Gelben in München Champions-League-Sieger. Beim Gedanken an die aktuellen Abwehrleistungen seines Ex-Klubs schüttelt er nur den Kopf.

Borussia Dortmund

Weltmeister Jürgen Kohler kritisiert die BVB-Abwehr

Stefan Bunse
09. Februar 2020, 20:30 Uhr

Foto: Thorsten Tillmann

Jürgen Kohler gewann mit Borussia Dortmund zwei Deutsche Meisterschaften. 1997 wurde er mit den Schwarz-Gelben in München Champions-League-Sieger. Beim Gedanken an die aktuellen Abwehrleistungen seines Ex-Klubs schüttelt er nur den Kopf.

„Wenn sie immer drei Tore schießen müssen und gewinnen dann trotzdem noch nicht, dann stimmt da irgendetwas nicht. Das muss man einfach so sagen“, erklärte der aktuelle Trainer der U19 von Viktoria Köln nach dem 0:2 (0:2) seiner Mannschaft gegen den FC Schalke 04.

Er habe das Topspiel der Bundesliga am Samstagabend wegen eines Termins zwar nicht gesehen, aber das 3:4 des BVB bei Bayer Leverkusen reihe sich nahtlos ein, in die Serie anderer Ergebnisse. Für einen Spieler wie ihn und einen der besten Verteidiger der Welt zu seiner Zeit sei es völlig unverständlich, dass der Defensive in Dortmund offenbar so wenig Beachtung geschenkt werde. „Es war ja schon immer so, dass eine gute Abwehr Meisterschaften entscheidet.“

Weltmeister krisitiert DFB-Ausbildung

Generell sei es so, dass in Deutschland zu wenig Wert auf die Ausbildung der Defensive gelegt werde. „Das, was früher die Paradedisziplin war, nämlich eine gute Innenverteidigung zu haben, das sehe ich inzwischen bei zu wenigen Teams.“ Dabei habe er schon vor Jahren gewarnt. „Ich habe ja schon vor zehn oder fünfzehn Jahren gesagt, dass wir in der Innenverteidigung in Deutschland Probleme bekommen, weil wir nicht mehr individuell ausbilden. Sondern es wird nur noch reingeschoben, rausgeschoben. Aber die Spieler individuell auf einer Position auszubilden, wo die Stärken liegen, das ist leider in den vergangenen zehn bis 15 Jahren versäumt worden“, sagte der ehemalige U21-Nationaltrainer. 


„Früher hatten wir Karl-Heinz Förster, Guido Buchwald, Hans-Georg Schwarzenbeck und viele mehr“, sagte der „Kokser“. „Die letzten, die das bei der WM 2014 noch gut gemacht haben, waren der junge Mats Hummels und vor allem Boateng, der eine überragende WM gespielt hat. Aber danach wurde es immer schwächer.“ Es fehle die Konstanz in den Leistungen.

Deshalb habe er auch den FC Schalke 04 im Kampf um das Meisterrennen in der U19 noch nicht aufgegeben. „Sie haben die beste Abwehr, erst neun Gegentore bekommen.“ Mit seiner Mannschaft müsse er ob der großen Leistungsdichte in der U19-Bundesliga kleine Ziele vereinbaren. „Meine Jungs wollen, machen und tun. Das gefällt mir“, erklärte der 54-Jährige. „Und in der zweiten Halbzeit haben wir die Null gehalten, das war unser Ziel.“


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10.02.2020 - 03:19 - F.C.Knüppeldick

2014 haben Hummels und Boateng aber schon überragend gespielt soso.Und Boateng hat Mega gut gespielt im Finale-und Kohler hat sicher recht-glaubt ja wohl niemand dran,dass wir mit Ginter,Tah und Rüdiger,obwohl Rüdiger sich verbessert hat, einen Titel holen.Dazu noch Hector auf links und Klostermann auf rechts,der sicher kein Schlechter ist,aber noch Zeit braucht.Und was Akanji spielt hat schon bald mit Bundesliga nichts mehr zu tun.Letzte Saison schon schlecht.Starker IV und starken RV noch holen-Top-Trainer und die Mannschaft halten,dann wird man die Erfolge holen.P.S.Kann mich noch an die Försters erinnern,auch an Bernd Förster-der kaum Fußball spielen konnte,aber knallhart gegen den Mann war.Und Kohler hat mit Sicherheit viel von Schlindwein oder Dickgießer,ich glaube Dickgießer gelernt,wo er als blutjunger IV bei Waldhof unter Schlappner gespielt hat.An einem Montagabend 86 kann ich mich noch erinnern,als es ein Nachholspiel gab im Westfalenstadion und Kohler neben Dickgießer gespielt hat.Da wurde mal kurzerhand der Stürmer vom BVB-ich glaube Kobra Wegmann war es,mit einem Tritt in die Magengrube gebremst,weil es nicht anders ging.Es gab nur Gelb und das Spiel ging 0-0 aus.Sicher war das damals das Spiel langsamer und man hat noch mit Libero,aber es gab damals mehr als heute viele gute IV,da hat Kohler Recht!

09.02.2020 - 22:10 - soso

Ob ein Tah, Rüdiger, Boateng oder Hummels. Keiner hat die Qualität eines JK.

Bei den heutigen Schönspielern ist die Frisur viel wichtiger. Vielleicht sollte der BVB
den Benny Hö verpflichten. Er kann es nur besser machen, als die derzeitigen Graupen.

09.02.2020 - 21:59 - lappes

Jürgen Kohler Fußballgott.
Der Kokser hat früher gnadenlos dazwischengehauen.

Solche Typen,solche Kerle,gibt es schon lange nicht mehr.

09.02.2020 - 21:00 - Kuk

Der Weltmeister von 1990 hat zu 100 % richtig analysiert.
Ob das beim BVB jemand hört und Konsequenzen einleitet ?