Warum Schalkes Torwartwechsel riskant ist

21.01.2019

Experten erklären

Warum Schalkes Torwartwechsel riskant ist

Foto: Firo

Der Stammplatzverlust von Kapitän Ralf Fährmann beim FC Schalke 04 schlägt weiter hohe Wellen. Experten Holger Gehrke und Frank Rost haben eine klare Meinung.

Der Wechsel auf der Torwartposition von Fußball-Bundesligist Schalke 04 hat für eine Mischung aus Erstaunen und Verständnis gesorgt. Schalkes Trainer Domenico Tedesco entschied sich dafür, anstelle des erfahrenen Ralf Fährmann (30) den jungen Alexander Nübel (22) gegen den VfL Wolfsburg zu bringen. Nübel zahlte das Vertrauen beim 2:1-Sieg mit einer guten Leistung zurück.


“Es war keine mutige Entscheidung, weil wir wissen, dass Alex Nübel ein guter Torwart ist. Das haben wir vorher schon gewusst. Mut im Hinblick auf das, was da vielleicht diskutiert wird, ist ein anderes Thema”, sagt Schalkes Manager Christian Heidel. Der 55-Jährige weiß, dass Änderungen auf der Torhüter-Position besonders intensive Diskussionen auslösen. 

“Dass der linke Verteidiger getauscht wird, kann jede Woche passieren. Beim Torwart ist es zugegebenermaßen nicht so häufig. Der hat es genauso zu akzeptieren. Dass Ralf lieber im Tor gestanden hätte, ist doch völlig klar. Ich kann jetzt nicht sagen, der hat sich riesig gefreut. Ich habe auch gesehen, wie er Alex dann nach dem Spiel gratuliert hat. So muss das sein”, kommentiert Heidel.

Ex-Schalker Gehrke: Vielleicht besser gewesen, Ralf von der Binde zu befreien

Holger Gehrke, ehemaliger Schalker Torwarttrainer, kennt Ralf Fährmann aus gemeinsamen Schalker Tagen. „Ich habe mit Ralf lange zusammengearbeitet. Ich kenne keinen anderen Torhüter, der über solch einen Ehrgeiz verfügt. Er ist ein Vollprofi und trainingsbesessen. Vielleicht wäre es besser gewesen, Ralf von der Kapitänsbinde zu befreien. So hätte er die Möglichkeit gehabt sich nur auf das Wesentliche – sein Torwartspiel – zu konzentrieren.“ 

Gehrke räumt ein: „Klar ist, dass Ralf einige Fehler in der Hinrunde gemacht hat. Ob man ihn aber bei seiner ersten Schwächephase sofort rausnehmen muss, ist eine andere Sache. Ich muss sagen, dass das eine sehr mutige Entscheidung ist. Domenico Tedesco hat Eier gezeigt. Vielleicht tut Ralf die Pause jetzt gut und er kommt noch stärker zurück. Das wünsche ich ihm sehr, weil ich ihn immer noch zu den besten deutschen Torhüter zähle.“

Frank Rost, von 2002 bis Januar 2007 als Schlussmann bei den Königsblauen unter Vertrag und dann vom damals 20-jährigen Manuel Neuer als Nummer eins abgelöst, ist kein Freund von Aktionismus. “Wenn man unten in der Tabelle steht, wird alles in Frage gestellt. Ich bin nicht so ein Freund davon, alles, was gestern noch gut war, zu verändern. Für Ralf Fährmann tut es mir ein bisschen leid, weil ich ihn zum einen als Typ mag und er zum anderen ein guter Torwart ist.” Rost schiebt nach: “Ich finde es schwierig, im Winter den Torwart zu wechseln. Entweder ergibt sich so ein Wechsel durch eine Verletzung, eine Sperre oder man macht es im Sommer, bevor die Saison startet. Trainer Tedesco muss dafür seinen Kopf hinhalten, wenn es nicht funktioniert.” 

Dass der Ur-Schalker Ralf Fährmann seine Zelte bei den Königsblauen jetzt enttäuscht abbricht, davon ist nicht auszugehen. Manager Heidel: “Wichtig ist, dass Ralf Fährmann jetzt nicht davon ausgehen muss, dass er nicht mehr im Tor steht, sondern er hat genau die gleiche Chance.” Allerdings ist die Rolle eine komplett andere. Fährmann muss jetzt nicht mehr seinen Platz verteidigen, sondern zurückerobern.

Autoren: Thomas Tartemann, Krystian Wozniak

Kommentieren

22.01.2019 - 18:36 - easybyter

Bayerischschalke tauscht schon wieder Manager und Trainer aus, wenn es nach "Fans" wie ihm ginge, hätten wir nach jedem verlorenen Spiel eine neue Führungsmannschaft. Was dabei herauskommt, konnte man ja gut in Hamburg und in Stuttgart sehen. Schalke spielt seit 1,5 Jahren einen sehr bescheidenen Fußball und ist damit Vizemeister geworden und hat die Gruppenphase in der CL überstanden und jetzt gewinnen die sogar noch in der Bundesliga 2 Spiele hintereinander. So bescheiden sollen sie mal weiter spielen.

22.01.2019 - 18:34 - easybyter

Tedesco hat absolut richtig gehandelt und zwar sowohl bei Höwedes als auch bei Fährmann. Nübel hat schon in der Vertretungsphase sehr gut gehalten und viel mehr Sicherheit im Spiel nach vorne gezeigt. Bei Fährman hat man immer ein ungutes Gefühl, wenn er den Ball nach vorn spielen muss. Nun kamen noch diese Fehler dazu und Tedesco hat mutig gehandelt. Hier vollzieht sich einfach eine Wachablösung und Fährman tut gut daran, das anzuerkennen und sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Ich hoffe nur, dass Nübel nicht den Weg von Neuer geht und bald für viel Geld woanders spielt. Gegen Wolfsburg jedenfalls war er der Garant für die 3 Punkte.

22.01.2019 - 17:51 - marlekin

noah 1 OK, kommentar OK alles andere sch...sse

22.01.2019 - 10:38 - Noah1

@ Bayerichschalke: da kann man ja froh sein, dass Sie nichts zu sagen haben. Wenn man das Leistungsprinzip ernst nimmt, gilt es 1. für alle und muss 2. ein Torwart, der sehr schwächelt auch mal auf der Bank Platz nehmen und um den Stammplatz kämpfen. Hier Höwedes und Fährmann als Bauernopfer zu glorifizieren, ist mehr als lachhaft.

22.01.2019 - 10:31 - Noah1

Da hat man sich ja mal wieder die richtigen Experten ausgesucht. Frank Rost erinnert sich ja wohl ungern an die damalige eigene Situation. Nach vielen Spielen wurde er endlich von Neuer abgelöst, ein Wechsel, der dem ganzen Verein gut getan hat. So wird es auch diesmal sein. Fährmanns letze Zeit in Frankfurt ist ja auch ähnlich verlaufen.

22.01.2019 - 07:42 - Jgonschior

Es ist die richtige Entscheidung.
Ja wackler sind erlaubt - die hat tatsächlich jeder, aber
Nübel ist der viel bessere Fußballer,
Nübel eröffnet das Spiel besser und schneller,
Nübel ist der bessere "Libero" hinter der Abwehr.
Zum Zeitpunkt:
Nübel hätte nach seiner vertretungsphase schon drin bleiben müssen.
Sorry Ralle - aber so ist es leider. Halte durch und bleibe Schalker...
Glück Auf

21.01.2019 - 23:36 - Bayerischschalke

Reiner Aktionismus.
Was ich bisher von A.Nübel gesehen habe, ein richtig guter Torhüter. Allerdings halte ich R.Fährmann auch für einen richtig Guten. Das ein Torhüter in einer Saison mal ein paar Wackler drauf hat, ist wohl ganz normal. Nicht einmal ein M. Neuer kann sich davon freisprechen. Dazu noch in der Winterpause das ganz wichtige Thema, wer wird Vize - Kapitän.... wenn das unsere einzigen Probleme sind. Super.
Unsere Mannschaft spielt seit 1 1/2 Jahren einen sehr bescheidenen Fußball und dieser Trainer schläft tagelang schlecht, weil er sich mit der Torwart - Frage beschäftigt. Na denn....
Ich glaube, dass R. Fährmann für Schalke verbrannt ist, der war immer richtig gut, wenn er unumstritten war und die Rückendeckung des Trainers hatte.
Nach B. Höwedes, das zweite absolut unnötige Fass aufgemacht.
Für mich wird es höchste Zeit, das dieser Trainer und auch sein Chef, ausgetauscht werden.

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken