12.10.2018

Kommentar

Nations League für die Vereine ein Problem

Foto: firo

Viele Bundesliga-Macher beschweren sich über die Nations League. Aber sie sollten nicht das Bild vermitteln, dass die Nationalelf nur stört.

Jetzt beklagen sie sich wieder. Die Macher der Bundesligisten stöhnen, weil Länderspieltermine den Alltag unterbrechen. Zu viele Pausen zu kurz nacheinander – das ist der Vorwurf. Nicht nur die Herren Rummenigge und Hoeneß vom Wortführer FC Bayern hätten sich in der Hinrunde lieber zwei Pausen mit je drei Länderspielen gewünscht als andersherum. Jemand wie BVB-Chef Hans-Joachim Watzke, der ganz pragmatisch meint, man müsse diesen Ablauf „so annehmen und fertig“, ist eher die Ausnahme.

Natürlich ist die neue Nations League für die Vereine ein Problem. Bei Freundschafts-Länderspielen blieben manche Spieler einfach mal weg. Der eine laborierte an einer Zechprellung, der andere litt an einer Gänsehaut-Entzündung – irgendein vorgeschobener Grund fand sich schon. 


Beim nächsten Champions-League-Spiel waren alle wieder fit. Aber was ist diese Nations League? Ein Pflichtspiel-Wettbewerb? Sollten nicht die Besten spielen, wenn es gegen die Niederlande oder Frankreich um Punkte geht?

Dass Klubchefs egoistisch denken, ist bis zu einem gewissen Punkt verständlich. Wenn sie allerdings das Gefühl vermitteln, dass die Nationalelf nur noch stört, dann sollte auch keiner mehr große Reden schwingen, wenn sie verliert.

Autor: Peter Müller

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