2:2 in Mainz

Schiedsrichter-Entscheidungen bringen Schalke zur VARzweiflung

Stefan Loyda
07. November 2020, 17:23 Uhr
Schalke bekam in Mainz gleich zwei Elfmeter gegen sich. Foto: dpa

Schalke bekam in Mainz gleich zwei Elfmeter gegen sich. Foto: dpa

Im Kellerduell der beiden historisch schwachen Mannschaften Mainz 05 und Schalke 04 gab es am Ende ein 2:2-Unentschieden. Die Brennpunkte.

Ausgangslage: Die längste Niederlagenserie zum Start (Mainz) traf auf die längste Sieglosserie (Schalke) der Bundesliga-Geschichte. Die Serie der Schalker startete übrigens damals auch in Mainz. Schon vorher war klar, dass ein historischer Rekord unterbrochen wird. Tabellarisch standen die Königsblauen zwei Punkte vor dem Gegner auf dem vorletzten Platz.

Aufstellung:
Schalkes Trainer Manuel Baum hatte seine Mannschaft im Vergleich zum 4:1-Pokalerfolg gegen den Bayern-Regionalligisten Schweinfurt auf acht Positionen verändert. Dabei setzte der Fußballlehrer erneut in der Abwehr auf Salif Sané, der zuletzt zweimal in Folge einen Elfmeter verursachte und auf Ozan Kabak, der seine Sperre fürs Gegenspieler anspucken beim Bremen-Spiel am 2. Spieltag abgesessen hatte. Im Tor stand wieder Frederik Rönnow, der den Vorzug vor Ralf Fährmann erhielt. Ansonsten durften Bastian Oczipka, Omar Mascarell, Mark Uth, Goncalo Paciencia und Amine Harit wieder ran.

Früher Videoschock: Matija Nastasic hatte sich im eigenen Strafraum nach nur drei Minuten hart gegen Jonathan Burkardt eingesetzt. Erst in der Videoanalyse erkannte Schiedsrichter Patrick Ittrich, dass der Serbe den deutschen U21-Nationalspieler am Knöchel traf. Der Mainzer musste behandelt werden. Sein Kollege Daniel Brosinski verwandelte unten links zum 1:0 für die Gastgeber.

Traumtor-Ausgleich: Was für ein Tor! Goncalo Paciencia wurde an der Strafraumkante gefoult. Mark Uth übernahm und schlenzte den Ball aus 16 Metern in den Winkel zum Ausgleich. Und das mit gerade einmal einem Schritt Anlauf. Wenn man bedenkt, wie viele Möglichkeiten sich die Schalker erspielten - sei es die Flipper-Aktion nach einer Ecke (14.), der geblockte Schuss von Bastian Oczipka (18.) oder der verstolperte Versuch von Uth selbst (22.) - absolut verdient.

Noch ein Elfer-Schock: Bei Mainz lief fußballerisch nicht viel. Und doch kam kurz vor dem Pausenpfiff Jan-Philippe Mateta durch Ozan Kabak nach etwas ungestümen Einsatz im Strafraum zu Fall. Dafür gab es die Gelbe Karte gegen den Schalker Verteidiger und den zweiten Elfmeter für Mainz. Der Gefoulte selbst verwandelte dann erneut unten links.

VARzweiflung: Und noch einmal spielte der Video-Referee den Schalkern einen Streich. Kabak traf fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff nach einer Ecke zum vermeintlichen 2:2-Ausgleich. Allerdings hatte der Innenverteidiger dabei den Ball mit der Hand berührt. Der VAR überführte ihn und der Treffer zählte nicht.

Eigentor-Glück: Wenn es schon nicht von selbst klappt, dann eben so: Eine Flanke von der rechten Seite durch den eingewechselten Steven Skrzybski springt Jerry St. Juste ans Knie und prallt von dort aus zum 2:2-Ausgleich ins Tor ab.

Verwarnungen: Gleich zwei Gelbe Karten gab es für die Schalker Bank. Nach der Entscheidung zum Elfmeter zum 2:1 der Mainzer wurde Co-Trainer Onur Cinel verwarnt. Zu Beginn der zweiten Halbzeit sah dann auch sein Chef Manuel Baum wegen Diskussionen mit dem Schiedsrichter die Gelbe Karte.

Torwartfrage: In der Torwart-Frage hat Baum jedenfalls nichts falsch gemacht. Gleich zweimal rettete Schlussmann Rönnow den Königsblauen das Spiel. Einmal, als er kurz vor dem Pausenpfiff gegen den freien und vor allem einschussbereiten Mateta rettete (45.+3), das andere Mal als er im Eins-gegen-eins gegen Burkardt Sieger blieb (57.).

Fazit: Das VAR-Glück war nicht mit den Schalkern. Ein Elfmeter für Mainz zu gesprochen, ein Tor aberkannt und bei der Aktion von Niakhaté gegen Paciencia blieb die Überprüfung aus. Am Ende kommt Schalke gegen den Letzten nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus. Immerhin haben sie Moral gezeigt. Nur von Moral hält man jedoch nicht die Klasse, dafür müssen endlich mal Siege her. Auf einen Dreier wartet Schalke schließlich seit 23 Bundesligaspielen.

[Widget Platzhalter]

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren

10.11.2020 - 12:48 - easybyter

@Gemare
Zugegeben, Sané sieht nicht immer glücklich aus, aber ich gebe zu bedenken, dass auch er lange verletzt war und nach so einer Verletzung ist man eben nicht sofort wieder bei 100 %. Auf jeden Fall sorgt er bei den Standards dafür, dass der Gegner kaum Kopfballduelle gewinnt und hab oft die Lufthoheit im Strafraum. Lassen wir ihm noch ein wenig Zeit seine Leistung wieder auf 100 % zu bringen. Dem Rückstand sind wir ja dieses Mal dank 2er Elfmeter hinterher gerannt, die beide umstritten waren und bei denen der zweite auf keinen Fall gegeben werden durfte. Dann wurde das 2:2 zu Recht zurückgenommen, da Kabak den Ball an die Hand bekommen hatte, bevor er einschoß, aber es war auf jeden Fall psychologisch ein weiterer Schlag für die Truppe. Das alles hat die Truppe weggesteckt und weiter gekämpft und ist dafür belohnt worden.Ich sehe da einen kleinen Silberstreif am Horizont, für mich war es das beste Saisonspiel der Schalker, denn es wurde gespielt und vor allem es wurde gekämpft und Bälle zurück erobert, die verloren gegangen waren. Wenn man jetzt noch die Chancen verwertet, die man sich neuerdings erspielt, sehe ich die Truppe auf dem richtigen Weg. Ich glaube allerdings auch, dass es nicht so einfach werden wird, aus dem Sumpf des Tabellenkellerst zu kommen. Dazu ist noch eine gewaltige Steigerung nötig, da bin ich Ihrer Meinung. Ich hoffe, dass Serdar bald wieder spielen und an seine frühere Leistung anknüpfen kann. Glück Auf!

Beitrag wurde gemeldet

08.11.2020 - 08:33 - Gemare

Das was MICH wirklich zur Verzweiflung bringt ist der Spieler Sane!
Wenn ich den in der Abwehr rumhampeln sehe stehen mir immer die Haare zu Berge.Für mich ein grosser Unsicherheitsfaktor.
Wiedermal einem Rückstand hinterher gerannt ! Aber diesmal wenigstens Moral gezeigt.Ich befürchte das die 3 Mannschaften die jetzt unten sind ,das bis zum Ende der Saison auch bleiben und um den Klassenerhalt spielen.Die gaben alle ein Niveau. Nämlich GAR KEINS !!!!

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.

Beitrag wurde gemeldet

07.11.2020 - 23:13 - impossible.mission

Schalke holt verdient einen Punkt.
Mehr war nicht drin.
Und das sollte traurig stimmen.
Es auf den schiri oder den VAR zu schieben das nicht mehr drin war ist typisch schalke.
Es wird langsam eng mit dem Triple.

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.

Beitrag wurde gemeldet

07.11.2020 - 21:01 - soso

Beim nächsten Punktgewinn haben die Blauen dann einen guten Schiri.

Leutas, das gleicht sich alles aus. Aber nur mit dem Selbsttor holt GE 1 Punkt.
Vorher müssen die 05er den Sack echt zumachen. Sie waren zu blöd.

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.

Beitrag wurde gemeldet

07.11.2020 - 19:43 - luko1944

Majo ---Kauf Dir ein paar Pommes denn von Fussball hast du Trottel keine Ahnung.

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.

Beitrag wurde gemeldet

07.11.2020 - 19:28 - Majo2008

Das war doch wieder nichts!
Mainz hätte mindestens zwei Tore mehr schießen müssen.
Da spielten zwei emotionslose Söldnertruppen gegeneinander und am Ende kam ein Unentschieden heraus.
Da spielt wirklich keiner, der sich für den Verein den Arsch aufreißen würde.
Peinlich auch die Zwischenrufe von Baum. Das hört sich wie bei einem Jugendspiel an.
Nein, nein und nochmals nein, dieses Schalke gehört nicht in Liga 1!!

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.

Beitrag wurde gemeldet

07.11.2020 - 17:41 - gerdstolli

Ja die Moral stimmte aber spielerisch war es eine schwache Leistung von beiden Mannschaften. Dazu passen die fragwürdigen VAR-Entscheidungen. Alles in allem ein gebrauchter Tag mit einem gerechten Ergebnis.

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.