WL 2

Wanne-Eickel ist das Team der Stunde – und vergoldet damit das Ende einer Ära

Cedric Spielhoff
13. Mai 2019, 08:02 Uhr

Foto: Thorsten Tillmann

DSC Wanne-Eickels Trainer Holger Flossbach blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge dem Saisonende der Westfalenliga II entgegen. TuS Sinsen bezahlt den Preis der fehlenden Erfahrung, hofft aber in der kommenden Saison auf mehr Reife bei den „jungen Wilden“.

Man kann nur spekulieren, wo die Reise für den letztjährigen Vizemeister DSC Wanne-Eickel rund um seinen zum Saisonende scheidenden Cheftrainer Holger Flossbach hingegangen wäre, hätte die Mannschaft in der Hinrunde nicht das Verletzungspech heimgesucht. Der Saisonendspurt lässt jedoch erahnen, dass im Team der Herner weitaus mehr schlummert als ein beachtlicher vierter Tabellenplatz in der Westfalenliga Staffel II. 


Schließlich besiegte man alle drei in der Tabelle oben stehenden Teams aus Meinerzhagen, Sinsen und Finnentrop/Bamenohl, hat die beste Heimbilanz der Liga und steht auch in der Rückrundentabelle auf Platz eins. Beinahe schade ist es daher für die Schwarz-Gelben, dass sich die Saison nun dem Ende zuneigt, wo man doch gerade in Fahrt gekommen ist und fünf der letzten sechs Meisterschaftsspiele gewinnen konnte. Trainer Flossbach wird daher von seiner Mannschaft zum Abschied mit einer Reihe von Siegen beschenkt. „Man geht gerne, wenn die Fans darüber traurig sind“, stellt er zufrieden fest. 

Der 58-Jährige schließt sich dem Bezirksligisten SF Merfeld an, welche er bereits in der Saison 93/94 coachte. Einer der Garanten für das Happy End der Flossbach-Ära ist Abwehrchef Davide Basile, der als „Turm in der Schlacht“ keinem Zweikampf aus dem Weg geht und die Mannschaft mitreißt. „Er ist seit Wochen ausschlaggebend für unsere guten Leistungen“, lobt Flossbach den Italiener. Gleichzeitig sollen auch seine Nebenmänner nicht zu kurz kommen, denn sowohl Basile, als auch Christian Melchner und Alexander Schlüter bescheinigt er „mindestens Oberliga-, vielleicht sogar Regionalliganiveau“.

Die Oberligatauglichkeit hat die junge Mannschaft von TuS 05 Sinsen und Trainer Antonios „Toni“ Kotziampassis in dieser Saison nicht durchweg beweisen können. Gerade zum Saisonende baute man ab und verspielte durch viele individuelle Fehler wichtige Punkte und damit gleichbedeutend die Tabellenführung. Zuletzt setzte es im Heimspiel gegen Wanne-Eickel eine 1:2 Niederlage. „Wir sind spielerisch bereits eine sehr gute Mannschaft, jedoch fehlt uns noch zu oft die Robustheit“, merkt der Grieche an. 

Dabei hofft man darauf, in der kommenden Saison aus den Erfahrungen der diesjährigen Runde zu lernen und wieder oben anzugreifen: „Wir wollen uns im Bereich der Mentalität und der Cleverness verbessern. Wir haben eine sehr junge Mannschaft, da gehören Fehler zur Entwicklung dazu“. 

Aufgrund der Altersstruktur innerhalb der Mannschaft (gegen Wanne-Eickel standen sechs Spieler in der Startelf, die in diesem Jahr ihren zwanzigsten Geburtstag feiern) wäre der zweite Tabellenplatz trotz aller Enttäuschung mit etwas Abstand daher sicherlich trotzdem ein beachtliches Ergebnis. Die letzte Chance diesen zu verteidigen ergibt sich für die Marler am 34. und letzten Spieltag, wenn man bei Concordia Wiemelhausen in Bochum antritt.

Autor: Cedric Spielhoff

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13.05.2019 - 09:08 - Sportsmann

Ein Segen für die Stadt Herne.
Durch diesen sypathischen Verein und seine sportlichen Auftritte wird in Westfalen ein klein wenig von dem repariert, was der andere Herner Verein vom Schloß Strünkede so anrichtet.
Scheint doch so zu sein, dass der Knappmann-Spruch:" Wir sind doch alle Assis...." wohl eher für ihn und seine Anhänger gilt und nicht für alle Herner.